Endlich kommt der Biotopverbund

Hamburg wird endlich den schon lange geplanten Biotopverbund bekommen. Den Beschluss der Bürgerschaft aus der letzten Legislatur wird der SPD-Senat jetzt umsetzen. Monika Schaal, Fachsprecherin Umwelt der SPD-Fraktion: „Wir brauchen Wohnungs- und Gewerbebau – wir wollen aber auch grüne Stadt bleiben, denn auch das macht Hamburg so lebenswert. Deshalb wollen wir den Biotopverbund jetzt rechtlich und faktisch absichern.

Und es ist wichtig, die Bürgerschaft noch im Laufe dieses Jahres über den Stand der Arbeiten zu informieren, wann diese abgeschlossen werden und wie der Verbund gesichert wird.“ Einen entsprechenden Antrag bringt die SPD-Fraktion zur nächsten Bürgerschaftssitzung ein.
Zwar hätten bereits CDU und GAL in der letzten Legislatur beschlossen, 15 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund auszuweisen, „der Beschluss wurde allerdings nie umgesetzt“, so Schaal. „Der Vorgängersenat war nicht einmal in der Lage, im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens einen Sachstandbericht abzugeben.“ In seinem Jahresbericht 2010 hatte auch der Rechnungshof festgestellt, dass der damalige schwarz-grüne Senat weder eine Fachkonzeption Arten- und Biotopschutz erarbeitet noch beim Biotopverbund nennenswerte Fortschritte erzielen konnte.

Rund 20 Prozent der Landesfläche sind als Landschaftsschutzgebiete und über acht Prozent als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Damit nimmt Hamburg einen Spitzenplatz in Deutschland ein. Zusammen mit den landwirtschaftlich genutzten Flächen sind 40 Prozent der Hansestadt grüne Freiräume. „Hierdurch wird Hamburg einerseits seinem Ruf als grüne Metropole und andererseits seiner Verantwortung für die Stadtnatur gerecht. Dennoch sei die Artenvielfalt auch in Hamburg stark gefährdet“ betont Schaal. Denn durch die Ausweisung getrennter Schutzgebiete könnten nur etwa 30 bis 40 Prozent der schützenswerten seltenen Arten erhalten werden. „Die übrigen Arten brauchen zum Überleben räumliche Verbindungen zwischen ihren Habitaten. Diese räumlichen Verbindungen schafft ein Biotopverbund.“

Hintergrund: Bereits im November 2007 hatte die damalige Bundesregierung eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ verabschiedet und konkrete Ziele für den Aufbau eines Biotopverbundes benannt. So sollte bis 2010 ein Netz verbundener Biotope geschaffen werden, das mindestens 10 Prozent eines jeden Landes umfasst, um die Lebensräume wild lebender Arten dauerhaft zu sichern. Dabei sollten unter anderem Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und andere geschützte Landschaftsteile verbunden werden, um funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen zu gewährleisten. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat dieses Ziel jedoch verfehlt.
Pressemitteilung SPD-Bürgerschaftsfraktion

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