BUND legt neuen Fluglärmreport vor

Der Hamburger Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute seinen zweiten Fluglärmreport für den Flughafen Hamburg
vorgestellt. Darin kommt der Umweltverband zu dem Ergebnis, dass das Jahr 2017 mit einem „Lärmteppich“ von 14,7 km2 das lauteste Flugjahr seit über 15 Jahren war.

 

Als Fluglärmteppich bezeichnet man die Ausdehnung des von den Starts und Landungen
verursachten Lärms in den sechs verkehrsreichsten Monaten eines Jahres.
Für Martin Mosel, Sprecher des länderübergreifenden Arbeitskreises „Luftverkehr“ im
BUND Hamburg, ist diese Entwicklung nicht länger zumutbar: „Die Belastung der
Anwohner eilt von Rekord zu Rekord. 2016 war schon unerträglich, 2017 stellt aber
alles in den Schatten. Der Betrieb eines innerstädtischen Flughafens kann so nicht
weitergehen.“
Zusätzlich zu der insgesamt gestiegenen Lärmbelastung weisen laut BUND auch die
nächtlichen Flugbewegungen neue Maximalwerte auf. So gab es in 2017 8.404 Starts
und Landungen nach 22 Uhr, davon 1.229 zwischen 23 Uhr und 6 Uhr und damit
außerhalb der offiziellen Betriebszeiten. In den Monaten Juni, Juli, August und
September wurde an gerade mal drei Nächten das Betriebszeitende von 23 Uhr
eingehalten. Hauptverursacher dieser Entwicklung sind vor allem sogenannte
Billigflieger wie etwa EasyJet und Eurowings. Billigflieger produzieren laut BUND drei
von vier verspäteten Flügen außerhalb der derzeit geltenden Betriebszeit.
Der BUND fordert nun die Stadt Hamburg als Mehrheitseigner am Flughafen Hamburg
auf, ein konsequentes Nachtflugverbot ab 22 Uhr umzusetzen. Mit diesem Anliegen
hatte der Umweltverband bereits im letzten September eine Volkspetition an die
Hamburger Bürgerschaft übergeben. „Die Rechnung der Bürgerschaft ist nicht
aufgegangen. Punktepläne, Pünktlichkeitsoffensive und neue Entgeltordnung bringen
erkennbar nichts. Im Gegenteil, der Fluglärm hat sogar massiv zugenommen. Wir
erwarten jetzt ein Nachtflugverbot ab 22 Uhr und keine weiteren
Vertröstungsaktionen“, stellt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND
Hamburg, klar.
Den neuen Fluglärmreport 2017 ist zu finden unter: www.bund-hamburg.de

Pressemitteilung BUND HH


Rot-Grün nimmt Fluglärmschutz ernst

Heute hat der BUND seinen Report zum Fluglärmschutz vorgelegt und seine Forderung nach einer Ausweitung des Nachtflugverbotes am Hamburger Flughafen unterstrichen. Der Umweltausschuss wird Donnerstag die Petition des BUND im Umweltausschuss beraten und hat dafür eine Expertenanhörung angesetzt. Die Regierungsfraktionen nehmen das Anliegen des Umweltverbandes ernst und begrüßen eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Fluglärmschutz noch weiter in Hamburg verbessert werden kann.

Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion und Mitglied in der Allianz für Fluglärmschutz: „Der Fluglärmschutz ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Deshalb haben wir in der letzten Legislaturperiode mit allen Fraktionen den 16-Punkte-Plan beschlossen. Dadurch wurden viele Verbesserungen angeschoben, wie die Einführung der Allianz für den Fluglärmschutz, in der ein intensiver Austausch zwischen dem Flughafen, den Betroffenen, der Verwaltung und der Politik stattfindet. Wir haben die Fluglärmschutzbeauftragte maßgeblich gestärkt und verselbstständigt. Das hat dazu geführt, dass die Fluglärmschutzbeauftragte bundesweit einmalige Gegenmaßnahmen ergriffen hat und seit kurzem Strafzahlungen inklusive Gewinnabschöpfung an Airlines verhängt, die die Nachtruhe wiederholt nicht eingehalten haben. Dennoch muss man konstatieren: Der Fluglärmreport des BUND weist zu Recht darauf hin, dass sich die Verspätungssituation weiter verschlechtert hat. Dies ist nicht hinnehmbar. Auch wir finden, dass sich die Zahl der verspäteten Flüge reduzieren muss. Deshalb holen wir am Donnerstag die Meinung der Experten ein und werden weitere Maßnahmen diskutieren, um den Fluglärmschutz zu verbessern.“

Dazu Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion und Mitglied in der Allianz für Fluglärmschutz: „Wir können die Kritik an der Verspätungs- und Lärmsituation am Hamburger Flughafen durchaus nachvollziehen. Wir setzen darauf, dass zum Beispiel die erhöhten Landegebühren für Verspätungen aber auch das harte Durchgreifen mit Ordnungswidrigkeitenverfahren jetzt Schritt für Schritt Wirkung zeigen. Auch der Flughafen stellt sich seiner Verantwortung. Um die Akzeptanz unseres innerstädtischen Flughafens weiter zu gewährleisten, muss es das Ziel sein, einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Standortinteressen und den Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner herzustellen – dem dient auch die gute Zusammenarbeit in der Allianz für den Fluglärmschutz. Mit allen Fragen rund um die Fluglärmsituation sowie mit der Volkspetition werden wir uns am Donnerstag im Rahmen einer Expertenanhörung im Umweltausschuss noch einmal intensiv befassen.“

Pressemitteilung der rot-grünen Bürgerschaftskoalition


Thering: Rot-Grüne Untätigkeit beim Kampf gegen den Fluglärm schwächt den Flughafen und belastet die Anwohner immer mehr

Zur Vorstellung des Fluglärmreports 2017 erklärt Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Durch die rot-grüne Verweigerungshaltung im Kampf gegen den Fluglärm wird die Akzeptanz des innerstädtischen Großflughafens unnötigerweise immer weiter geschwächt. Die neuen Rekordzahlen bei den Verspätungen nach 23 Uhr zeigen deutlich, dass es mit netten Worten nicht mehr getan ist. Jetzt müssen endlich wirksame und vor allem spürbare Maßnahmen vom Senat ergriffen werden. Der Hamburger Flughafen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt. Deshalb ist es wichtig, dass es endlich zu einem fairen Interessenausgleich zwischen dem Flughafen und den vom Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern kommt. Wir setzen uns seit Jahren dafür ein, dass die Akzeptanz für den innerstädtischen Großflughafen erhalten bleibt. Aus diesem Grund haben wir eine Expertenanhörung durchgesetzt, die klären soll, welche weiteren Maßnahmen zur Reduzierung des Fluglärms ergriffen werden müssen. Eines bleibt aber festzuhalten: Hätten SPD und Grüne den von der CDU initiierten und in der Bürgerschaft einstimmig beschlossenen 16-Punkte-Plan konsequent umgesetzt, wäre es beim Thema Fluglärm längst leiser!“

Pressemitteilung Dennis Thering (MdHB, CDU)

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