Bezirk soll gemeinschaftliches Wohnen fördern

Wohngemeinschaften sind nicht erst seit der 1968er-Jahren ein beliebtes Modell zum Zusammenleben. Inzwischen ist aber nicht nur das Wohnen mit Gleichgesinnten oder Gleichaltrigen in hippen WGs das Ziel der Menschen. Durch den sich immer stärker auswirkenden demographischen Wandel und durch gesellschaftliche Werteverschiebungen, sind heute ganz andere Wohnformen gefragt.

Die rot-grüne Koalition in Wandsbek möchte daher bei Ausschreibungen von städtischen Wohnungsbauflächen Elemente von gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnformen stärker berücksichtigen und entsprechende Wohnprojekte durch geeignete Maßnahmen besonders unterstützen. Einen entsprechenden Antrag hat die GRÜNE Fraktion Wandsbek zur heutigen Bezirksversammlung zur Debatte angemeldet.

Maryam Blumenthal, Fachsprecherin für Soziales der GRÜNEN Fraktion in Wandsbek: „Die klassische Kernfamilie als früher wichtigstes Haushaltsmodell auf dem Wohnungsmarkt verliert immer mehr an Bedeutung. Gerade in Großstädten wächst der Bedarf an Single und auch 2-Personen-Haushalten. Als natürliche Gegenbewegung sind vielfach private Initiativen und Projekte mit neuen, alternativen Wohnformen zu beobachten. Im Quartier Spreefeld Berlin oder Oase 22 in Wien gibt es dafür eindrucksvolle Beispiele. Hier wollen wir auch für den Bezirk Wandsbek unterstützend eingreifen und das gemeinschaftliche und vor allem das generationenübergreifende Wohnen fördern.“

Marlies Riebe, Mitglied der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Kernstück dieser Wohnformen sind Gemeinschaftsräume mit unterschiedlichen Funktionen, hier können Menschen ihren Wunsch nach Gemeinschaft und sozialem Austausch ausleben und so der Vereinsamung entgehen. Deswegen unterstützen wir als SPD-Fraktion diese Wohnformen.“

Hintergrund:

Unterschiedliche Wohnprojekte im In- und Ausland haben gezeigt, dass durch gemeinschaftliche Wohnformen die Lebensqualität der Bewohner steigen kann (z.B. Spreefeld Berlin oder Oase 22 in Wien). Ziel dieser Projekte ist es, ein Wohnquartier zu schaffen, in dem neben einer baulichen Struktur, die die Möglichkeit für gemeinschaftliches Wohnen über mehrere Generationen eröffnet, der Schwerpunkt auf dem Angebot an hochwertigen Freiräumen und gemeinschaftlichen Einrichtungen liegt; zum Teil ergänzt um Räume für gewerbliche und öffentliche Nutzungen. Bei diesen Wohnformen wird der individuelle (klassische) Wohnraum zugunsten eines gemeinsamen Miteinanders in Gemeinschaftsräumen unterschiedlichster Art (z.B. Ess-, Aufenthalts-, Sport-, Hobby, Spiele- oder Leseräume, und Gewerbe zum Miteinander von Wohnen und Arbeiten) reduziert. Somit können die Bewohnerinnen und Bewohner Gemeinschaft erleben und gleichzeitig ihre Privatsphäre erhalten.

Informationen über die beiden Modellquartiere:

https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/zielgebiete/donaustadt-aspern/oase22.html
http://www.wohnprojekte-portal.de/projekte-suche/projektdetails.html?uid=20292

Pressemitteilung rot-grüne Koalition in Wandsbek

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