Mehr Verkehrsflächen aber weniger Bäume

Noch stehen Sie, die ortsbildprägenden Bäume, an denen sich jeder erfreut, der auf dem Bahnsteig Hoisbüttel auf seine U-Bahn wartet. Das Gelände neben der U- Bahn soll bis zur Georg Sasse-Straße bebaut werden, darüber sind sich alle einig. Über das Wie wird derzeit noch diskutiert.

 

Drei alte, traditionsreiche Bäume wachsen am Rand des geplanten Baugebiets: die Linde des historischen Gasthofs Lottbeker Krug von 1797 und zwei über 120 Jahre alte Blutbuchen. Alle drei Bäume sind im bisher gültigen Bebauungsplan als erhal- tenswert eingetragen und gemäß Ammersbeker Baumschutzsatzung geschützt. 1333 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift für ihren Erhalt eingesetzt. Die größere der beiden Blutbuchen soll aber gefällt werden. Und das, obwohl sie weder krank, noch die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Baumpflege, -sanierung und Baumbewertung, Dipl.-Ing. Henning Müller, schreibt dazu in seinem Gutachten vom 6.8.2017: „Weder hat die Vitalität der Buche abgenommen, noch ist der Stamm gerissen und eine ausgedehnte Faulstelle im Stamm ist auch nicht vor- handen. Auf Grund des Zustands heute kann davon ausgegangen werden, dass die Buche noch viele Jahrzehnte, vielleicht auch mehr als hundert Jahre stehen bleiben kann. Sie hat als großer, das Ortsbild prägender Baum eine wichtige Funktion und ist unbedingt erhaltenswert.“

Der Investor hatte daraufhin einen Bebauungsplanentwurf mit leicht verändertem Baukörper erstellt, so dass alle drei Bäume erhalten bleiben können. Nach § 5 (1) c der Ammersbeker Baumschutzsatzung darf eine Ausnahme oder Befreiung vom Fällverbot nur erteilt werden, wenn die Verschiebung des Baukörpers nicht möglich ist. Dennoch hat die Gemeindeverwaltung einen Planentwurf zur Diskussion gestellt, bei dem eben jene Buche gefällt werden soll. Auch kleinere Bäume am Bahndamm werden noch dran glauben müssen, denn der Anlieferungsweg für den Verbrau- chermarkt im Erdgeschoss und die Ausfahrt der Tiefgarage soll am Bahndammfuß entlang führen.

Ob sich die Gemeindevertretung über alle Bedenken hinwegsetzt, werden die Sitzungen von Bauausschuss und Gemeindevertretung am Dienstag, den 5.12.2017 im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde Ammersbek zeigen. Zu Beginn und am Ende der Sitzungen können Bürger jeweils Fragen stellen und Bedenken vorbringen.

Pressemitteilung NABU Ammersbek

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