Naturschutz bekommt in Wandsbek wieder ein Gesicht

Gruene_Logo_weissDas Bezirksamt Wandsbek bekommt wieder ein Naturschutzamt. Die Abschnitte Stadtgrün, Naturschutz, Wasser und Forsten werden rückwirkend ab Oktober als Abteilung „MR 3“ innerhalb des Fachamtes Management des öffentlichen Raums (MR) zusammengefasst.

2006 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform die Neuordnung der Aufgaben des Naturschutzes in den Bezirksämtern beschlossen. Die bis dahin zuständige Garten- und Friedhofsabteilung mit Naturschutzreferat wurde zerschlagen und die Aufgaben ab 2008/2010 sowohl im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, im Fachamt Management des öffentlichen Raums sowie im Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt wahrgenommen.

Diese Umstrukturierung wurde von den GRÜNEN in der Bezirksversammlung Wandsbek seit Beginn kritisiert. Immer wieder hat sich die grüne Fraktion dafür eingesetzt, dass es im Bezirksamt wieder ein eigenständiges Naturschutzreferat geben sollte. Daher wurde im Rot-grünen Koalitionsvertrag bereits 2011 die „Wiederherstellung einer leistungsfähigen Grün- und Naturschutzabteilung“ vereinbart.
„Das Stadtgrün trägt wesentlich zur Verbesserung des Stadtklimas und der Luftqualität sowie der allgemeinen Lebensqualität bei. Deshalb braucht der Umwelt- und Naturschutz in Wandsbek dringend wieder ein handlungsfähiges Naturschutzreferat. In Anbetracht der Herausforderungen des Klimaschutzes, des Artensterbens und des Flächenverbrauchs ist zur Zukunftssicherung von Natur und Lebensqualität in der Stadt Hamburg eine funktionierende Interessenvertretung unerlässlich. Die Verwaltung muss in der Lage sein, die gesetzlichen und fachlichen Vorgaben des Hamburger Naturschutzgesetzes und der EU-Richtlinien einzuhalten, daher sollten die verschiedenen Naturschutzaufgaben wieder in einer Abteilung vereinigt sein“, sagt Dennis Paustian-Döscher, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in der Bezirksversammlung Wandsbek.

Das hat jetzt auch die Wandsbeker Verwaltung so gesehen. „In der Praxis führte die Umorganisation zu schwierig hand­habbaren Schnittstellen und erhöh­tem Abstimmungsbedarf. Es entfielen vorherige Synergien. Der er­höhte Steuerungsaufwand verstärkte eine Verschlechterung des Informati­onsflusses innerhalb des Facham­tes“, heißt es in der Begründung des Bezirksamtes. Aus diesem Grund wurde im August 2013 ein Projektauftrag erteilt, mit dem u.a. die Neuorganisation des Fachamtes untersucht werden sollte. Eine im Mai 2013 durchgeführte Mitarbeiterbefragung ergab den Wunsch von rund 86 % an einer organisatorischen Veränderung. Bei der Neuorganisation sollen die Grün- und Naturschutzaufgaben wieder zusammengeführt werden.
„Damit ist ein großer Schritt in die richtige Richtung getan – allerdings sehen wir uns noch nicht ganz am Ziel angekommen – für die Straßenbäume z.B. wäre es sicherlich auch gut, unter die Obhut der neuen Grünabteilung zu kommen. Und ursprünglich gehörten ja auch die Landschaftsplaner in das Naturschutzreferat – es wäre gut, wenn auch sie wieder in der neuen Grünabteilung ein Zuhause finden würden“, ergänzt Dr. Ursula Martin, Fachsprecherin Umwelt der GRÜNEN Bezirksfraktion.

Die GRÜNE Fraktion in Wandsbek sieht die Umstrukturierung als den Beginn einer Entwicklung, die möglichst auch zu Änderungen in den anderen Bezirken und auf Landesebene führen sollte.
Pressemitteilung der Grünen Bezirksfraktion Wandsbek

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