Buchtipps Frühjahr 2018

Fit für die Zukunft? Dieser Frage widmen sich seit mehr als einem Jahr auch engagierte BürgerInnen und ExpertInnen aus Unternehmen, Wissenschaft, NGOs und der Zukunftsforschung. Die Initiative »D2030« hat davon ausgehend erstmalig alternative Szenarien für Deutschland im Jahr 2030 erarbeitet.
Geht es um die Zukunft, hat sich unsere Gesellschaft einem pragmatischen »Weiter so« verschrieben. Die Politik steuert auf Sicht, und Unternehmen drohen im digitalen Wettbewerb ihre Gestaltungschancen zu verspielen. Was uns fehlt, sind Visionen realistischer und lebenswerter Zukünfte, sagen die Autoren des am 19. März 2018 erscheinenden Buchs »Deutschland neu denken. Acht Szenarien für unsere Zukunft«. In Zeiten des Umbruchs brauchen wir Antworten auf Fragen wie diese: Können wir als Auto- und Industrieland unsere Stärken bewahren oder müssen wir uns neu erfinden? Führt die Digitalisierung zum Diktat globaler Konzerne oder in eine Welt neuer Freiheiten? Wie kann der soziale Zusammenhalt dauerhaft gesichert werden?
Das Buch versammelt die von der Initiative »D2030« erarbeiteten Zukunftsvisionen, zeigt, wie wir zukünftig miteinander leben und arbeiten könnten und skizziert strategische Leitlinien für ein zukunftsrobustes Handeln.

Klaus Burmeister, Alexander Fink, Beate Schulz-Montag, Karlheinz Steinmüller: »Deutschland neu denken. Acht Szenarien für unsere Zukunft«, Paperback, 248 Seiten, 24,00 Euro. Auch als E-Book erhältlich. Erschienen 3/2018


Höchste Zeit, auszusteigen!

Dieselskandal und Feinstaub-Alarm in den Städten sind nur die aktuellsten Negativschlagzeilen einer Entwicklung, von der eigentlich längst klar ist: So kann es nicht weitergehen! Erfahren Sie im dritten Band der erfolgreichen „Besser-leben-ohne“-Ratgeberreihe aus dem oekom verlag, warum „Besser leben ohne Auto“ kein leeres Versprechen ist, wie leicht der Einstieg in ein autofreies Leben gelingen kann und welche Fortbewegungsalternativen zur Verfügung stehen.
Ohne Auto leben? Bei vielen zeichnen diese Worte eher Ratlosigkeit oder Mitleid ins Gesicht. Warum tut man sich das an? Wie bringt man seine Einkäufe nach Hause? Was tun bei schlechtem Wetter? Dass der Autoverzicht problemlos möglich ist, glauben nur wenige – und doch zeigt allein die Tatsache, dass rund ein Viertel aller bundesdeutschen Haushalte keinen PKW besitzt, dass es offensichtlich auch gut „ohne“ geht.
Mit dem am 19. März 2018 erscheinenden Ratgeber »Besser leben ohne Auto« gelingt der Umstieg in ein autofreies Leben ohne Probleme – ob in der Stadt oder auf dem Land, als Familie oder Single. Denn das Angebot an anderen Fortbewegungsmöglichkeiten ist riesig: Statt im Autostau zu stehen, kommt man bequem mit dem topmodernen Dienstrad ins Büro; Lastenräder erleichtern den Alltag und mancher Weg lässt sich ebenso gut mit den eigenen Füßen erledigen. Mithilfe von Apps, die uns zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn durch die Stadt navigieren, kommt man ohne Auto stressfrei ans Ziel. Auch der Zugriff auf Sharingangebote ist mithilfe von Apps kinderleicht. Der Serviceteil am Schluss des Buches bietet jede Menge hilfreiche Adressen fürs clevere und entspannte „Überleben“ ohne Auto.
»Besser leben ohne Auto« bietet eine Menge leicht umsetzbarer Tipps – von der Wahl des passenden Fortbewegungsmittels im Alltag bis hin zu den Themen Reisen und Transport – und macht Lust, die eigene Bequemlichkeit zu überwinden und gleich loszulegen. Höchste Zeit also, „auszusteigen“ und das Auto abzuschaffen – den Mitmenschen, sich selbst und der Umwelt zuliebe!

autofrei leben! e.V., »Besser leben ohne Auto«, 128 Seiten, 14 Euro. Auch als E-Book erhältlich. Erschienen 3/2018

