Bewusste Täuschung durch Senat und Fluglärmschutzkommission?

Nach Hinweisen aus den Reihen der BAW Bürgerinitiative BAW-LogoAlstertal/Walddörfer/Ahrensburg zu falschen Fluglärmkarten in der Diskussion um die Festlegung neuer Landerouten, haben die Grünen dem Senat das Spiel mit gezinkten Karten und Lüge vorgeworfen.

 

Der Senat und die Fluglärmschutzkommission haben in ihrer Empfehlung mit Fluglärmkarten gearbeitet, in denen eine kürzere 10-Meilen-Marke gesetzt worden ist, um angebliche Belastungen für Bargteheide aufzuzeigen. Damit sollte gleichzeitig Stimmung gegen den Standardanflug über 10 Nautische Meilen bei dem Bürgermeistertreffen in Großhansdorf gemacht werden. Im Ergebnis hatten die Bürgermeister wegen der Vorlage der falschen Karten einen Anflug über 10 Nautische Meilen abgelehnt. Auf der Grundlage dieser falschen Fluglärmkarten ist inzwischen auch das Verfahren zur Festschreibung der neuen Anflugregel über 7 Nautische Meilen in das Luftfahrthandbuch in Gang gesetzt worden. Bis heute schweigt der Senat zu den Vorwürfen.

In der Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft „Stellungnahme des Senats zu dem Ersuchen der Bürgerschaft vom 7. Mai 2014 „Bericht des Umweltausschusses über die Drucksachen 20/7403 und 20/7574: Fluglärmschutz durchsetzen – Nachtruhe sichern und Fluglärmschutz in Hamburg weiter verbessern“ (Drucksache 20/13531)“ wird auf Seite 6 behauptet, dass ein vollständiger Verzicht auf Anflüge mit einer Endanfluglänge kürzer als 10 NM eine stärkere Belastung von Bargteheide auf Grund der Lage querab des 10 NM-Punktes bedingt. Zur Veranschaulichung der geografischen Lage der unterschiedlichen Endanflugpunkte bei 2 NM, 4 NM, 7 NM und 10 NM hat der Senat auf Seite 4 der Drucksache 20/13531 diese Punkte in einer Grafik dargestellt. Auf Seite 5 der Drucksache 20/13531 werden Übersichtskarten mit Flugspuren von Flugzeugen abgebildet, die auf der ersten Darstellung erst bei spätestens 4 NM eindrehen und auf der zweiten Darstellung schon bei einer Entfernung von 7 NM oder in noch größerer Entfernung auf den geraden Endanflug einschwenken.

Drs-20-13531-Fluglärmschutz

Bei beiden Graphiken auf der Seite 5 sind sowohl die Markierungen für 7 NM als auch für 10 NM falsch eingezeichnet. Demzufolge sind auch die hierauf basierenden Aussagen (Fluglärm-Entlastung von Ahrensburg bei 7 NM sowie zusätzliche Fluglärm-Belastung von Bargteheide bei 10 NM falsch.

Die Markierung der 10 NM auf der Seite 5 der Drucksache 20/13531 befindet sich auf lediglich 9,4 NM. Dies ist leicht anhand der beigefügten Abbildungen zu verifizieren:

BAW_NM_Bild

Auch anhand des Vergleichs markanter topographischer Punkte (z.B. östlicher und westlicher Ortsbeginn von Bargfeld-Stegen oder des Kiesteiches südlich von Bargfeld-Stegen) kann dies leicht nachvollzogen werden.

Mit den Graphiken von Fluglärmschutzkommission und Senats wird maßgeblich die Ablehnung des zentralen Punktes des Bürgerschaftlichen Ersuchens „Anflüge bei 10 NM regelhaft durchzuführen“ abgelehnt. Als Begründung muss die angebliche zusätzliche Fluglärmbelastung bei 10 NM für Bargteheide herhalten. Dass bei einem ILS-Standardanflug bei „echten 10 NM“ Bargteheide nordöstlich umflogen wird, zeigt die nachfolgende Graphik.10NM

Dem Antrag des Bürgerschaftlichen Ersuchens „Anflüge bei 10 NM regelhaft durchzuführen“ hätte der Senat daher stattgeben müssen, da hierdurch nicht nur keine neuen Fluglärmbetroffenheiten entstehen sondern im Gegenteil, die Bewohnerinnen und Bewohner von Bargteheide (16.500 Einwohner) effektiv von Fluglärm entlastet werden.

Hierzu Martin Mosel, Sprecher der BAW, „Die Fehlmarkierung der 10 NM in der Senatsdrucksache ist derart gravierend, dass von einer bewussten Täuschung und Lüge durch Senat und Fluglärmschutzkommission auszugehen ist. Der Vertrauensverlust gegenüber dem Senat und den zuständigen, der Unabhängigkeit unterliegenden, Gremien ist immens! Wir werden darauf drängen, dass dieser Vorgang im Umweltauschuss am 11.12.2014 aufgeklärt wird und die Schuldigen hier Farbe bekennen müssen. In diesem Fall ist dann das gesamte Verfahren zur Anflugänderung unverzüglich zu stoppen!“, fordert Martin Mosel. Den Verantwortlichen rät Martin Mosel zu persönlichen Konsequenzen aus diesem gescheiterten Täuschungsversuch.

Pressemitteilung BAW Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein

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