Monsanto forciert künstlich gegründete Basisbewegungen

Monsanto und andere Glyphosat-Produzenten haben laut Medienberichten in dieser Woche Lobby-Agenturen dafür bezahlt, in acht europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, sogenannte Graswurzelbewegungen zu gründen. Diese Basisbewegungen machen den Eindruck, als wären sie von Landwirtinnen und Landwirten gegründet worden.

 

Dahinter verbergen sich aber die Image-Berater von mindestens zwei Lobby-Unternehmen, die über die geschaffenen Kanäle die Interessen von Monsanto & Co. vertreten.

„Der Fall macht deutlich, dass Monsanto mit allen Mitteln den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat reinwaschen will. Dabei haben aktuelle Studien deutlich gemacht, dass der Wirkstoff eine Gefahr für Bestäuber ist und nach der Internationalen Agentur für Krebsforschung wahrscheinlich krebserregend“, so die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl.

„Wir als Volksvertreterinnen und Volksvertreter werden künftig genau prüfen müssen, welche Forderungen tatsächlich von unserer Bauernschaft kommen und welche nicht. Von Organisationen, die mit einem Etiquettenschwindel die Bauernschaft bewusst unterwandern, empfehle ich allen, aber insbesondere unseren Landwirtschaftsverbänden, Abstand zu halten und sich nicht als Botschafter eines multinationalen Pestizidherstellers abhängig zu machen“, fordert die Agrarexpertin Maria Noichl, Mitglied des Pestizid-Sonderausschusses im Europäischen Parlament.

Der Sonderausschuss für das Genehmigungsverfahren der EU für Pestizide (PEST) arbeitet aktuell an seinem Abschlussbericht. In dem Ausschuss wurden auch die sogenannten Monsanto Papers kritisch diskutiert. Diese machten deutlich, dass das Unternehmen wissenschaftliche Studien zur Bewertung von Glyphosat gefälscht hat.

Pressemitteilung Europäisches Parlament / S&D-Fraktion, Pressestelle der SPD-Gruppe

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