„Klimapolitischer Offenbarungseid“

Greenpeace-Kommentar zum Klimaschutzbericht 2017: Ohne zusätzliche Maßnahmen wird Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020 deutlich weiter verfehlen als bislang befürchtet. Statt den CO2-Ausstoß bis 2020 wie versprochen um 40 Prozent zu senken, werden nach heutigem Stand lediglich 32 Prozent erreicht. Dies geht aus dem Klimaschutzbericht 2017 hervor, den das Kabinett heute verabschiedet.

 

Demnach wird Deutschland 2020 etwa 100 Millionen Tonnen CO2 mehr ausstoßen als zugesagt.

Es kommentiert Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace:

„Für Angela Merkel ist der Bericht ein klimapolitischer Offenbarungseid. Noch im Wahlkampf hat die Kanzlerin persönlich versprochen, Deutschland werde sein Klimaziel 2020 erreichen. Nun ist für jeden offensichtlich, dass die Bundesregierung meilenweit von diesem Ziel entfernt ist.

Während der Klimawandel sich auch in Deutschland beschleunigt, handelt Angela Merkel quälend langsam. Umso dringender muss die Kohlekommission ihren klimapolitischen Auftrag erfüllen. Nur wenn schon vor 2020 die schmutzigsten Kohlemeiler vom Netz gehen, kann die Klimalücke zügig geschlossen werden. Und nur wenn die Bundesregierung schon heute den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor angeht, bleibt der Verkehrssektor nicht länger das Schmuddelkind im Klimaschutz.“

Pressemitteilung Greenpeace

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