Aufnahmen in Klasse 5 – Stadtteilschulen legen deutlich zu

14.358 neue Fünftklässler werden nach den Sommerferien in den fünften Klassen der staatlichen Stadtteilschulen und Gymnasien eingeschult. Schulsenator Ties Rabe: „Die Aufnahmen verteilen sich erstmals fast gleichmäßig auf die beiden Schulformen. Noch vor wenigen Jahren lagen die Gymnasien rund zehn Prozentpunkte vor den Stadtteilschulen, jetzt liegen beide Schulformen auf Augenhöhe.

 

Das zeigt, dass sich das Hamburger Zwei-Säulen-Schulmodell bewährt hat und mittlerweile über hohe Anerkennung verfügt. Ich freue mich darüber, dass die gute Arbeit und Ausstattung von Hamburgs Schulen von den Eltern anerkannt wird.“

Trotz der in Hamburg geltenden freien Schulwahl ist es den Schulleitungen und der Schulbehörde gelungen, dass rund 94 Prozent der Hamburger Fünftklässler an ihrer Erstwunschschule eingeschult werden können. Ties Rabe: „Das war nur möglich, weil wir den Schulbau in den letzten Jahren dramatisch angekurbelt haben. Während vor 2010 jährlich rund 155 Mio. Euro in den Schulbau investiert wurden, hat der Senat ab 2011 die Investitionen auf über 360 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Allein 900 Mio. werden in den Jahren 2019/20 investiert, deutlich mehr als beispielsweise die gesamte Elbphilharmonie gekostet hat. Vieles wäre heute leichter, wenn schon in früheren Jahren ordentlich gebaut worden wäre. Dennoch zeigen die Zahlen, dass unser Schulbauprogramm wirkt und alle Schüler erneut einen guten Schulplatz bekommen.“

An den 61 staatlichen Gymnasien werden nach den Sommerferien 7.207 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 7.582) in 262 Klassen eingeschult. An den 58 staatlichen Stadtteilschulen werden 6.964 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 6.710) in 307 Klassen eingeschult. Die Stadtteilschulen verzeichnen damit in diesem Jahr erneut einen deutlich stärkeren Schülerzuwachs als die Gymnasien. Weiterhin zählen zu den zehn am höchsten angewählten weiterführenden Schulen Hamburgs acht Stadtteilschulen und zwei Gymnasien. Die fünf am höchsten angewählten Schulen sind ausschließlich Stadtteilschulen.

Schulsenator Ties Rabe hat jetzt das Startzeichen für den Versand der über 14.000 Briefe an die Eltern und Sorgeberechtigten der zukünftigen Fünftklässler gegeben. Rabe: „Hamburg bietet Eltern und Kindern die freie Schulwahl und zudem innerhalb kurzer Entfernungen zahlreiche weiterführende Schulen zur freien Auswahl. Deshalb ist es jedes Jahr eine große und nicht einfache Aufgabe, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern den Platz an ihrer Wunschschule zu geben. Ich freue mich sehr, dass Schulleitungen und Behörde es seit Jahren schaffen, dass deutlich über 90 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an ihre Wunschschule kommen. In diesem Jahr liegt die Quote mit 94 Prozent in einem guten Bereich.“

Für die Schulbehörde und die Schulen ist es in jedem Jahr eine große logistische Herausforderung, die freie Schulwahl und die Wünsche der Schüler und Eltern zu erfüllen, zugleich aber das Raumangebot der Hamburger Schulen gut auszunutzen, Schulen vor Überfüllung oder Leerstand zu bewahren und zudem noch die Klassen nicht zu überfüllen. Oft können Raumreserven an den Schulen genutzt werden, um unvorhersehbare Anmeldeschwankungen abzufedern.

An den 58 Stadtteilschulen ist es erneut gelungen, kleine Klassen zu bilden. So beträgt die Klassenfrequenz im Durchschnitt 22,4 Schülerinnen und Schüler pro Klasse (Vorjahr 22,4) und liegt damit weiter unter der Sollobergrenze von 23 Schülerinnen und Schülern. Nur neun Stadtteilschulen planen insgesamt 17 Klassen, in denen aufgrund der regionalen Versorgung oder zur Vermeidung eines unzumutbar langen Schulweges mehr als 23 Kinder unterrichtet werden. Umgekehrt richten sechs Stadtteilschulen 20 Klassen ein, die noch kleiner sind als die Mindestgröße von 21 Schülern pro Klasse.

