Baumfällsaison mit negativer Bilanz

Anlässlich des Endes der Baumfällsaison Ende Februar 2015 Baum_abbemängelt der NABU jetzt, dass die Bezirke laut ihrer Fälllisten nicht einmal ein Drittel der gefällten Bäume durch Nachpflanzungen ersetzen. Der NABU kritisiert weiter, dass für den Sportpark Baurstraße im Bezirk Altona zusätzlich die Fällung von 423 Bäumen und die Rodung von 4.616 m² Strauchfläche droht. Der Umweltverband mahnt, Bäume nur zu fällen, wenn es wirklich nötig ist, z.B. wenn sie ein Sicherheitsrisiko darstellen.

 

Jeder gefällte Baum müsse darüber hinaus umgehend durch mindestens einen heimischen Baum ersetzt werden, so der NABU.

„Das Defizit bei den Nachpflanzungen ist völlig inakzeptabel“, ist Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur beim NABU Hamburg empört. „Unsere Auswertung der Fälllisten legt den Schluss nahe, dass wir es mit einer schleichenden Entgrünung Hamburgs zu tun haben.“ Die Auswertung habe gezeigt, dass zwischen 1. Oktober 2014 und 28. Februar 2015 in Hamburgs Grünanlagen und Straßen insgesamt 2.742 Bäume gefallen sind. Dafür wurden gerade einmal 748 Nachpflanzungen veranlasst, wobei der Bezirk Altona in seiner Fällliste gar keine und die Bezirke Bergedorf, Harburg und Wandsbek nur unvollständige Angaben zu Nachpflanzungen gemacht haben.

Die Zahlen im Einzelnen: Bezirk Bergedorf 366 Fällungen/99 Nachpflanzungen, Eimsbüttel 107/60, Harburg 204/100, Mitte 450/346, Nord 231/111, Wandsbek 682/32, Altona 702/k.A.. Dass über die Fälllisten mittlerweile für jeden nachvollziehbar ist, wo und warum ein Baum gefällt werden soll, bewertet der NABU positiv. „Es ist aber völlig unverständlich, warum vier der sieben Bezirke in ihrer Liste nur unvollständige oder sogar gar keine Angaben zu den Nachpflanzungen machen“, so Schmidt. „Da mangelt es noch an der erforderlichen Transparenz. Die Angaben in den Listen müssen zu Beginn einer Fällsaison vollständig sein.“ Dass im Bezirk Altona mit der geplanten Massenfällung für den Sportpark Baurstraße zum Ende der Saison nun noch mehr Bäume fallen sollen, ist aus Sicht des Baumschutzes indiskutabel. Schmidt: „Das ist eine Katastrophe für die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten, deren Lebensraum und Nahrungshabitat zerstört wird.“ Im Gebiet kommen Insekten, Fledermäuse, Kleinsäuger sowie zahlreiche Vögel, wie z.B. Dohlen, Mauersegler, Feldsperlinge, Sumpfrohrsänger vor.

„Neben dem Angebot an Lebensraum für Tiere erfüllen Bäume diverse Ökosystemfunktionen, die auch den in der Stadt lebenden Menschen zugutekommen: z.B. klimatischer Ausgleich, Schadstofffilterung, Lärmdämmung, aber natürlich auch Raum für Freizeit und Erholung“, erläutert die NABU-Expertin Schmidt. „Die Fällung eines Baumes muss daher, wenn nur irgend möglich, vermieden werden. Auf jeden Fall muss für jeden gefällten Baum mindestens ein neuer nachgepflanzt werden.“
+++ AKTIV FÜR HAMBURGS STADTNATUR +++
Der Schutz von Pflanzen und Tieren darf nicht an den Grenzen von Schutzgebieten enden. Unter dem Motto „Aktiv für Hamburgs StadtNatur“ macht sich der NABU Hamburg stark für die vielfältigen Lebensräume der Stadt. Der Eisvogel jagt an renaturierten Bächen, Fledermäuse bewohnen alte Bunker, Spechte finden Nahrung in abgestorbenen Bäumen, Spatzen und Mauersegler bauen Nester an Wohn- und Industriegebäude. Verkehrsinseln werden zu Schmetterlingswiesen, Gartenteiche zu Amphibienbiotopen. Ein grünes Netz entsteht. Werden Sie aktiv für Hamburgs StadtNatur. Gartenbesitzer, Kleingärtner, Hausbesitzer, Unternehmen und Bezirke – alle können mitmachen. Infos unter www.NABU-Hamburg.de
Pressemitteilung NABU HH

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