Neue Busprodukte, mehr Verbindungen und kürzere Takte

Nach der „Angebotsoffensive I“, die im Dezember 2018 gestartet ist, stellt der Senat nun zusätzliche Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr vor, die mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2019 sukzessive wirken werden. Damit wird der Paradigmenwechsel im ÖPNV-Ausbau fortgesetzt: statt auf die Nachfrage zu reagieren, bieten die Verkehrbetriebe konkrete, attraktive Angebote für einen Umstieg vom eigenen Auto.

 

Somit trägt die Angebotsoffensive dazu bei, Umwelt und Klima weniger zu belasten, den Verbrauch an Ressourcen zu senken und die Mobilität in Hamburg für alle Menschen gleichermaßen verfügbar und bezahlbar zu machen. Das gesamte Nahverkehrssystem wird damit auf ein neues Niveau gehoben.

Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Die Verbesserung der Mobilität ist das zentrale Thema der Politik bis 2030. Wir wollen den Nahverkehr umweltfreundlich und komfortabel ausbauen und damit eine echte Alternative zum Auto schaffen. Neben guten Radwegen sind moderne Busse und Bahnen das Rückgrat der Mobilität in urbanen Metropolen wie Hamburg. Mit der Ausweitung des Angebotes von Hochbahn, VHH und S-Bahn schaffen wir die Voraussetzung für einen „Hamburg-Takt“, der es allen Hamburgerinnen und Hamburgern ermöglicht, schnell und zuverlässig ihr Ziel zu erreichen.“

Die Maßnahmen der Angebotsoffensive II starten zum Teil bereits zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2019 und werden dann bis Ende 2020 umgesetzt. Schon in diesem Jahr werden die beiden neuen Busprodukte in Hamburg eingeführt: der „Expressbus“ und der „Quartierbus“.

Expressbusse werden als schnelle Verbindungen in die Innenstadt oder auch tangential vorgesehen. Damit werden attraktive und vor allem schnelle Verbindungen geschaffen, die über eine reine Zubringerfunktion zu den Schnellbahnen hinausgehen. Sie sind eigenständige schnelle Verbindungen, auf denen keine Schnellbahnen verkehren. Die Expressbusse verkehren zuschlagsfrei im HVV-Tarif und können auch planmäßig einzelne Haltestellen anderer Buslinien auslassen um schneller zu sein.

Quartiersbusse erschließen Stadtteile in Außenbezirken feinräumig und können somit deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichen. Hierzu werden kleinere Busse eingesetzt, die auch enge Straßen bedienen können.

Insgesamt sind für 2020 umfassende Maßnahmen identifiziert, die sich bereits in der vertieften Planung befinden: 4 neue Expressbuslinien, 2 neue Metrobuslinien, eine Expressnachtbuslinie, eine Quartierbuslinie und Taktverdichtungen auf wichtigen Metrobuslinien (1, 2, 4, 6, 7).

Darüber hinaus soll das Nachtbusnetz, beginnend in Harburg ab 2020, neu aufgelegt werden. Ziel ist es, bestehende Buslinien teilweise 24 Stunden fahren zu lassen und das Busnetz dort durch Nachtbuslinien zu ergänzen, wo es noch keine 24h-Buslinien gibt. Darüber hinaus kommen sie dort zum Einsatz, wo sie Schnellbahnen in der Betriebspause ersetzen.

Bei der U-Bahn wird in Großteilen des Netzes eine ganztägige 10-Minunten-Taktgarantie eingerichtet. Sie wird ergänzt durch eine 5-Minuten-Taktgarantie von Montag bis Freitag zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr auf den Linien U1 (Ochsenzoll – Volksdorf), U2 und U3. Auch an Samstagen und Sonntagen werden in diesem Bereich zwischen 09:00 Uhr bzw. 11:00 Uhr und 21:00 Uhr durchgängig 5-Minuten-Takte angeboten. In den werktäglichen Hauptverkehrszeiten werden die Takte kontinuierlich weiter verdichtet und somit über längere Zeiträume ein 3- bzw. 2,5-Minuten-Takt angeboten. Im Nachtverkehr und an Wochenenden wird ein 10- (U3) bzw. 20-Minutentakt (U1/U2) bereits ab dem Jahr 2020 eingerichtet. Für die U-Bahnmaßnahmen werden bis Ende 2020 ca. 50 Zugfahrer sowie 10 zusätzliche DT5-Fahrzeuge benötigt.

