Vortragsreihe bei Greenpeace

Zweimal im Jahr – im März und September – bietet die Hamburger Greenpeace-Gruppe eine mehrwöchige Vortragsreihe in der Hafencity, Hongkongstraße 10 an. Die Vorträge finden Mittwochs um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

 

 

IWC gegen Walschutzgebiet im Südatlantik / Greenpeace-Kommentar

Gegen ein Walschutzgebiet im Südatlantik haben heute (11.9.) die Mitgliederstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) gestimmt. Nur 39 der 67 abstimmenden Länder unterstützten auf der IWC-Tagung in Brasilien die sogenannte Florianópolis-Deklaration, eingebracht vom Gastgeberland. 25 stimmten dagegen, drei enthielten sich. Eine Dreiviertelmehrheit wäre erforderlich gewesen. Es kommentiert Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack:
„Der Muff vergangener Walfangzeiten hängt hartnäckig über der IWC. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Kommission wieder nicht zu einem südatlantischen Walschutzgebiet durchringen konnte. Hinter dieser herben Enttäuschung steckt eine kleine Gruppe von Ländern, die alles daran setzt, wieder auf kommerzieller Ebene Wale abzuschlachten. Ein Walschutzgebiet im Südatlantik wäre ein klares Signal für die Modernisierung der Internationalen Walfangkommission gewesen. Eine Erneuerung der IWC ist überfällig, um die sanften Riesen der Meere vor Bedrohungen wie Fischerei, Klimakrise, Unterwasserlärm und Plastikmüll zu schützen. Walfang gehört ins Geschichtsbuch. Die IWC muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen.“

​Hintergrund:

Im 20. Jahrhundert sind weltweit etwa 3 Millionen Wale getötet worden – 71 Prozent von ihnen wurden auf der Südhalbkugel gejagt. Die Einrichtung eines Walschutzgebiets im Südatlantik wurde erstmals 1998 vorgeschlagen, um die Erholung der Populationen verschiedener Walarten in dieser Region zu gewährleisten. Dies wurde wiederholt abgelehnt und ist von den Regierungen einiger IWC-Mitgliedsstaaten blockiert worden, darunter auch Japan und Norwegen. In diesem Jahr ist der Vorschlag für ein Walschutzgebiet im Südatlantik aktualisiert und um einen Managementplan erweitert worden, der auf den Empfehlungen des Wissenschaftsrats der IWC basiert. Das südatlantische Walschutzgebiet würde die Wale vor jeglicher kommerzieller Jagd schützen und lediglich Aktivitäten wie Whale Watching ermöglichen. Wale legen lange Strecken zurück: die Nahrungsgründe der Wale auf der Südhalbkugel liegen in der Antarktis, ihre Kinderstube hingegen in wärmeren tropischen Gewässern. Weil das vorgeschlagene Schutzgebiet im Südatlantik an das Walschutzgebiet im Südpolarmeer gegrenzt hätte, hätte eine Zusammenlegung der Gebiete den Walen einen weiträumigen Zufluchtsort gesichert.


Veranstaltungen

Offshore–Windparks Fluch oder Segen? 26.09.2018 19:30Uhr: Für die Energiewende ist es sehr wichtig, wenn Deutschland und viele andere Länder aus fossilen Energieträgern und der gefährlichen Atomenergie aussteigen wollen. In dem Vortrag sollen die verschiedenen Standpunkte von Befürwortern sowie Kritikern der Offshore-Windenergie untersucht werden.
Vortrag: Wolfgang Molwitz
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Lebensmittelverschwendung stoppen! 10.10.2018 19:30Uhr: Es werden jährlich Millionen Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen. Das Wegwerfen passiert sowohl auf der gesamten Erzeugerkette als auch bei jedem Einzelnen zu hause.
Jeder kann etwas dagegen tun. Wir stellen Hintergründe dar und geben ganz konkrete Tipps, um diesen nicht haltbaren Umstand zu bessern.
Vortrag: Horst Hühn
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Handelsabkommen und kein Ende: 17.10.2018 19:30Uhr: Ein umstrittenes Freihandelsabkommen folgt auf das nächste: 2015 sorgte TTIP (EU-USA-Abkommen) für Schlagzeilen, 2016 war es CETA (EU-Kanada-Abkommen). Im Juni 2017 kam JEFTA dazu. Das Abkommen zwischen der EU und Japan wird im Geheimen verhandelt und bedroht europäische Umwelt- und Verbraucherstandards. Ohne geleakte Verhandlungsdokumente wüssten wir so gut wie nichts über das Abkommen.
Trotz dieser Vorgänge spielen die Abkommen in der breiten Öffentlichkeit aktuell keine große Rolle. Die mediale Aufmerksamkeit ist gering. Doch die Verhandlungen gehen weiter. Der Vortrag soll einen Überblick über die Freihandelsabkommen und deren Verhandlungsstand geben. Außerdem sollen die wichtigsten Kritikpunkte erläutert werden, sowie analysiert werden, wie diese Abkommen noch zu verhindern sind.
Vortrag: Matthias Flieder
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Das Wattenmeer – Wild und wunderschön: 24.11.2018 19:30Uhr: Das Wattenmeer der Nordsee zwischen dem niederländischen Den Helder und dem dänischen Esbjerg ist das größte zusammenhängende Wattgebiet der Welt und gehört zu den letzten großen weitgehend naturbelassenen Landschaften Mitteleuropas. Ebbe und Flut im ständig wiederkehrenden Wechsel sowie Wind und Wetter bestimmen hier das Leben. Was auf den ersten Blick nicht gerade einladend aussieht, ist das Zuhause für mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten.
Seit den 80er Jahren steht das Wattenmeer als Nationalpark unter Schutz, 2009 hat die UNESCO weite Teile sogar als Weltnaturerbe ausgezeichnet.
Der Vortrag widmet sich nicht nur der Geschichte und den Bewohnern dieses spannenden Lebensraums, sondern geht auch der Frage nach, ob die Bemühungen um den Schutz des Wattenmeeres ausreichen, um dieses einzigartige Ökosystem dauerhaft zu bewahren.
Vortrag: Barbara Gutzeit

