Die Erinnerung darf nicht enden…

Gedenkgottesdienst in Sasel 27.01.2019 um 9.30 Uhr, Vicelinkirche Saseler Markt 8 22393 Hamburg

 

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Sasel lädt am 27. Januar 2019, dem Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus, zu einem besonderen Gottesdienst ein.
Ehemalige Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste gestalten mit Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg den Gedenkgottesdienst in der Saseler Vicelinkirche (Saseler Markt 8) um 9.30 Uhr.

Am 27. Januar 1945 wurden die Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz und Birkenau befreit. Seit 1996 ist dieser Tag ein Gedenktag, an dem bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Die Kirchengemeinde Sasel nutzt in diesem Jahr den Sonntag, um dem Gedenken an Diskriminierung und millionenfachen Mord Raum zu geben.

Im Gottesdienst beteiligen sich Katharina Stolla (20 J.) und Greta Becker (19 J.). Beide haben nach dem Abitur für ein Jahr einen Freiwilligendienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF) geleistet. Sie werden im Gottesdienst berichten, wie Gedenken und Friedensdienste heute zusammengehören und was ASF hier insbesondere jungen Menschen anbietet, sich zu engagieren.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Gemeinde zu einer Infobörse ein. Hier können vor allem Jugendliche mit den ehemaligen Freiwilligen ins Gespräch kommen und sich über die Friedensprojekte in vielen europäischen und anderen Ländern informieren.

Katharina Stolla arbeitete im Belgischen Mechelen in einem Holocaust-Museum. In der dortigen Dossin-Kaserne befand sich von Juli 1942 bis September 1944 ein SS Sammellager, das als Durchgangslager für die Deportation von Juden, Sinti und Roma in deutsche Vernichtungslager diente.

Katharina Stolla: „Es war für mich spannend, die für mich deutsch-geprägte Geschichte des Holocausts aus belgischer Perspektive zu betrachten, denn natürlich ist das Gedenken in einem anderen Land ganz anders motiviert. Das Jahr dort hat mich bewegt, auch weiterhin gesellschaftlich und politisch aktiv zu sein.“

Greta Becker leistete ihren Friedensdienst in der norwegischen Hauptstadt. In Oslo arbeitete sie in einem Tagescenter für gehörlose Menschen mit weiteren Beeinträchtigungen.

Greta Becker: „Für mich war die Auseinandersetzung mit der Geschichte Norwegens interessant. Ich habe norwegisch gelernt und auch die norwegische Gebärdensprache. Die Begegnungen mit den Menschen waren für mich ein Gewinn.“

Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg: „Das Gedenken führt uns zur Frage, was wir heute tun können, damit Menschenrechte und Frieden bewahrt bleiben. Gerade das Vergessen der damaligen Verbrechen nährt doch den Boden für neue Formen der Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Entmenschlichung. Als Kirche bedenken wir natürlich auch das Versagen der Christen in unserem Land während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Umso mehr haben wir die Verantwortung, uns zu erinnern und uns heute allen menschenfeindlichen Bestrebungen entgegenzustellen.“

Pressemitteilung Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sasel

Dieser Beitrag wurde unter Alstertal / Berne, Termine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.