Auch bei der S-Bahn wird der 5-Minuten-Takt – insbesondere in den Hauptverkehrszeiten – weiter ausgeweitet. Die Betriebszeiten der Linien S2 und S11 werden erweitert. Die Linie S31 wird stufenweise ganztags nach Neugraben verlängert. Auf der Linie S3 werden zusätzliche Langzüge (9-Wagenzüge) am Nachmittag eingesetzt und die Takte zwischen Neugraben und Buxtehude bzw. Stade verdichtet. Auch am Wochenende und in Tagesrandlagen verkehren zukünftig, wie schon in der Hauptverkehrszeit keine Kurzzüge, sondern ausschließlich Vollzüge (6-Wagenzüge). Der Nachtverkehr wird auch auf der Strecke Blankenese -Wedel eingeführt. Außerdem arbeitet die S-Bahn gegenwärtig an Stabilisierungsmaßnahmen zur Verbesserung von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Finanzsenator Andreas Dressel:

„Die Maßnahmen der Angebotsoffensive werden allen Fahrgästen von U- und S-Bahnen sowie den Bussen spürbare Verbesserungen bringen. Sie bedeuten zugleich eine finanzielle Kraftanstrengung: Jede zusätzliche Leistung kostet zusätzliches Geld. Das bedeutet zusammengenommen für die Jahre 2019, 2020 und 2021 über 100 Mio. Euro, die wir zusätzlich in die Hand nehmen, um diese Verstärkungen auf den Weg zu bringen. Da geht es um zusätzliche neue Fahrzeuge, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Paket zeigt: Wir planen nicht nur den Schnellbahnausbau und bereiten punktuelle tarifliche Maßnahmen vor – sondern wir investieren auch massiv ins Bestandsnetz. Jeden Tag kommen wir dem geplanten Hamburg-Takt ein Stück näher – und machen ihn auch finanziell möglich.“

Rückschau Angebotsoffensive I (Dez. 2018):

Schnellbahnen:

Im Schnellbahnbereich sind alle Maßnahmen umgesetzt worden. Aufgrund der Lieferverzögerungen beim ET 490 kommen bei der S-Bahn jedoch weiterhin vereinzelt kürzere Züge zum Einsatz. Auf den U-Bahnstrecken führen die notwendigen längerfristigen Sperrungen dazu, dass einige vorgesehene Verstärkerzüge derzeit temporär noch nicht zum Einsatz kommen können.

Buslinien:

Im Bereich der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) sind auf Hamburger Gebiet alle Maßnahmen umgesetzt worden. Die Verlängerung der MetroBus-Linie 2 in Schenefeld bis zu XFEL wird ab dem 1. Juli 2019 umgesetzt sein.

In Anpassung an den zum 3. Juli 2018 verkündeten MetroBus-PLUS-Standard auf Linien der HOCHBAHN sollen bei der VHH die Kernabschnitte der Linien 1, 2, 3, 12 und 21 zum 15. Dezember 2019 ebenfalls auf den höheren Standard gebracht werden. Das ist im Sinne der Einheitlichkeit im Verbund als nachträgliche Maßnahme der Angebotsoffensive I mit in die Planungen zum Jahresfahrplan 2020 aufgenommen worden.

Bei der HOCHBAHN ist der MetroBus-PLUS-Standard auf den Linien 5, 7, 9 und 25 im Dezember 2018 umgesetzt worden. Es stehen noch folgende Umsetzungsschritte aus:

· Ersatz der verbliebenen Gelenkbusse auf der MetroBus-Linie 5 durch Großraumbusse wird zum 8. August 2019 abgeschlossen.

· Umstellung der MetroBus-Linie 7 von Gelenkbus auf Großraumbusse ab 8. August 2019

· Einführung MetroBus-PLUS-Standard auf den Kernabschnitten der Linien 4, 6/17, 7, 8, 10/263, 13, 14/443 zum 21. Oktober 2019 (durch Schrägstrich getrennte Linien bilden einen gemeinsamen MetroBus-PLUS-Takt).