Wellemachen gegen den Müll im Meer: 07.11.2018 19:30Uhr: Immer größere Mengen von Plastikmüll verschmutzen zunehmend die Weltmeere. Müll aus der Fischerei, der Seefahrt, Überreste von Picknicks, aber auch riesige Mengen mikroskopisch kleiner Plastikteilchen aus Kosmetika gelangen in die Meere vor unserer Haustür.
Der Vortrag zeigt mit vielen Fotos und kurzen Filmsequenzen die Ausmaße des Müllproblems und die Gefahren für Meerestiere und die Gesundheit der Menschen.
Greenpeace hat in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Aktionen das Müllproblem sichtbar gemacht und Forderungen an die Politik und die Industrie gerichtet jetzt zu Handeln. Darüber hinaus kann jede und jeder selber aktiv werden gegen noch mehr Plastikmüll!
Vortrag: Lothar Hennemann
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Leere Meere? Weltweite Fischerei und die Folgen: 14.11.2018 19:30Uhr: Fisch ist nicht nur nachgefragtes Lebensmittel, sondern für viele Menschen auch wirtschaftliche Lebensgrundlage. Durch die weltweite Nutzung der lebenden „Ressource“ Fisch entstehen jedoch Probleme, für die aktuell Lösungen gefunden werden müssen. Hochtechnisierte Fangmethoden sorgen nicht nur für die Überfischung vieler Bestände, sondern haben auch soziale Folgen.
Der Vortrag behandelt den Fisch als Teil unseres Ökosystems, gibt einen Einblick in die Fangmethoden und versucht Lösungsansätze aufzuzeigen. Kann Aquakultur eine Alternative sein? Wie kann eine nachhaltige Fischerei aussehen? Und vor allem: Was können wir tun?
Vortrag: Svenja Bachert
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Mobilität – frischer Wind für die City! 21.11.2018 19:30Uhr: Verstopfte Straßen und hohe Gesundheitsbelastungen durch Abgase und Lärm zeigen: Gerade in Städten brauchen wir eine neue Mobilität.
Negativbeispiel NO2: Hamburg hält wie die meisten deutschen Großstädte auch sechs Jahre nach Einführung den EU-Grenzwert nicht ein, Hauptverursacher sind Diesel-PKW.
Positive Trends: Vorreiter Kopenhagen zeigt dagegen, dass es machbar ist, den Autoverkehr auf ein Minimum zu reduzieren. Der Berliner Volksentscheid für mehr Radverkehr demonstriert, dass auch hierzulande der dringende Wunsch nach besserer Fahrrad-Infrastruktur besteht – auch von Seiten der Autofahrer.
Und nicht zuletzt: Mobilität spielt beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle, denn ein Fünftel der Treibhausgase entstehen durch den motorisierten Verkehr.
Der Vortrag umreißt Situation und Lösungsmöglichkeiten und gibt Tipps zum eigenen Handeln.
Vortrag: Susanne Timm
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Der Hai – gejagter Jäger: 28.11.2018 19:30Uhr: Haie sind faszinierende und besonders wertvolle Tiere. Verschwinden sie aus dem Meer, so kann dies schlimme Folgen nach sich ziehen. Deshalb gehören Haie nicht auf den Esstisch, sondern in den Ozean.
In dem Vortrag geht es neben der Schönheit des großen Fisches mit schlechtem Image auch um die Bedeutung der Haie für die Stabilität des Ökosystems und um den Status Quo für den Fortbestand dieser Tiere in der Zukunft.
Vortrag: Lucas Schmitz
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Diese Vortragsreihen beginnen jeweils im März und September.
Mehr Infos: http://www.greenpeace-hamburg.de/vortraege/vortragsreihe/

Veranstaltungsort: Greenpeace Haus Hamburg, Hongkongstraße 10, 20457 Hamburg
Der Eingang zum Vortragsraum befindet sich in den Elbarkaden an der Wasserseite.

Die Vorträge können auch gebucht werden – Greenpeace kommt zu Veranstaltungen, Seminaren oder auch zu Workshops.

Mehr Infos: www.greenpeace-hamburg.de

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