Harley Days – Viel Lärm für nichts

Zum Abschluss der Harley Days findet am kommenden Sonntag wieder eine Motorradparade statt. Die Motorräder werden erneut für gesundheitsgefährlich hohe Lärmbelastung sowie erheblich erhöhte Feinstaubkonzentrationen sorgen. In den letzten Jahren hatte es immer wieder Proteste über die lärmenden Maschinen gegeben.

 

Dass die diesjährige Route vornehmlich abseits der Wohnviertel unserer Stadt geführt wird, wertet der NABU als ersten Erfolg seiner Bemühungen, den Hamburgerinnen und Hamburgern diese Zusatzbelastung zu ersparen.

„Diese Veranstaltung ist nichts für die Stadt. Maschinen, die zur zusätzlichen Lärmerzeugung baulich extra angepasst werden gehören aber auch andernorts nicht auf die Straße“, so Sönke Diesener, Referent für Umweltpolitik beim NABU Hamburg. Neben den Anwohnern, die in diesem Jahr insbesondere in den Straßenschluchten der HafenCity betroffen sein werden, sollten auch die Zuschauer entlang der Strecke ihre eigene Gesundheit im Blick haben. Denn die bis zu 100dB lauten Maschinen stellen eine ersthafte Gesundheitsgefährdung dar. Besonders für Kinder, aber auch für Erwachsene. Die Lautstärke bei der Harley-Parade ist in die Lärmstufe III einzuordnen. Selbst eine kurzfristige Lärmbelastung dieser Stufe kann bleibende Gesundheitsschäden verursachen. Bereits ab einem Schalldruckpegel von 85db ist am Arbeitsplatz ist ein Gehörschutz vorgeschrieben.

Nach Einschätzung des NABU ist es nicht akzeptabel, dass überhaupt Verkehrsmittel zugelassen werden, deren Motorengeräusche lauter sind, als sie sein müssten um ihren eigentlichen Zweck, den eigenen Antrieb zu gewährleisten. Aber selbst bei den aus Umwelt- und Gesundheitssicht viel zu hohen Grenzwerten, nach denen die Maschinen zuglassen werden, gibt es erhebliche Zweifel. So bestätigte die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen, dass das Kraftfahrtbundesamt binnen fünf Jahren nur ein einziges Motorradmodell einer Überprüfung hinsichtlich der in der Zulassung genannten Schallemissionen unterzogen hat. „Das Umweltbundesamt kritisierte jüngst, dass das Kraftfahrtbundesamt seine Handlungsspielräume nicht nutzt, um zu laute Fahrzeuge und Bauteile aus dem Verkehr zu ziehen. Hier sieht der NABU vor allem zum Schutz der menschlichen Gesundheit dringenden Handlungsbedarf“, so Diesener. Um die Hamburgerinnen und Hamburgern nicht der zusätzliche Lärmbelastung durch die Mot!
orradparade auszusetzen, fordert der NABU die zuständigen Behörden auf, diese Veranstaltung im nächsten Jahr nicht wieder zu genehmigen und bis dahin die Einhaltung der Lärmgrenzwerte durch die vielen Motorräder effektiv zu kontrollieren.

Lärm stellt eine der größten Umweltbelastung der heutigen Zeit dar und macht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachweislich krank. Durchgehender, aber auch punktueller Lärm führt zu Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Schlafstörungen und sinkender Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. Gerade das sehr sensible Gehör von Kindern, ist bei den Lautstärken, die tausende von Bikern erzeugen, stark gefährdet.

Pressemitteilung NABU HH

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