Arktische Wintergäste an der Unterelbe beobachten

NABU Vogelstation in der Wedeler Marsch ab 1. Februar 2020 wieder geöffnet / Tolle Beobachtungen in den Wintermonaten / Anfahrt nur mit Fahrrad möglich bis Anfang April

 

AKTUELL: Die Station ist bis auf weiteres geschlossen. Führungen finden nicht statt

Der NABU Hamburg öffnet am 1. Februar wieder seine Vogelstation in der Wedeler Marsch. „Im Februar ist das Artenspektrum aufgrund der kalten Witterung natürlich abgespeckter als im Frühjahr. Dennoch haben viele Vogelarten wie Silberreiher, Grau- und Brandgänse den winterlichen Temperaturen getrotzt und sind im Gebiet geblieben“, erklärt Marco Sommerfeld, Leiter der NABU Vogelstation. „Ein tolles Erlebnis sind auch die tausenden Weißwangengänse, die sich jetzt in der Wedeler Marsch aufhalten.“

Die Wedeler Marsch hat als Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Vögel eine internationale Bedeutung und ist Teil des europäischen Vogelschutzgebiets „Unterelbe bis Wedel“. Die teilweise milden Winter und nahrungsreichen Lebensräume an der Unterelbe laden viele Wasservögel dazu ein, die Wintermonate hier zu verbringen, darunter tausende Weißwangengänse. Diese haben 3.000 bis 4.000 km zurückgelegt, um bei uns in Norddeutschland zu überwintern. Die Weißwangengänse sind überwiegend Brutvögel von der russischen Eismeerküste. Seit den 1970er Jahren gibt es zudem eine Population auf der Insel Gotland in der Ostsee, die ebenfalls die Marsch aufsucht.

Die Weißwangengans, auch als Nonnengans bekannt, ist eine reine Meeresgans, die ihr ganzes Leben in Küstennähe verbringt. In der Wedeler Marsch bieten ihr die weitläufigen Wiesen Nahrungsflächen und das Watt einen sichereren Schlafplatz vor natürlichen Feinden wie Füchsen. Regelmäßig ist abends bei Sonnenuntergang der beeindruckende Einflug hautnah erlebbar. Bei Flut schwimmen die Gänse auf dem Wasser und wirken im Abendlicht wie schwimmende Inseln – ein fantastisches Naturschauspiel, das sich kein/e Naturfreund*in entgehen lassen sollte. Die Weißwangengänse nutzen die Landschaft großräumig und so verlagern sich ihre Bestände tagsüber in die benachbarte Haseldorfer, Seestermüher Marsch und auch nach Niedersachsen in die Westerweiden. Sie rotieren zwischen den Gebieten und „managen“ so ihre Nahrungsversorgung, die aus Gräser und Kräutern besteht. Zum Schlafen kehren sie allerdings bei Dämmerung wieder zurück. Kurze Frostperioden mit leichter Schneedecke veranlassen die Gänse keineswegs zum Aufbruch. Kalte und schneereiche Winter bewirken, dass die Weißwangengänse in die benachbarten Niederlande fliegen.

Neben der Weißwangengans gibt es weitere Arten, die jetzt und um die NABU Vogelstation in der Wedeler Marsch gut zu beobachten sind. Dazu gehören Graureiher und die eleganten weißen Silberreiher. Sie stammen aus den Populationen des Baltikums und überwintern in der Marsch seit mittlerweile über zehn Jahren. Das aktuell reichliche Angebot an Mäusen und Maulwürfen auf den Wiesen bietet den Silberreihern ausreichend Futter. Von dem Mäuseangebot profitieren zur Zeit auch die Greifvögel wie Mäusebussarde und Turmfalken.

Anfahrtsbeschreibung

Zu erreichen ist die Station mit der S1 bis „Wedel“, von dort weiter zu Fuß (ca. 1 Std.) oder mit dem Rad (ca. 25 Min.) entlang des Deiches. Aufgrund der Brückensanierung des Langen Dammes ist die Zufahrt mit dem Auto bis Fährmannssand bis Anfang April nicht möglich. Die NABU Vogelstation ist daher nur zu Fuß oder per Fahrrad über die Deichverteidigungsstraße ab Wedel und/ oder ab Hetlinger Klärwerk zu erreichen.

Öffnungszeiten der NABU Vogelstation Wedeler Marsch:

Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag, Feiertage von 10 bis 16 Uhr.

Einen Lageplan und weitere Informationen zur Station gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/vogelstation

Pressemitteilung NABU HH

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