31. Tschernobyl-Jahrestag: Widerstand weiterhin notwendig

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ruft anlässlich des 31. Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl (26. April) zum weiteren Widerstand gegen Atomkraftwerke und Atomanlagen im In- und Ausland auf.

 

Der Verband hält den sofortigen Atomausstieg zum Schutz der Bevölkerung für dringend erforderlich. Protestaktionen finden in diesen Tagen an mehreren AKW-Standorten statt.

Der BBU bezeichnet den Weiterbetrieb von AKW und Atomanlagen bundesweit und auch international als verantwortungslos. Der Verband warnt davor, dass sich jederzeit wieder eine schwere Atomkatastrophe ereignen kann. „Auch 31 Jahre nach Tschernobyl würden die Hilfskräfte eine derartige Katastrophe nicht bewältigen können. Katastrophenschutz ist wichtig, kann aber zur Bewältigung von Atomkatastrophen nicht funktionieren,“ mahnt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Betriebsgenehmigungen aufheben
Von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und von den für Atomanlagen zuständi­gen Landesministern fordert der BBU die sofortige Aufhebung aller Betriebsgenehmigun­gen der noch laufenden AKW und Uranfabriken. Der BBU bezeichnet es als unerträglich, dass noch immer mit Uranbrennstoff aus Gronau und Lingen Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und anderswo betrieben werden. „Diesem Nuklearspuk muss ein Ende bereitet werden“, so Udo Buchholz. Das Augenmerk des BBU gilt auch stillgelegten Atomkraftwerken. Der BBU lehnt die Verbringung von sogenanntem freigemessenen Atommüll auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen ab. „Freigemessen“ bedeutet, dass radioaktiv belasteter Abfall, der eine bestimmte Belastung unterschreitet, nicht mehr unter das Atomrecht fällt, sondern zu „normalem“ Müll erklärt wird und dann deponiert, verbrannt oder – das ist der größte Teil – frei verwertet werden darf. Damit erhöht sich zum einen die radioaktive Strahlung in der Umwelt, zum andern können die radioaktiven Stoffe eingeatmet werden oder in Nahrungsmittel gelangen. Bundesweit werden aus dem Abbau der Atomanlagen Hunderttausende von Tonnen dieses Abfalls anfallen.

Atomausstieg international notwendig
Der BBU hält es für dringend erforderlich, dass beim Thema Atomausstieg auch der Uranabbau nicht vergessen wird. Der BBU fordert daher auch die sofortige Stilllegung aller Uranminen in Australien, Kanada, Afrika und anderswo. International wird sich der BBU weiterhin gegen die oft grenzüberschreitenden Atomtransporte und gegen AKW und Atomanlagen in benachbarten, aber auch in entfernten Ländern, engagieren.

Aktionen zum 31. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe finden in diesen Tagen u. a. an den AKW-Standorten Philippsburg, Lingen und Neckarwestheim sowie in Mosbach in der Nähe des AKW Obrigheim statt. Am AKW Brokdorf wurde bereits am Samstag (23. April) für den sofortigen Atomausstieg demonstriert. In Philippsburg findet heute am 25. April von 17 Uhr bis 19.30 Uhr eine Mahnwache auf dem Marktplatz statt. In Lingen wird morgen am 26. April von 18 Uhr bis 18.30 Uhr mit einem Schweigekreis an die Tschernobyl-Katastrophe erinnert und vor den Gefahren der Atomanlagen in Lingen gewarnt. In Neckarwestheim findet morgen eine Mahn- und Protestaktion am Tor 1 des AKW statt (20.00 Uhr) und in Mosbach wird ebenfalls morgen von 18uhr bis 18.30 Uhr auf dem Kirchplatz eine Mahnwache durchgeführt.

Weitere Termine aus der Anti-Atomkraft-Bewegung unter: http://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm.
Informationen zum Thema Stromwechsel unter http://bbu-online.de, Direktlink:
http://bbu-online.de/EWS/EWS1.htm

Engagement unterstützen
Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter http://bbu-online.de, telefonisch unter 0228-214032
Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.
Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

Pressemitteilung BBU

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