Klimaschutz macht raschen Umstieg auf saubere Antriebe nötig

Ab dem Jahr 2025 dürfen in Europa keine weiteren Diesel- und Benzin-Pkw mehr zugelassen werden, damit auch der Verkehr seinen Teil zum Erreichen der Zielen des Pariser Klimaabkommens leistet. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag von Greenpeace. Bis 2035 müssen zudem 80 Prozent des konventionellen Fahrzeugbestands in der EU sowie Norwegen und der Schweiz ersetzt werden.

 

Wo immer möglich soll dies durch einen Umstieg auf ein verbessertes Angebot an Bus, Bahn und Radverkehr geschehen, wo auf das Auto nicht verzichtet werden kann, müssen diese mit Batterie oder Brennstoffzelle angetrieben werden. „Diese kurzfristige Umstellung ist sehr ambitioniert“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Verkehrspolitiker und Autokonzerne haben die Herausforderung der Klimaerwärmung jahrelang ignoriert. Jetzt führt kein Weg an schnellem Handeln vorbei.“ Zur Studie: https://bit.ly/2OA8Sus.

In Europa und auch in Deutschland ist der Verkehr der einzige Bereich, in dem der CO2-Ausstoß seit 1990 nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen ist. Entsprechend groß sind nun die Herausforderungen im Klimaschutz. Mit dem Klimaschutzplan 2050 hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Ausstoß an Treibhausgasen aus dem Verkehr bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken. Die in dieser Woche gestartete Nationale Plattform „Zukunft der Mobilität“ soll unter Federführung von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Maßnahmen entwickeln, wie dieses Ziel erreicht wird. „Diese Studie formuliert einen klaren Auftrag für Minister Scheuer. Seine nun endlich startende Plattform muss den schnellen Wechsel weg von Diesel und Benzinern hin zu sauberen Antrieben organisieren“, so Stephan. „Eine solche Verkehrswende wird Städte sauber, sicherer und letztlich lebenswerter machen sowie einen enormen Innovationsschub in der Autoindustrie auslösen.“

EU-Flottengrenzwerte ungeeignet für Klimaschutz im Verkehr

Heute diskutieren eine Arbeitsgruppe der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel, darüber, wie die CO2-Flottengrenzwerte bis zum Jahr 2030 fortgeschrieben werden. Während die Europäische Kommission bis 2030 lediglich 30 Prozent weniger CO2 verglichen mit 2021 vorschlägt, fordern der Umweltausschuss des europäischen Parlaments und einige Mitgliedsstaaten 45 bis 70 Prozent. Die Studie zeigt, dass auch diese ambitionierten Vorschläge für die künftigen EU-Flottengrenzwerte nicht reichen, damit der Verkehr einen fairen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen leistet. Dazu müsste der Grenzwert bis spätestens 2028 auf null sinken, wie die DLR-Studie zeigt.

Pressemitteilung Greenpeace

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