So lohnen sich Photovoltaikanlagen

Verbraucherzentrale unterstützt beim Ermitteln der „Solartauglichkeit“ einer Immobilie – Vortrag am 29. August

Noch vor einigen Jahren galten Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) wegen der hohen Einspeisevergütung für den erzeugten Strom als sehr lukrativ. Heute meinen viele Verbraucherinnen und Verbraucher, eine Investition würde sich wegen der deutlich niedrigeren Vergütung nicht mehr lohnen. Doch die Technik ist nach wie vor oft wirtschaftlich, wenn viel Strom selbst verbraucht und die Installation der Anlage gut geplant wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg unterstützt bei der Entscheidungsfindung.

1. Geeigneten Standort wählen

Für Solarmodule ist die Ausrichtung zur Sonne wichtig. Optimal ist eine Südaufstellung, aber auch West- und Ostausrichtungen können sinnvoll sein. Ebenfalls wichtig: die Verschattung. Bereits ein kleiner Schattenwurf kann zum Einbruch der Stromproduktion führen, denn die PV-Module sind in Reihe geschaltet und das schwächste Modul entscheidet über den Ertrag der gesamten Anlage.

2. Eigenverbrauch durchrechnen

Da selbst erzeugter Strom wesentlich günstiger ist als Strom vom Energieversorger, lohnt sich eine PV-Anlage besonders dann, wenn möglichst viel des Solarstroms auch selbst verbraucht wird. Allerdings wird die optimale Eigennutzung dadurch erschwert, dass der Strom vom Dach nicht zur gleichen Zeit erzeugt und verbraucht werden kann. Es ist daher wichtig, einen genauen Blick auf den Stromverbrauch des Haushalts zu werfen und den zukünftigen Bedarf abzuschätzen, bevor eine Anlage installiert wird.

3. Batteriespeicher richtig planen

Mit einem Batteriespeicher lassen sich Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad zwar deutlich erhöhen, doch sinkt dadurch gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Gründe hierfür sind die Anschaffungskosten für den Speicher sowie die begrenzte Lebensdauer der Batterien. Batteriespeicher müssen daher passend zur Höhe des Stromverbrauchs und zur Größe der Photovoltaikanlage dimensioniert werden. Zu große Speichersysteme verursachen unnötig hohe Kosten, denen ein geringer Nutzen gegenübersteht.

4. Förderung nutzen

Überschüssigen Strom können Anlagenbetreiber auch ins Stromnetz einspeisen und erhalten derzeit circa 10 Cent pro Kilowattstunde. Um nach den aktuell geltenden Regeln eine Einspeisevergütung für Solarstrom zu bekommen, sollten Interessenten mit der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage nicht zu lange warten: Der Förderdeckel für PV-Anlagen wird voraussichtlich 2020 erreicht, dann fällt die Einspeisevergütung für Solarstrom weg. Es soll zwar eine Anschlussregelung geben. Wie diese aussehen wird, ist aber noch offen.

Beispiel: 4-Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage mit Jahresstromproduktion von 3.600 Kilowattstunden (in Norddeutschland) bei 30 Prozent Eigenverbrauch und 70 Prozent Einspeisung
– Investitionskosten: ca. 6.300 Euro
– Kosten pro Jahr (Wartung, Stromzähler, Versicherung): ca. 150 Euro
– Eingesparte Stromkosten pro Jahr: 324 Euro
– Einspeisevergütung pro Jahr: 250 Euro

Tipp: Im Rahmen des sogenannten Eignungs-Checks Solar geben die Energieberater der Verbraucherzentrale Hamburg anbieterunabhängig einen ersten Überblick über die „Solartauglichkeit“ einer Immobilie. Interessierte erhalten auch im Rahmen eines kostenlosen Vortrags Ende August einen Einstieg ins Thema. Weitere Informationen und Auskunft unter: Tel. (040) 24832-250 oder klima(ät)vzhh.de.

Vortrag: Sonnenenergie nutzen – gewusst wie!
Termin: Donnerstag, 29. August 2019, 18.30 bis 20.30 Uhr
Referent: Andreas Jatzkewitz, M. Eng. und Energieberater
Ort: Verbraucherzentrale Hamburg (Vortragsraum), Kirchenallee 22, Ecke Ernst-Merck-Straße
Kosten: unentgeltlich
Anmeldung: erforderlich unter vzhh.de oder Tel. (040) 24832-250

Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte interessenneutrale Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucher mit derzeit rund 600 Energieberatern und an mehr als 800 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Jedes Jahr werden mehr als 100.000 Haushalte zu allen Energiethemen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise Energiesparen, Wärmedämmung, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale, einschließlich ihrer Energie-Checks, wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kofinanzierung durch die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie sind die Energie-Checks für Haushalte in der Freien und Hansestadt Hamburg komplett kostenfrei.

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Dieser Beitrag wurde unter Klima / Energie / Umwelt, Termine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.