Hanse-Umweltpreis 2016 vergeben

Am 11. Dezember 2016 gaben der NABU Hamburg, die Firma nabu-storchpreisGlobetrotter Ausrüstung und Dagmar Berghoff die Gewinner des Hanse-Umweltpreises 2016 für Natur- und Klimaschutz bekannt. Insgesamt 17 Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht. Gleich zwei Projekte wurden mit dem 1. Preis ausgezeichnet. 

 

„Die Bewerbungen waren in diesem sehr hochkarätig“, stellt Schirmherrin Dagmar Berghoff fest. „Die Entscheidung für die Vergabe der einzelnen Plätze war wirklich nicht leicht.“ Dass die Wahl schwierig war, zeigt sich auch an den diesjährigen Platzierungen:
Die Gewinner sind: Die Urban Gardening-Initiativen Stephanusgarten und FuhlsGarden (1. Preis), die NABU-Gruppe Wandsbek (2. Preis), die Adolph-Schönfelder-Schule (3. Preis). Der Hanse-Umweltpreis ist mit insgesamt 6.000,– Euro dotiert und wird von der Hamburger Firma Globetrotter Ausrüstung gestiftet. Der Gewinner erhält 3.000,– Euro (in diesem Jahr aufgeteilt unter den beiden Erstplatzierten) sowie eine Bronzeskulptur eines auffliegenden Storches, die der Künstler Axel Richter gestaltet hat. Der 2. Platz ist mit 2.000,– Euro dotiert, der 3. Platz mit 1.000,– Euro.

Den ersten Preis, dotiert mit 3.000 Euro, teilen sich in diesem Jahr die beiden Privatinitiativen „Stephanusgarten“ aus Eimsbüttel und „FuhlsGarden“ aus Barmbek-Nord.
Der Stephanusgarten, gelegen in der Grünanlage Eidelstedter Weg/Sartoriusstraße bei der ehemaligen Stephanuskirche, nahm im Jahr 2012 seinen Anfang. Damals übernahm Christine Stecker vom Bezirksamt die Patenschaft für eine Baumscheibe und bepflanzte sie mit Wildblumen. 2015 kamen zwei kleine Bienen- und Schmetterlingsgärten hinzu, der seit diesem Jahr auch vom Bezirksamt offiziell gutgeheißen werden. Über eine Online-Plattform fand Christine Stecker weitere Mitstreiter. Mittlerweile besteht die Urban Gardening-Gruppe aus knapp 20 Personen, die sich sehr regelmäßig treffen, um sich um die Gärtchen zu kümmern und darüber hinaus das ganze Areal rund um die Grünanlage von Unrat zu säubern. Gießwasser erhalten die Hobbygärtner kostenfrei von einer Werbeagentur, die in die Räume der ehemaligen Stephanuskirche gezogen ist und das Vorhaben unterstützt. In der Grünanlage gab es bereits ein spontanes Nachbarschaftstreffen, bei dem an die 50 Menschen gemeinsam gegrillt haben und sich kennenlernen konnten.

Das zweite Siegerprojekt, die Initiative „FuhlsGarden“, setzt ihren Schwerpunkt auf den Gemüseanbau. Seit dem Frühjahr 2015 gärtnern 14 Aktive gemeinschaftlich in Kooperation mit dem Kita-Träger Kinderwelt Hamburg e.V. auf dem „Grabeland“ im Grünzug Langenfort in Barmbek-Nord. Die Ernte aus alten Sorten ist vielfältig und schmackhaft. Durch eine Kooperation mit einem Imker wird sogar eigener Honig hergestellt. Mit diesem Engagement möchte die Initiative zum einen zeigen, dass auch im urbanen Raum Gemüseanbau erfolgreich möglich ist. Zum anderen will die Gruppe mehr Grün in die Stadt holen und den FuhlsGarden zu einem Stadtteilprojekt machen, mit dem Menschen für Gemüseanbau und für den Erhalt und die Pflege von StadtNatur interessiert werden sollen. Aus diesem Grund wurde 2016 auch der „Kübelkontest“ (http://www.fuhlsgarden.de/kuebelkontest/) ins Leben gerufen. Er zeichnete in Barmbek die schönsten selbst bepflanzten Flächen am Wegesrand aus und hat im Stadtteil Akzente gesetzt und ein Bewusstsein für Natur im urbanen Raum geschaffen. „Beide Projekte beeindrucken durch ihre Eigeninitiative“, erklärt Tobias Hinsch vom NABU Hamburg die doppelte Preisvergabe. „Sie zeigen, dass es möglich ist, mitten in der Stadt neue Naturräume zu schaffen, von denen Menschen als auch Tiere und Pflanzen profitieren. Diese Initiativen sind eine Ermutigung für die öffentliche Hand und für naturverbundene Hamburgerinnen und Hamburg, mehr für unsere StadtNatur zu tun.“

Den 2. Platz belegt die NABU-Stadtteilgruppe Wandsbek. Sie wird ausgezeichnet für die jahrelange, schrittweise Renaturierung des Gebietes rund um den Pulverhofteich, zwischen Am Pulverhof und Stein-Hardenberg-Straße. Bereits 1986 übernahm die NABU-Gruppe Wandsbek die Bachpatenschaft für das Gebiet der Wandse zwischen Pulverhofteich und Nordmarkstraße. Damals gehörten die Aktiven noch zur Naturschutzjugend (NAJU). In den vergangenen 30 Jahren ist es mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer in tausenden Arbeitsstunden gelungen, den Stadtbach und seinen Uferbereich in einen naturnahen Zustand zu versetzen und damit auch seltene Tier- und Pflanzenarten wieder zu etablieren. Und die Naturschützer haben noch viele Pläne für die Zukunft: Unter anderem wollen sie zusätzliche Tümpel für Amphibien anlegen und Wildblumenbereiche für Insekten schaffen. „Die NABU-Gruppe Wandsbek hat über drei Jahrzehnte kontinuierlich in diesem Gebiet gearbeitet und dadurch eine grüne Oase in ihrem Stadtteil geschaffen. Dieser unermüdliche Einsatz ist zu Recht preiswürdig“, bekräftigt Jurymitglied Klaus Denart, Gründer von Globetrotter Ausrüstung. „Und es ist wohl das Projekt mit der längsten Laufzeit, das wir in der Geschichte des Hanse-Umweltpreises ausgezeichnet haben.“

Mit dem 3. Platz wurde die Adolph-Schönfelder-Schule geehrt. Die Grundschule aus Barmbek-Süd überzeugte mit klassenübergreifenden Natur- und Umweltschutzprojekten. So hat die Schule die Umweltranger ins Leben gerufen. Diese Gruppe von Schülerinnen und Schülern entwickelt gemeinsam Ideen, wie man an der Schule Energie sparen oder Müll vermeiden kann. Die Maßnahmen werden durch die Umweltranger in die Klassenzimmer und in die Familien getragen und umgesetzt. Darüber pflegen Lehrer und Schüler/innen einen Schulgarten mit Gemüse- und Obstpflanzen. Durch die Arbeit im Garten lernen die Kinder die Bestandteile einer gesunden Ernährung und den bewussten Umgang mit Lebensmitteln kennen. Der Garten wird in den Sachunterricht integriert, etwa rund um das Thema Pflanzenkunde. Die Ernte wird in der Schulkantine verwertet, so dass die Kinder der Adolph-Schönfelder-Schule frisches Obst und Gemüse aus eigenem Anbau essen können.

Pressemitteilung NABU Hamburg

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