Der Aufsichtsrat der Hochbahn will am 6. Mai das Planfeststellungsverfahren für die Stadtbahnstrecke nach Steilshoop und Bramfeld offiziell endgültig stoppen. „Diese Entscheidung wird Hamburg in wenigen Jahren bedauern“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der GAL-Fraktion, Dr. Till Steffen.
Das Verfahren für die Planfeststellung ist schon sehr weit vorangeschritten. Die entsprechenden Kosten für dieses Verfahren sind bereits veranlasst. Eine relevante Einsparung für den Hamburger Haushalt wird sich durch diesen Schritt also nicht erreichen lassen. Eine Planfeststellung räumt lediglich die Möglichkeit ein, eine entsprechende Bahn zu bauen. Der Abschluss des Verfahrens zwingt nicht dazu, die Planungen tatsächlich umzusetzen. Till Steffen erklärt dazu: „Es wäre viel vernünftiger, die Planungen jetzt abzuschließen, um sich die Handlungsoption zu sichern.“
Die GAL-Fraktion ist sich sicher, dass die Diskussion über die Einführung einer Stadtbahn in Hamburg in den nächsten Jahren aktuell bleiben wird. „Die Busse sind jetzt schon an ihrer Kapazitä
tsgrenze. Hochbahnchef Elste betont in jedem Interview, dass die von Herrn Scholz angekündigten Maßnahmen der Busbeschleunigung nur eine Entlastung von wenigen Jahren bringen können. Danach müssen andere Systeme her, wenn wir nicht im Verkehrskollaps ersticken wollen. So schafft man nicht ein modernes Hamburg,“ so Steffen.
Die Hochbahn prüft nun die Anschaffung von Bussen, die noch länger als die bisherigen XXL-Busse sind. Für solche Busse müssten an vielen Stellen die Kreuzungen umgebaut werden, weil die Busse sonst nicht um die Kurven kommen. Außerdem erweisen sich gerade die XXL-Busse als besonders unzuverlässig. Gleichzeitig wird die Anschaffung von Bussen mit Oberleitungen geprüft, da der Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel mit Dieselantrieben auf mittlere Sicht nicht mehr wirtschaftlich ist. Steffen: „Es wäre viel vernünftiger, auf ein in anderen Städten bewährtes Verkehrsmittel zurückzugreifen, das unsere künftigen Verkehrsprobleme lösen kann.“
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