In den neuen 262 (Vorjahr: 274) fünften Klassen der 61 Gymnasien befinden sich durchschnittlich 27,4 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 27,7). Auch hier liegt der Durchschnittswert weiterhin unter der Obergrenze von 28 Schülern pro Klasse. Erfreulich: Nur vier Gymnasien planen insgesamt fünf Klassen, in denen zur Vermeidung unzumutbarer Schulwege mehr als 28 Kinder unterrichtet werden. Umgekehrt richten sechs Gymnasien 19 Klassen unter der Mindestgröße von 26 Schülern je Klasse ein.

An Hamburgs Gymnasien und Stadtteilschulen werden im kommenden Schuljahr zusätzlich 107 Gastschülerinnen und Gastschüler aus Schleswig-Holstein aufgenommen (Vorjahr 102). Gastschüler können dann aufgenommen werden, wenn Hamburger Schulen noch freie Plätze zur Verfügung haben.

Nicht ganz einfach ist es für alle Beteiligten, dass sich die Wünsche der Kinder und Eltern gerade bei den Stadtteilschulen sehr stark auf wenige Schulen konzentrieren. Allein an den „Top 5“ der meist angewählten Stadtteilschulen waren rund 1.100 Anmeldungen für die Eingangsklassen registriert worden, genug für neun bis zehn Parallelklassen pro Schule und damit deutlich mehr, als eine Schule pädagogisch, organisatorisch und in der Regel auch von der Gebäudegröße her verkraften kann. Daher konnten allein in diesen fünf Schulen rund 300 Schülerinnen und Schüler nicht ihrem Erstwunsch entsprechend aufgenommen werden. Andererseits gibt es gerade auch bei den Stadtteilschulen eine Reihe von Schulen mit sehr geringen Anmeldezahlen.

Diese Spreizung zwischen sehr begehrten, deutlich überbuchten Schulen und kaum angewählten Schulen ist bei den Stadtteilschulen seit Jahren deutlich stärker als bei den Gymnasien. Das macht es nicht leicht, alle Schülerwünsche zu erfüllen. Die aus gutem Grund und gesetzlich vorgeschriebenen kleineren Eingangsklassen an Stadtteilschulen (Obergrenze 23 Schüler) beschränken zudem die Aufnahmekapazitäten an Stadtteilschulen stärker als an den Gymnasien (Obergrenze 28).

Stadtteilschulen

Die meisten Fünftklässler nehmen im kommenden Schuljahr die Stadtteilschulen Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude (185), die Julius-Leber-Schule in Schnelsen (185), die Gyula- Trebitsch-Schule Tonndorf (184), Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (184) und die Irena-Sendler-Schule in Wellingsbüttel (184) auf. Insgesamt konnten für das kommende Schuljahr 6.354 Schülerinnen und Schülern an der gewünschten Stadtteilschule aufgenommen werden, 165 Erstwünsche mehr als im Vorjahr. Aufgrund ausgelasteter Raumkapazitäten mussten einige sehr hoch angewählte Schulen allerdings eine höhere Zahl von viele Schülerinnen und Schülern abgeben: Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude (81), Gyula-Trebitsch-Schule Tonndorf (53), Stadtteilschule Oldenfelde (52), Ida-Ehre-Schule in Eimsbüttel (47) und die Max-Brauer-Schule in Ottensen/Bahrenfeld (44).

Gymnasien

Das Gymnasium Ohmoor (Niendorf) ist mit 196 aufgenommenen Schülerinnen und Schülern der Spitzenreiter der diesjährigen Anmelderunde. Danach folgen das Walddörfer-Gymnasium (Volksdorf) mit 194 und die Schulen Gymnasium Allee (Altona) und Gymnasium Rahlstedt mit jeweils 168 Aufnahmen. Aufgrund ausgelasteter Raumkapazitäten mussten das Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium in Eimsbüttel 25 Schülerinnen und Schüler abgeben, das Gymnasium Altona 21, das Matthias-Claudius-Gymnasium (Wandsbek) 16, das Helene-Lange-Gymnasium (Eimsbüttel) 14 und das Gymnasium Corveystraße (Lokstedt) 13.

Schulversuch 6-jährige Grundschulen

187 weitere Schülerinnen und Schüler werden insgesamt zehn fünfte Klassen an den vier 6-jährigen Grundschulen besuchen (Vorjahr 182): Schule Vizelinstraße in Eimsbüttel (13 Schülerinnen und Schüler), Schule An der Burgweide in Kirchdorf (32), Schule Rellinger Straße in Eimsbüttel (62) und Schule Grumbrechtstraße in Heimfeld (80). Hier liegt die Klassengröße durchschnittlich bei nur 18,7 Schülerinnen und Schülern.

Pressemitteilung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

WUZ-Info aus der DRS 21-16337 Kleine Anfrage: Anmeldezahlen der fünften Klassen des neuen Schuljahres 2019/2020

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