Pläne des Verkehrsministeriums zum Klimaschutz

Das Verkehrsministerium will die Klimaziele auch erreichen, in dem künftig große Mengen so genannter E-Fuels eingesetzt werden. Diese künstlichen Treibstoffe werden mithilfe von Strom hergestellt, sind aber kostspielig und ineffizient. Die Pläne finden sich in einer heute (29.3.) bekannt gewordenen Vorlage an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

 

Dieser hatte sich zuletzt wiederholt für den Einsatz von E-Fuels und gegen eine finanzielle Belastung klimaschädlicher Diesel und Benziner ausgesprochen. Minister Scheuer muss in den kommenden Wochen ein Paket an Maßnahmen vorlegen, mit dem die CO2-Lücke im Verkehr geschlossen wird. Bis zum Jahr 2030 müssen die CO2-Emmissionen des Bereichs verglichen mit heute annähernd halbiert werden.

Es kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup:

„Wenn hier jemand Mobilität verteuern will, dann Andreas Scheuer. Der Vorschlag des Verkehrsministers, die Klimaziele über strombasierte Kraftstoffe zu erreichen, würde die Spritpreise explodieren lassen. Selbst im Jahr 2030 wird ein Liter künstlicher Kraftstoff noch rund 2 Euro kosten, heute schlägt die Herstellung sogar mit 4,50 Euro zu Buche. Im Vergleich zu einem Elektroauto verbraucht die Herstellung solcher Kraftstoffe zudem fünfmal mehr Strom. Andreas Scheuer schlägt also vor, die Zahl der für sauberen Verkehr nötigen Windräder zu verfünffachen und den Spritpreis zu vervierfachen. Mit Menschenverstand hat das nichts zu tun.

Nachdem der Verkehrsminister die wirksamsten Vorschläge der Kommission ignoriert hat, muss er jetzt schnell eigene Maßnahmen vorlegen, wie das Klimaziel im Verkehr sicher erreicht wird. Alternative Kraftstoffe werden dabei eine deutlich kleinere Rolle spielen können, als Scheuer es sich wünscht. Statt dem sterbenden Verbrennungsmotor ein Sauerstoffzelt zu bauen, sollte der Verkehrsminister mit einer E-Quote endlich Tempo machen.“

Pressemitteilung Greenpeace

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