Senat beschließt Bike+Ride- (B+R) Entwicklungskonzept

Bis zum Jahr 2025 entstehen 12.000 neue Fahrradabstellplätze an Hamburgs Schnellbahn-Haltestellen. Die Park+Ride-Betriebsgesellschaft mbH (P+R) übernimmt künftig federführend den Bau und den Betrieb aller Anlagen. Damit werden bisher unterschiedliche Zuständigkeiten im Interesse einer wirtschaftlichen Aufgabenwahrnehmung gebündelt.

 

Das hat der Senat heute mit dem auch von der Bürgerschaft geforderten B+R-Entwicklungskonzept beschlossen.

Senator Frank Horch: „Fahrrad und ÖPNV ergänzen sich wunderbar. Zusammen bieten sie hervorragende Potenziale für eine Vernetzung und für eine zukunftsfähige Mobilität in Hamburg. Attraktive Fahrradabstellanlagen in ausreichender Zahl sind dabei eine Grundvoraussetzung, um noch mehr Verkehrsteilnehmer zum Umstieg auf Busse und Bahnen zu motivieren. Das Bike+Ride-Entwicklungskonzept ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV gleichermaßen.“

Klaus Uphoff, P+R: „Wir sehen vor allem die Bündelung von Bau und Betrieb in einer Hand als große Chance. Der Zustand der B+R-Anlagen ist heute vielfach unbefriedigend und entspricht nicht mehr dem technischen Standard. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir daher zukunftsfähige Standards entwickeln, auf Grundlage des Konzepts die entsprechenden Prioritäten für Aus- und Neubau ableiten sowie die Wartung und Instandhaltung der Anlagen verbessern.“

Immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger nutzen das Fahrrad für die alltäglichen Wege. Es gewinnt damit auch als Zubringer zu ÖPNV-Haltestellen immer mehr an Bedeutung. Eine gute Verknüpfung des Fahrrads mit dem ÖPNV ist deshalb eines der erklärten Ziele der Radverkehrsstrategie des Senats.

Die P+R-Betriebsgesellschaft hat im Auftrag der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ein Bike+Ride-Entwicklungskonzept erarbeitet. Neben einer Bestandsaufnahme und einer Potenzialabschätzung sind die Anforderungen an zukunftsfähige B+R-Anlagen konkret benannt worden. Darüber hinaus beschreibt das Konzept die Umsetzung und den Betrieb „aus einer Hand“.

Die wesentlichen Inhalte des Bike+Ride-Entwicklungskonzeptes:

· Bis 2025 werden rund 12.000 Fahrradabstellplätze neu gebaut und der Bestand damit auf 28.000 Plätze aufgestockt. Die Hälfte der Plätze wird überdacht sein, 20% werden Mietplätze vorwiegend in Fahrradsammelschließanlagen sein.

· Das Investitionsvolumen bis 2025 beträgt geschätzt 30,7 Mio. Euro für die Modernisierung der bestehenden Anlagen und den Neubau der zusätzlichen Stellplätze.

· P+R übernimmt federführend für alle Bike+Ride-Anlagen den Bau und den Betrieb

Das Bike+Ride-Entwicklungskonzept gibt es hier: http://www.hamburg.de/4440776
Pressemitteilung Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Bike-and-Ride-Entwicklungskonzept – Pochnicht: „Wir machen Tempo bei der Radverkehrsförderung“

Pochnicht_LarsZum heute vorgestellten Bike-and-Ride-Entwicklungskonzept erklärt Lars Pochnicht, Radverkehrsexperte der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir machen Tempo bei der Radverkehrsförderung. Es ist wichtig, dass das Fahrrad mit U-und S-Bahn gut kombinierbar ist. Viele Radfahrer wünschen sich nicht nur mehr, sondern vor allem auch sicherere und überdachte Stellplätze für ihre Räder. Deswegen hatten wir 2013 mit unserer Initiative den Anstoß für ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept für Bike-and-Ride gegeben. Bike-and-Ride war für Schwarz-Grün kein Thema, nur 543 neue Stellplätze entstanden unter der damals zuständigen Verkehrssenatorin der Grünen. Der SPD-Senat hat in dieser Legislatur mit rund 2.000 neuen Stellplätzen dagegen bereits ordentlich aufs Tempo gedrückt. Dass nun jährlich 1.200 Plätze neu hinzukommen, ist ein außerordentlich gutes Signal für den Radverkehr. Neue Abstellflächen entstehen bereits in diesem Jahr, so etwa an der U-Bahn-Station Saarlandstraße sowie an der U-Bahnstation Kellinghusenstraße.“

Pochnicht weiter: „Für alle Bike-and-Ride-Anlagen an den Haltestellen von U- und S-Bahn ist zukünftig allein die P+R-Betriebsgesellschaft zuständig. Das bedeutet: Einheitliche Standards hinsichtlich Abmessungen, Ausstattung und Sauberkeit und klare Ansprechpartner für die Nutzerinnen und Nutzer. Damit können wir noch mehr Menschen zum Umstieg auf Busse und Bahnen motivieren. Zudem überprüft die Stadtreinigung künftig regelhaft die Haltestellen nach Schrotträdern und entfernt diese, damit Abstellflächen für die Radfahrenden auch tatsächlich verfügbar sind.“
Pressemitteilung SPD Bürgerschaftsfraktion

Bike-and-Ride – Steffen: „Senat geht mit Mittelmaß-Konzept auf Stimmenfang“

Heute hat der Senat sein Bike-and-Ride-Entwicklungskonzept vorgestellt. Obwohl schon Anfang 2013 von der Bürgerschaft beauftragt, brauchte der Senat zwei Jahre, um etwas vorzulegen. Die Grünen bewerten das Konzept als unausgegoren, da es weder innovativ noch den tatsächlichen Bedürfnissen angemessen ist.TilSteffen

Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, sagt dazu: „Dieses Konzept ist weder innovativ noch wird es den tatsächlichen Bedürfnissen gerecht. Reine Effekthascherei ist zudem der Zeitpunkt: Drei Wochen vor der Wahl präsentiert der Senat ein mittelmäßiges Fahrradpark-Konzept, das sich bei genauerem Hinsehen als unausgereift entpuppt. Der ursprüngliche zehn-Jahres-Plan wird auf eine Zwei-Jahres-Planung reduziert, zudem ist der Stellplatzausbau an den Haltestellen ohne Priorisierung. Dächer gibt es nur für die Hälfte der Plätze, und sichere Abstellmöglichkeiten mit Ladestationen für Pedelecs werden für Hamburg nicht einmal erwähnt. Hinzu kommt, dass Hamburg ganz aktuell und jetzt viele Fahrradparkplätze braucht – und nicht verteilt auf die kommenden zehn Jahre. Der Senat bleibt sich in der Radverkehrspolitik treu: Er macht große Versprechen, die wenig bringen und sich langfristig in Luft auflösen. Wir wollen Hamburg zur Fahrradstadt machen: Mit Lademöglichkeiten für Elektroräder, mit überdachten Stellplätzen und Plänen, die schnell und realistisch umsetzbar sind, und mit diversen anderen Maßnahmen für eine echte Förderung des Radverkehrs.“
Pressemitteilung GRÜNE Bürgerschaftsfraktion

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