Bedenken zur Zukunft der Ohlendorff’schen Villa

Die vielfach aufgestellte OhlendVillaBehauptung „Die Villa wird nicht privatisiert“ ist nicht zutreffend: Stiftungen können sich dem öffentlichen Leben in vielerlei Hinsicht verpflichten, sie sind und bleiben aber Teil des privaten Lebens in Eigenverantwortung. Stifter schaffen sich mit dem Einkauf in den Ausverkauf von staatlichem Eigentum den alles entscheidenden privatwirtschaftlichen Einfluss. Sie privatisieren öffentliches Anliegen.

Angeblich kann sich unsere Gesellschaft steuerfinanziertes öffentliches Leben nicht mehr leisten – sollen wir das einfach so hinnehmen? Ich meine: nein!

In unserem Bezirk Wandsbek (über 400.000 Bewohner) hat es, soweit ich weiß, noch nie eine qualifizierte Leitung für einen erstrebenswerten, ordentlich geregelten Kulturbetrieb gegeben. Diese wäre aber nötig, um die über 500 kulturellen Einrichtungen zu koordinieren, zu fördern und zu unterstützen als Rahmenbedingung für kulturelles Leben im öffentlichen Raum! Seit ca. fünf Jahren fordern wir von der Initiative „Kulturforum Wandsbek“ eine solche Leitstelle – bisher leider ohne Erfolg. Wo soll sich der kritische Bürger in einer Kulturdebatte um die Gestaltung des öffentlichen Raumes in unserem Bezirk Unterstützung holen? Da gibt es keinen Ansprechpartner!

So sind ein Großteil meiner eingereichten Fragen auf der letzten Regionalausschuss-Sitzung zur Ohlendorffschen Villa und der geplanten innerörtlichen Nachverdichtung durch drei Luxus-Immobilien bis heute unbeantwortet. Für die Akteure liegt angeblich alles im hellen Sonnenschein – ab Mitte Februar soll es losgehen! Für den außen stehenden Betrachter gibt es noch viel Nebel. Die vielfältigen Auswirkungen auf den Ortskern, insbesondere auf die Verkehrssituation durch Nachverdichtung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes sind überhaupt nicht bedacht.

Eine öffentliche Veranstaltung sollte Klarheit schaffen, bevor hier mit der aus meiner Sicht höchst fragwürdigen „Ortskern-Veredelung“ begonnen wird.
Augen zu und durch ist nicht in Ordnung und das Gegenteil von Bürgerbeteiligung!
Agenda-21-Büro Volksdorf, Siegfried Stockhecke

 

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