Flughafen: 1.112 nächtlich verspätete Flugbewegungen

72 Punkte von Politik und Verwaltung laufen ins Leere!
Die Nachtflugbeschränkung am innerstädtischen Hamburger Verkehrsflughafen „Helmut Schmidt“ wird weiterhin fortgesetzt missachtet. 1.112 Starts und Landungen von Linien- und Touristikflügen außerhalb der offiziellen Betriebszeit zwischen 23 Uhr und 06 Uhr im Zeitraum Januar bis Oktober 2018. Damit wurde bereits im Oktober die Jahresendmarke des vergangenen Jahres 2017 von 1.060 derartiger Flugbewegungen im Negativsinn übertroffen.

 

Im Einzelnen:

Von 304 Nächten (Jan. – Okt.) wurde die 23 Uhr-Grenze nur in 33 Nächten eingehalten. Dies entspricht einer Regeltreue von nur 10,8 %.
Von den 1.112 nächtlich verspäteten Flugbewegungen sind 240 Starts (etwas weniger als im Vorjahr mit 256) und 872 Landungen (deutlich mehr als im Vorjahr mit 681).
Hauptübeltäter der Nachtflugbeschränkungs-Regelmissachtung sind Eurowings (31 %), Lufthansa (12 %), easyJet (9 %) – weiterhin die mit Abstand meisten nächtlich verspäteten Starts! und Ryanair (8 %).
Hauptverbindungen mit den meisten Nachtflugbeschränkungs-Regelmissachtungen sind München (158), Mailand (116), Palma de Mallorca (106), London (102), Manchester (96), Frankfurt (85), Wien (85), Stuttgart (84).

Die Gesamtbelastungen aus dem Flugbetrieb steigen damit weiter. Mit dem täglichen Einsatz des A380 gibt es zudem eine spür- und hörbare Belastungssteigerung. Maximalpegel von mehr als 90 dB an den Messstellen in Hamburg lassen die Wohn- und Schlafräume der Betroffenen erzittern. Und der Flughafen baut ohne Beachtung der gesellschaftlichen und politischen Diskussion weiter aus. Auch im Winterflugplan findet schleichend eine alljährliche Steigerung der Flugbewegungen statt. Waren es 2016 noch 120 Ziele, die angeflogen wurden, sind es aktuell bereits 140 Ziele. Gegenüber dem Winterflugplan 2013/14 hat sich die Anzahl der Ziele von damals 70 zu heute verdoppelt.

„Die Nachtflüge außerhalb der offiziellen Betriebszeit nach 23 Uhr am Hamburger Flughafen sind eine ernsthafte Dauerbelastung für die Bevölkerung. Auch mit den mittlerweile 72 Punkte zur Belastungsreduzierung gelingt es Politik und Verwaltung in Hamburg nicht die erforderlichen Entlastungen herzustellen“, stellt Martin Mosel, Sprecher des länderübergreifenden BUND Arbeitskreis Luftverkehr und der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW), fest.

„Letztlich ist es immer wieder die Wirtschaftsbehörde als Zulassungs- und Kontrollbehörde sowie als Sachwalterin der Mehrheitsbeteiligung am Flughafen, die einen griffigen Fluglärmschutz verhindert. Zerrieben werden dabei die berechtigten Interessen auf Ruhe und Gesundheit der Betroffenen, die allnächtlich um ihren Schlaf gebracht werden. Und Gewinner dieses Missstands ist der mittel- und unmittelbare Belastungsverursacher, der kommerzielle Flughafenbetreiber FHG GmbH, der mit dem politischen Schutzmantel sein Geschäftsfeld, losgelöst von jeder Diskussion um eine Belastungsreduzierung, weiter ausbaut. Die Betroffenen sind dabei nur der Kollateralschaden einer falschen wirtschaftlichen Bedeutungsrechnung“, resümiert Mosel verärgert.

Pressemitteilung Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW)

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