ZeroWaste – Einkaufen ohne Plastik

Chinas Ankündigung, ihre Weltmüllkippe zu schließen, entfaltet seine Wirkung – wohin nun mit dem Müll? Deutschland hat bislang ca. 760.000 Tonnen Kunststoffabfälle nach China verschifft, das geht nun nicht mehr.

 

Die beiden Existenzgründerinnen Peymaneh Nottbohm und Maren Schöning, die Anfang August in Lemsahl-Mellingstedt einen unverpackt-Laden eröffnet haben, hoffen nun auf nachhaltige Lösungen.
Unverpacktes Einkaufen geht!
Bei den Kunden von „Ohne Gedöns“ funktioniert der Verzicht auf Plastikmüll sehr gut: „Zum Jahresende haben wir unsere Statistik angeschaut und festgestellt, dass wir seit der Eröffnung im August 7.000 Verpackungen eingespart haben. Dabei haben wir das Obst und Gemüse sowie die Molkereiprodukte noch nicht mal mitgezählt, da kommen noch einmal rund 1.500 Verpackungen hinzu“, freut sich Maren Schöning. Die Entscheidung, dieses Konzept aus der Innenstadt an den Stadtrand zu legen, hat sich also gelohnt. Peymaneh Nottbohm erklärt dazu: „Da wir beide hier leben, kennen wir diesen Stadtteil und die Walddörfer sehr gut. Wir hatten das Gefühl, dass die Zeit genau richtig ist, um den Laden in Lemsahl zu eröffnen. Die Menschen wohnen ganz bewusst ‚draußen‘, sie wissen um die Wichtigkeit von Natur und Umwelt, sind kritisch und hinterfragen vieles, nicht zuletzt auch die Plastikflut. Nahezu allen Kunden ist klar, dass wir jetzt dringend anfangen müssen, unsere Konsumgewohnheiten zu überdenken und zu verändern“.
Komplett verpackungsfrei?
Das Sortiment ist seit der Eröffnung von 400 auf aktuell rund 650 Produkte angewachsen. Das Portfolio zu erweitern ist auch eine Herausforderung, denn für die beiden Gründerinnen spielen sowohl die Größe und Material der Verpackung eine Rolle als auch der Transportweg. „Es wäre viel zu kurzsichtig gedacht und ist auch nicht unser alleiniges Ziel, nur auf der Endkundenseite Verpackung einzusparen. Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass alle aus der Komfortzone kommen müssen, in der ganzen Produktionskette muss etwas passieren. Zudem geben wir bei gleicher Qualität lokalen Anbietern den Vorzug“, erläutert Maren Schöning. Und so prüfen die Existenzgründerinnen sorgfältig, ob neue Produkte in das Konzept passen und im Sinne des nachhaltigen Konsums produziert und geliefert werden. Aus dem Grund kann es passieren, dass auch Kundenwünsche nicht sofort umgesetzt werden können.
Außerdem stehen die beiden Existenzgründerinnen in regem Austausch mit anderen
unverpackt-Läden, denn je mehr sich die zeroWaste Gemeinschaft zusammenschließt und austauscht, umso mehr Gehör können sie sich bei den Lieferanten verschaffen und ihre Ziele erreichen.
Verpackungsfreies Einkaufen spart Ressourcen – und Geld
„Wir werden oft gefragt, womit unsere Preise vergleichbar sind. Wir orientieren uns an den Preisen eines Biosupermarktes bzw. Bioartikeln eines Supermarktes. Zudem sparen wir Kosten durch die fehlende Verpackung, dies geben wir direkt an den Kunden weiter.“ Es lohnt sich also, seine Einkäufe bei Ohne Gedöns zu tätigen, bis auf Wurst, Käse und Fleisch bekommt man dort fast alle anderen Lebensmittel; außerdem noch Getränke, Haushalts- und Drogerieartikel, Eco-Fashion sowie Produkte Hamburger Designer.
Das Ziel ist, den Kunden zu zeigen, dass nachhaltiger Konsum nicht nur bei Lebensmitteln funktioniert. Walddörfer nehmen die neue Einkaufsalternative gern an – bis zum Sommer noch in Lemsahl, dann zieht der Laden zwei Stadtteile weiter nach Volksdorf.

Ohne Gedöns
Tannenhof 45
22397 Hamburg
www.ohnegedoenshamburg.de
Pressemitteilung Ohne Gedöns HH

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