Hamburger Öko-Aktionsplan und Bio-Stadt Hamburg

Eine steigende Nachfrage der Verbraucher lässt die Prognose zu, dass Bio-Lebensmittel weiterhin an Bedeutung gewinnen werden und ein stabiler Wachstumstrend für die Erzeugerbetriebe auch in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Eng verbunden ist damit auch der Trend zur Regionalität.

 

Der Erfolg von Bio ist unmittelbar mit Glaubwürdigkeit und Transparenz verknüpft. Viele Verbraucher wollen nicht länger eine anonyme Lebensmittelerzeugung, sondern eine transparente Darstellung der Herkunft der Lebensmittel und der Erzeugungsweise. Der Hamburger Senat hat heute mit der Drucksache „Hamburgs Landwirtschaft stärken – Hamburger Öko-Aktionsplan 2020“ einen weiteren Meilenstein zur Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus beschlossen. (siehe unten) Die Stärkung des regionalen Ökoangebots soll landwirtschaftlichen Unternehmen in Hamburg eine Entwicklungsperspektive für die Zukunft eröffnen. Mit einem abgestimmten Maßnahmenangebot will der Senat die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit Hamburg als Standort einer vielfältigen und nachhaltigen Agrarproduktion sichern. Ein Beispiel ist  die beabsichtigte Erhöhung des ökologisch bewirtschafteten Flächenanteils. Im Aktionsplan werden die aktuell geplanten, die in der Umsetzung befindlichen, aber auch die bereits umsetzten Vorhaben dargestellt. Bereits umgesetzt wurde die Erhöhung der Hamburger Flächenprämien für auf den ökologischen Landbau umstellende oder erweiternde Betriebe, die Etablierung einer Hamburger Investitionsförderung und eine bevorzugte Förderung der Vermarktung von ökologischen Erzeugnissen. Staatsrat Dr. Rolf Bösinger betont: „Die ökologische Landwirtschaft verfügt über Wachstumspotenzial. Die Möglichkeiten der Förderung sind vielfältig – sie reichen von finanzieller Unterstützung über exzellente Beratung, Absatzförderung, Forschungsprojekten bis zum vorbildlichen Verhalten der Verwaltung selbst.“

Bestandteil des Öko-Aktionsplans ist auch die Etablierung einer Modellregion Bio-Obst. Hier arbeitet Hamburg partnerschaftlich mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem für Landwirtschaft zuständigen Ministerium in Hannover zusammen und engagiert sich auch finanziell. Die Neukonzeption des Versuchsbetriebes der Obstbauversuchsanstalt ESTEBURG wurde in Höhe von einmalig 350.000 Euro, die Förderung von Projekten im Rahmen der praxisrelevanten Forschung für den ökologischen Obstbau in Höhe von 40.000 Euro und ein neuer Beratungsansatz im Hamburger Obstbau in Höhe von bis zu 210.000 Euro gefördert.

Für die Zukunft gilt, die Erfahrungen der unterschiedlichen Sparten gemeinsam zu nutzen. Insbesondere Maßnahmen für den Hamburger Produktionsschwerpunkt des Gemüse- und Zierpflanzenanbaus sollen entwickelt werden. Mit Hilfe geeigneter Modellprojekte möchten wir auch hier durch verbesserten Wissenstransfer die Umstellungsbereitschaft der Hamburger Gemüse- und Zierpflanzengärtner erhöhen. Dazu gehört die marktgerechte Erweiterung der Anbausortimente.

Speziell im Zierpflanzenanbau beschreitet Hamburg Neuland. Denn in dieser teilweise hochspezialisierten Sparte des Gartenbaus gibt es noch viele offene Fragen zur ökologischen Produktionstechnik. Die Stärkung des ökologischen Landbaus ist vor allem der Verbrauchernachfrage geschuldet. Dem wachsenden Interesse des Handels und der Verbraucher stehen aber eine unzureichende Zahl von Ökobetrieben und Ökoanbauflächen gegenüber. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen, dass es möglich ist, für qualitativ hochwertige Ökoprodukte aus der eigenen Region höhere Preise zu erzielen, wenn die Herkunft transparent und glaubwürdig kommuniziert wird. Ein Lösungsansatz wird im Auf- und Ausbau regionaler Vermarktungsstrukturen gesehen.

Der ökologische Landbau ist Teil der Hamburger Agrarpolitik – einen wesentlich größeren Teil bilden die konventionell wirtschaftenden Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe. Und das ist gut so, denn sie machen den Löwenanteil der qualitativ hochwertigen Agrarerzeugung in Hamburg aus! Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten. Wir möchten daher die Agrarbetriebe unterstützen, dieses Marktpotenzial zukunftsorientiert zu nutzen.

Hierzu passt, dass die Freie und Hansestadt Hamburg seit dem 1. Dezember 2016 offizielles Mitglied des Bio-Städte-Netzwerks geworden ist. Das ist ein Netzwerk von Städten und Kommunen, die sich zum Ziel gesetzt haben den ökologischen Landbau, die Weiterverarbeitung von ökologischen  Produkten und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln verstärkt zu fördern, um somit zur regionalen Wertschöpfung beizutragen.

Nicht zu vergessen: Die öffentliche Verwaltung und öffentliche Einrichtungen sind große Abnehmer und bewirken wichtige Markteffekte. Die Stadt kann in ihrem Einflussbereich oder bei eigenen Veranstaltungen ökologische Produkte einsetzen und so wichtige Informations- und Motivationsarbeit leisten. Die Stadt positioniert sich, in dem sie mit guten Beispiel voran geht und darüber redet.

Auch außerhalb der Verwaltung hat der Prozess eine große Strahlkraft. Verbände, Vereine und andere Institutionen sowohl mit wirtschaftlichem als auch mit gesellschaftlichem Interesse am ökologischen Landbau haben den Beitritt sehr begrüßt. Sie suchen den Austausch und Kooperationen untereinander und mit der Verwaltung. Die erste öffentlichkeitswirksame Darstellung der Bio-Stadt-Idee wird im Rahmen der Fach- und Verbrauchermesse hamburg.bio erfolgen. Das besondere hieran ist, dass Akteure der Wirtschaft in eben dieser engen Kooperation mit der Stadt Hamburg die Veranstaltung geplant haben. Die Messe findet in der Handelskammer Hamburg in der Zeit vom 24. bis 26.02.2017 statt.

Weitere Informationen zur Messe: http://www.hamburg.bio/

HH-Öko-Aktionsplan2020

Pressemitteilung Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

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