Der Verein autofrei leben! versteht sich als Sprachrohr und Interessenvertretung autofreier Menschen. Er setzt sich für alternative Wege der Mobilität und somit für eine starke Verringerung des motorisierten Individualverkehrs ein. Der Verein vernetzt autofreie Menschen und zeigt mit seiner ehrenamtlichen Arbeit die Vorteile eines Lebens ohne Auto auf.
Erhältlich ab dem 19. März 2018 im Buchhandel und unter www.oekom.de


Andere Wege in die Zukunft

Die Frage, wie die Zukunft sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden kann, beschäftigt viele. Ein wichtiger Aspekt dabei: Die Erneuerung unserer Demokratie. Denn angesichts von Parteienstreit, Politikverdrossenheit und Populismus könnte man meinen, die Demokratie sei am Ende. Doch das ist sie keineswegs, sagt Erich Visotschnig in seinem neuen Buch; sie arbeitet nur mit den falschen Mitteln!
In »Nicht über unsere Köpfe. Wie ein neues Wahlsystem die Demokratie retten kann« (ET 26. Februar 2018) zeigt der Autor die Schwächen des Mehrheitsprinzips auf und stellt mit seinem Konzept des Systemischen Konsensierens eine Alternative vor, die es Beteiligten ermöglicht, sich effektiver in Entscheidungsprozesse einzubringen. Dadurch entsteht eine neue demokratische Kultur, in der nicht länger Großkonzerne und kapitalstarke Interessengruppen, sondern die Menschen das Sagen haben.
Dieses Prinzip bewährt sich seit Jahren im privaten, wirtschaftlichen und politischen Bereich. Das Buch stellt gelungene Praxisbeispiele vor und erklärt, wie Systemisches Konsensieren eine erneuerte Demokratie ermöglicht.

Erich Visotschnig: »Nicht über unsere Köpfe. Wie ein neues Wahlsystem die Demokratie retten kann«, Paperback, 196 Seiten, 20,00 Euro. Auch als E-Book erhältlich.

Der Autor
Erich Visotschnig ist Mathematiker und Physiker. Er hat sich intensiv mit machtfreien Strukturen auseinandergesetzt und das Prinzip des Systemischen Konsensierens mitkonzipiert.


Billige Lebensmittel – gut für Verbraucher?

Ist es nicht schön, dass unsere Lebensmittel so billig sind? Doch die Preise sind nur deshalb so niedrig, weil sie die realen Kosten nicht abbilden. Diese werden auf Umwelt, andere Länder und kommende Generationen abgewälzt – und landen nicht selten über die Hintertür wieder bei uns: durch zusätzliche Belastungen des Gesundheitssystems oder die immer kostspieligere Aufbereitung von Trinkwasser.
Das am 26. Februar 2018 erscheinende Buch »Die Preise lügen. Warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen« gibt einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aspekte von Billig-Lebensmitteln, übt fundierte Kritik und zeigt konkrete Lösungsmöglichkeiten auf. Denn nur wenn die Folgekosten konventionell produzierter Lebensmittel berechnet und abgebildet werden, kann ein gerechtes Preissystem entstehen – »normal« wäre plötzlich teurer als »bio«, und wir würden automatisch kaufen, was am besten für uns und die Umwelt ist. Von der Umsetzung der zunehmend diskutierten »True Cost Accounting«-Ansätze würden alle profitieren: Produzenten, Konsumenten und Natur.
»Die Preise lügen« versammelt Beiträge zu verschiedenen Aspekten dieser neuen (und überfälligen) Art, Preise zu berechnen: Die Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva etwa untersucht die Kosten der industriellen Landwirtschaft in Indien; der Ökolandbau-Pionier Patrick Holden bilanziert die Gesundheitskosten, die durch das gegenwärtige Nahrungsmittelsystem entstehen; Minou Yussefi-Menzler von der Stiftung Ökologie und Landbau beleuchtet die Folgen des Pestizideinsatzes für unsere Trinkwasseraufbereitung; der Vordenker der Gemeinwohlökonomie-Bewegung Christian Felber erklärt, wie Gemeinwohl-Bilanzen ethisches Handeln unterstützen können.
Mit insgesamt 13 Beiträgen bietet das Buch wichtige Impulse für die aktuelle und dringend notwendige Diskussion über die wahren Kosten von Lebensmitteln. Es gibt einen umfassenden Überblick über ihre vielfältigen Aspekte und zeigt, wie wir zu ehrlichen und fairen Preisen kommen – und mit ihnen zu einer besseren Landwirtschaft.

