Bücher zum Thema Glyphosat

Mit der Stimme Deutschlands hat die EU-Kommission in der letzten Woche die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat um weitere fünf Jahre beschlossen. Doch damit ist die Diskussion um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft nicht beendet, vielmehr nimmt sie derzeit wieder erheblich an Fahrt auf. Argumente und Hintergründe liefern zwei Bücher aus dem oekom verlag.

 

Die Debatte um Glyphosat zeigt: Geht es um Pestizide und andere synthetische Chemikalien, wird der Eindruck immer stärker, dass hier Daten geschönt und Bedenken ignoriert werden. Richtwerte, ab wann Pestizide schädlich (und damit verboten) sind, orientieren sich beispielsweise stets nach einem gesunden Erwachsenen. Dass ein Großteil der Bevölkerung, nämlich unsere Kinder, bei diesen Werten bereits massiv gefährdet sind, wird verschwiegen. Dabei bringen zahlreiche wissenschaftliche Studien den Einsatz von Pestiziden längst mit einem Anstieg von Krankheiten in Verbindung.

Ist das die Zukunft, die wir für unsere Kinder wollen? »Nein!«, sagt André Leu, einer der renommiertesten Experten zu Fragen rund um den Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft – und entlarvt in seinem am 26. Februar 2018 erscheinenden Buch »Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt« > nicht nur zahlreiche Mythen um die »sicheren« Pestizide, sondern weist auch einen Weg in eine pestizidfreie Landwirtschaft.

»Dieses Buch muss man lesen! Es ist ein Weckruf für uns alle.« Renate Künast

André Leu, »Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt«, 256 Seiten, Klappenbroschur, 20 Euro. Auch als E-Book erhältlich.


 Widerstand säen und wachsen lassen

Die Malser sind wild entschlossen: Ihr Dorf soll zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verbietet. Bei einer Volksabstimmung entschied sich eine Mehrheit für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co. Ein ungleicher Kampf beginnt: hier die 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, dort eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie.

In dem am 4. September 2017 erschienenen Buch »Das Wunder von Mals. Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet« > erzählt Filmemacher, Autor und Neu-Malser Alexander Schiebel die Geschichte dieses Aufstands. »Widerstand ist heute wichtiger denn je, man kann ihn lernen – wie Skifahren«, resümmiert er. Sein Buch ist das lebendige Porträt einer Gemeinde und ihrer widerspenstigen Heldinnen und Helden, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen möchten – und eine Anleitung für Aufständische, weit über die Grenzen Südtirols hinaus.

Alexander Schiebel, »Das Wunder von Mals. Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet«, 256 Seiten, Klappenbroschur, 19 Euro. Auch als E-Book erhältlich.

Pressemitteilung Oekom-Verlag München

siehe auch Meldung vom 11. Oktober auf dieser Seite: /2017/10/widerstand-saeen-und-wachsen-lassen/

und ein weiteres Buch zum Thema in den WUZ-Buchtipps vom Februar 2011: Marie-Monique Robin: Mit Gift und Genen, 508 Seiten, Taschenbuch im Goldmann-Verlag, 9,95 Euro

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