· Umstellung der Linien 6 und 13 von Gelenkbussen auf Großraumbusse zum 15. Dezember 2019; hier finden aktuell noch Anpassungen der Infrastruktur statt

Pressemitteilung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation


HVV-Angebotsoffensive geht in 2. Runde – Bill: „Meilenstein auf dem Weg zur Verkehrswende“

Die vom rot-grünen Senat vorangetriebene Angebotsoffensive des HVV geht in die zweite Runde. Damit wird die in dieser Legislatur vorgenommene Neuausrichtung im Öffentlichen Personennahverkehr weiter fortgesetzt. Immer mehr werden angebotsorientiert neue Verbindungen angeboten und Takte verdichtet. Verkehrspolitik richtet sich damit in Hamburg nicht mehr nur nach der Nachfrage. Taktverdichtungen bei U- und S-Bahn sind ebenso Bestandteil der Angebotsoffensive wie zusätzliche Buslinien. Die Grünen begrüßen insbesondere die neuen Express-Linien als schnelle Verbindungen in die Innenstadt oder auch als Tangentialverbindungen.

Dazu Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wir Grüne wollen die Verkehrswende. Deshalb machen wir Hamburg zur Fahrradstadt, deshalb fördern wir den Fußverkehr. Das Rückgrat der Verkehrswende ist aber der ÖPNV. Mit der zweiten Runde in der Angebotsoffensive setzen wir weiter auf mehr Komfort, dichtere Takte, längere Züge und mit den neuen Expressbuslinien auf neue schnelle Verbindungen in die Innenstadt. Vorbild ist dabei die Eilbuslinie E30 von Bergedorf nach Harburg, die erstmals mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 an den Start ging und sich einer hohen Nachfrage bei den Fahrgästen erfreut.

Mit der zweiten Angebotsoffensive entwickeln wir den HVV wieder ein Stück weiter zur umweltfreundlichen, komfortablen und stressfreien Alternative zum eigenen Auto. Das in dieser Legislatur erfolgte Umsteuern auf eine angebotsorientierte Politik im HVV ist für uns ein weiterer, ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verkehrswende in Hamburg.“

Pressemitteilung GRÜNE Bürgerschaftsfraktion Hamburg


Schritt für Schritt zum Hamburg-Takt: Investitionen in Hamburgs gute Zukunft

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat heute die nächste Angebotsoffensive mit zahlreichen Leistungserweiterungen für Bus und Bahn bekannt gegeben. Das erweiterte HVV-Angebot wird zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2019 sowie im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten und ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Hamburg-Takt, den die SPD bis zum Jahr 2029 etablieren will. Dieser sieht vor, dass von jedem Ort in der Stadt ein geeignetes Verkehrsmittel innerhalb von fünf Minuten erreicht werden kann. Bereits im Dezember 2018 konnte mit längeren Zügen, Taktverdichtungen und neuen MetroBus-Linien die Attraktivität des ÖPNV erheblich gesteigert werden.

Dazu Dorothee Martin, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Großstädte müssen ein exzellentes Verkehrsnetz bereitstellen, wenn sie langfristig erfolgreich sein wollen. Deshalb ist es unser erklärtes Ziel, dass bis 2029 alle Menschen in Hamburg innerhalb von fünf Minuten von jedem Ort der Stadt aus ein geeignetes Verkehrsmittel erreichen können. Mit der jetzt vorgestellten Angebotsoffensive kommen wir diesem Ziel einen bedeutenden Schritt näher. Die neuen Expressbusse sind ein schnelles Alternativangebot und mit den Quartiersbussen wird es gelingen, viele Menschen am Stadtrand besser zu erreichen. Je attraktiver wir den ÖPNV gestalten, desto mehr Menschen steigen auch auf Bus und Bahn um und verzichten auf die Fahrt mit einem eigenen Auto. Damit stärken wir saubere Mobilität, die die Straßen und das Klima entlastet sowie Verkehrs- und Pendlerströme bestmöglich berücksichtigt. Die gezielten Verbesserungen sind damit weit mehr als reine Investitionen in den ÖPNV. Mit ihnen investieren wir in die Zukunft unserer Stadt.“

Pressemitteilung SPD-Bürgerschaftsfraktion

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