NABU zeichnet fledermausfreundliches Haus aus

Die Fachgruppe Fledermausschutz des NABU Fledermausfreundliches HausHamburg hat die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ an ein Privathaus in Wohldorf-Ohlstedt verliehen.

 

Familie Baumann aus Wohldorf-Ohlstedt wohnt in einem fledermausfreundlichen Haus. Für ihre Bemühungen um die nachtaktiven kleinen Jäger wurden sie jetzt von der Fachgruppe Fledermausschutz des NABU Hamburg ausgezeichnet.

Zum ersten Mal wurde die Familie im Sommer 2014 auf ihre nachtaktiven Untermieter aufmerksam. Tochter Antonia fand auf dem Balkon ein kleines Jungtier. Die besorgten Hausbesitzer riefen das Fledermaus-Nottelefon des NABU Hamburg an und berichteten von ihrem Fund. Die NABU-Experten kamen vorbei und konnten den Findling schnell als Zwergfledermaus identifizieren, der kleinsten in Deutschland vorkommenden Fledermausart. Und sie stellten fest, dass noch mindestens zwei weitere Artgenossen den Dachboden als Sommerquartier nutzten. Schon ein Jahr später, im Sommer 2015, hatte sich die Anzahl deutlich erhöht: Nun zählten die Fledermausschützer des NABU über 30 Tiere. Hinter diesem überraschenden Zuwachs vermuten die Experten den Verlust von Fledermausquartieren in der Umgebung. „Es gibt in diesem Stadtteil sehr viele alte Häuser, die jetzt nach und nach energetisch saniert werden. So gehen in Dächern und im Mauerwerk Ritzen und Spalten verloren, die die Fledermäuse gerne als Untersc
hlupf nutzen“, erklärt Alexander Heidorn von der NABU-Fachgruppe. Dabei ist diese besondere Nachbarschaft zwischen Mensch und Tier in der Regel von langer Dauer, denn Zwergfledermäuse sind sehr ortstreu: durchschnittlich werden Quartiere 10 bis 14 Jahre lang wiederbesiedelt.
In Wohldorf-Ohlstedt sind Stephan und Regina Baumann gemeinsam mit ihren Kindern Antonia, Lotte und Tom mittlerweile zu echten Fledermausfreunden geworden. Eine geplante Dachsanierung ist von ihnen verworfen worden, nichts soll die tierischen Untermieter und ihren Nachwuchs vertreiben. Auch den Garten möchten sie mit nachtblühenden Gewächsen noch fledermausfreundlicher gestalten. Diese locken Insekten an und sorgen so für reichlich Fledermausfutter. „Im Sommer sitzen wir oft draußen und genießen das Schauspiel, wenn die Tiere um den Dachgiebel herumschwirren“, erzählt Regina Baumann.
Die Begeisterung für die nachtaktiven Tiere entstand auch durch die ausführliche Beratung der Fachgruppe Fledermausschutz. Die ehrenamtlichen NABU-Aktiven Susanne und Alexander Heidorn blieben seit dem ersten Anruf über das Fledermausnottelefon im engen Kontakt mit der Familie, kümmerten sich um den Findling und beantworteten Fragen. Nun konnten sie der Familie Baumann am 24. Januar sogar die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ verleihen. Stephan Baumann sieht die Auszeichnung als Ansporn: „Wir werden bei den Nachbarn und im Bekanntenkreis für den Fledermausschutz werben. Die Zwergfledermäuse haben uns einen ganz neuen Blick auf die Natur vor unserer Haustür beschert.“

Ausführliche Informationen, wie man sein Haus fledermausfreundlich gestalten kann, finden Sie unter www.NABU-Hamburg.de/fledermausschutz. Hier erfahren Sie auch mehr über die Arbeit der Fachgruppe Fledermausschutz des NABU Hamburg, die sich immer über weitere, ehrenamtliche Helfer/innen freut.

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Der Schutz von Pflanzen und Tieren darf nicht an den Grenzen von Schutzgebieten enden. Unter dem Motto „Aktiv für Hamburgs StadtNatur“ macht sich der NABU Hamburg stark für die vielfältigen Lebensräume der Stadt.
Der Eisvogel jagt an renaturierten Bächen, Fledermäuse bewohnen alte Bunker, Spechte finden Nahrung in abgestorbenen Bäumen, Spatzen und Mauersegler bauen Nester an Wohn- und Industriegebäuden. Verkehrsinseln werden zu Schmetterlingswiesen, Gartenteiche zu Amphibienbiotopen. Ein grünes Netz entsteht.
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Pressemitteilung NABU HH

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