Schlechtes Klima dank G20

NABU Hamburg: G20-Gipfel legt zu viel Gewicht auf Wirtschaftsthemen. Ohne intakte Umwelt sind die Ziele in Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit aber nicht zu erreichen

 

 

Ab heute treffen sich die Staatschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel in Hamburg. Diese Staaten sind zugleich die größten Umwelt- und Klimasünder. Der NABU fordert die „Global Leaders“ deshalb auf, mehr Verantwortung für Natur, Umwelt und Klimaschutz zu übernehmen. „Die 20 teilnehmenden Staaten verantworten eine globale Wirtschaftspolitik, deren ständiges Streben nach Wachstum und Profitmaximierung weltweit negative Einflüsse auf die Umwelt zur Folge hat und so die Lebensgrundlagen für Menschen und Tiere zerstört. Ein Umlenken ist dringend nötig“, fordert Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Nach Ansicht des NABU Hamburg wird bei dem G20-Gipfel – wieder einmal – zu viel Gewicht auf Wirtschafts- und Finanzthemen gelegt. Die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels und die Zerstörung der natürlichen Ressourcen werden ignoriert: Die Themen Artensterben, Luftverschmutzung und die Degradation der Böden spielen bei dem Treffen keine Rolle. Stattdessen geht es vornehmlich um Freihandel, der in vielen Fällen einen Angriff auf die Umweltstandards, aber auch auf die Gesundheit darstellt. „Es ist absurd, wie an den Symptomen von Ungerechtigkeit und Umweltverschmutzung herumgedoktert wird, ohne die Ursachen zu bekämpfen. Eine intakte Natur, saubere Luft und sauberes Wasser sind die Grundlage für unsere Gesundheit. Funktionierende Ökosysteme mit guten Böden und faire Arbeitsbedingungen Basis für Stabilität und Sicherheit. Die G20 sollten sich um die Sicherung dieser Grundlagen für das gute Leben kümmern, anstatt eine Wirtschaftsweise zu zementieren, die für die fast alle Probleme der Welt verantwortlich ist“, kritisiert Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Von Hamburg dürfen nicht nur wohlgemeinte Appelle an die Welt gesendet werden, so der NABU Hamburg. Die Vertreter der G20-Staaten sind aufgefordert, selber mit gutem Beispiel voran zu gehen, etwa beim Klimaschutz. Die G20 müssen, vor allem gegenüber den USA, klar machen, dass die Klimaverträge von Paris nicht verhandelbar sind. Allerdings sind weder das Gastgeberland Deutschland, noch die Stadt Hamburg hier an der Spitze einer ohnehin schleppenden Karawane, denn auch in Deutschland steigen die CO2-Emissionen anstatt zu sinken.

Der NABU Hamburg wird die deutsche G20-Präsidentschaft, die bis Ende September läuft, weiter kritisch begleiten. In Workshops, Infoveranstaltungen und im Web lädt der NABU zum Informieren, Diskutieren und Mitreden ein.

Weitere Informationen unter www.NABU-Hamburg.de/g20P

Pressemitteilung NABU Hamburg (7.7.)

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