Volkert Engelsman, Bernward Geier (Hrsg.): »Die Preise lügen. Warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen«, 168 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-96238-006-9, 16,00 Euro. Auch als E-Book erhältlich. Erschienen 2/2018

Der Ökonom Volkert Engelsman gründete 1990 das Bio-Unternehmen EOSTA. Sein Rückverfolgungssystem »Nature & More« erregte weltweit Aufmerksamkeit; aktuell betreibt er die Kampagne »Die wahren Kosten von Lebensmitteln«.
Bernward Geier forschte als Agrarwissenschaftler am Institut für Biolandbau an der Uni Kassel. Er war 18 Jahre Direktor des Weltdachverbands der biologischen Landbaubewegung (IFOAM). Heute ist er Aktivist, Filmemacher, Journalist und Buchautor.


Zwei Bücher zum Thema Glyphosat:

Daten geschönt und Bedenken ignoriert

Mit der Stimme Deutschlands hat die EU-Kommission in der letzten Woche die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat um weitere fünf Jahre beschlossen. Doch damit ist die Diskussion um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft nicht beendet, vielmehr nimmt sie derzeit wieder erheblich an Fahrt auf. Argumente und Hintergründe liefern zwei Bücher aus dem oekom verlag.
Die Debatte um Glyphosat zeigt: Geht es um Pestizide und andere synthetische Chemikalien, wird der Eindruck immer stärker, dass hier Daten geschönt und Bedenken ignoriert werden. Richtwerte, ab wann Pestizide schädlich (und damit verboten) sind, orientieren sich beispielsweise stets nach einem gesunden Erwachsenen. Dass ein Großteil der Bevölkerung, nämlich unsere Kinder, bei diesen Werten bereits massiv gefährdet sind, wird verschwiegen. Dabei bringen zahlreiche wissenschaftliche Studien den Einsatz von Pestiziden längst mit einem Anstieg von Krankheiten in Verbindung.
Ist das die Zukunft, die wir für unsere Kinder wollen? »Nein!«, sagt André Leu, einer der renommiertesten Experten zu Fragen rund um den Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft – und entlarvt in seinem am 26. Februar 2018 erscheinenden Buch »Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt« nicht nur zahlreiche Mythen um die »sicheren« Pestizide, sondern weist auch einen Weg in eine pestizidfreie Landwirtschaft.
»Dieses Buch muss man lesen! Es ist ein Weckruf für uns alle.« Renate Künast

André Leu, »Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt«, 256 Seiten, Klappenbroschur, 20 Euro. Auch als E-Book erhältlich. Erschienen 2/2018

Widerstand säen und wachsen lassen

Die Malser sind wild entschlossen: Ihr Dorf soll zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verbietet. Bei einer Volksabstimmung entschied sich eine Mehrheit für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co. Ein ungleicher Kampf beginnt: hier die 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, dort eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie.
In dem am 4. September 2017 erschienenen Buch »Das Wunder von Mals. Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet« erzählt Filmemacher, Autor und Neu-Malser Alexander Schiebel die Geschichte dieses Aufstands. »Widerstand ist heute wichtiger denn je, man kann ihn lernen – wie Skifahren«, resümmiert er. Sein Buch ist das lebendige Porträt einer Gemeinde und ihrer widerspenstigen Heldinnen und Helden, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen möchten – und eine Anleitung für Aufständische, weit über die Grenzen Südtirols hinaus.

Alexander Schiebel, »Das Wunder von Mals. Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet«, 256 Seiten, Klappenbroschur, 19 Euro. Auch als E-Book erhältlich. Erschienen 9/2017

siehe auch Meldung vom 11. Oktober 17 auf dieser Seite: /2017/10/widerstand-saeen-und-wachsen-lassen/

und ein weiteres Buch zum Thema vom Februar 2011 (nach unten scrollen): Marie-Monique Robin: Mit Gift und Genen, 508 Seiten, Taschenbuch im Goldmann-Verlag, 9,95 Euro

Pressemitteilungen Oekom Verlag, München

Dieser Beitrag wurde unter Buchtipp, Ernährung / Agrar / Gesundheit, Klima / Energie / Umwelt, Nachhaltigkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.