Greenpeace demonstriert vor VW-Hauptversammlung

Für einen schnelleren Umstieg auf saubere, klimafreundliche Autos demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute vor der VW-Hauptversammlung in Berlin. „VW: Sauber werden!“ fordern die Umweltschützer vor dem Berliner CityCube, wo erstmals der neue VW-Chef Herbert Diess den Aktionären Frage und Antwort steht.

 

Zweieinhalb Jahre nach Beginn des Dieselskandals hat der Konzern den Abgasbetrug noch immer nicht vollständig aufgeklärt. Gleichzeitig plant das Unternehmen den Ausstieg aus klimaschädlichen Diesel und Benziner langsamer, als es deutsche und internationale Klimaziele nötig machen. „Herbert Diess muss bei VW endlich ein Großreinemachen anstoßen“, sagt Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. „Der Konzern muss schneller auf saubere Formen der Mobilität umstellen und schon heute das Ende des Verbrennungsmotors einleiten.“

Die Klimaverantwortung von VW als weltweit größten Autobauer unterstreicht Greenpeace mit einer heute veröffentlichten Kalkulation: Alle zehn Millionen im vergangenen Jahr verkauften Pkw des VW-Konzerns stoßen über ihre gesamte Laufleistung von durchschnittlich 250.000 Kilometer mit 305 Millionen Tonnen mehr CO2 aus, als ganz Spanien in einem Jahr (272 Mio. t). Die Berechnung zur Klimaverantwortung der Konzerne online: https://act.gp/2w4evMq

Volkswagens E-Auto-Ziele zu niedrig für Klimaziele

VW hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 etwa ein Viertel seiner weltweit verkauften Autos mit Elektroantrieb auszuliefern. In Deutschland jedoch wird die Abkehr von Diesel und Benzinern deutlich schneller ablaufen. In den kommenden zwölf Jahren muss der Verkehr seinen CO2-Ausstoß um mindestens 40 Prozent senken. So hat es die Bundesregierung in einem Klimaschutzplan festgelegt, der im kommenden Jahr als Klimagesetz festgeschrieben wird. Laut Umweltbundesamt müssten dazu bis 2030 etwa zwölf Millionen Diesel und Benzinern durch Elektroautos ersetzt werden. Dies entspricht einer jährlichen E-Auto-Quote unter den Neuanmeldungen von etwa einem Drittel, ab sofort. 2017 waren weniger als 1 Prozent der neu gemeldeten Autos E-Autos. „Wenn VW im Jahr 2025 noch drei von vier Autos mit Verbrennungsmotor ausliefert, dann produziert der Konzern gegen den Klimaschutz, gegen den Markt und damit auch gegen die Sicherheit seiner Arbeitsplätze“, so Schinerl. „VW braucht ein neues Geschäftsmodell, das auf saubere und leichtere Pkw setzt und auf weniger Autos, dafür aber neue Mobilitätsdienstleistungen.“

Weltweit beschleunigt sich der Ausstieg aus klima- und gesundheitsschädlichen Verbrennungsmotoren. China, weltgrößter Automarkt, führt eine schrittweise steigende Quote für E-Autos ein. Städte wie Paris, Rom, Madrid oder Athen lassen künftig keine Dieselautos mehr zu. Norwegen will bereits 2025 gar keine neuen Verbrenner mehr zulassen, Frankreich ab 2040, und Großbritannien diskutiert, den angekündigten Ausstieg zehn Jahre vorzuziehen auf 2030.

Pressemitteilung Greenpeace

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