Erdüberlastungstag 2020

Der Erdüberlastungstag ist der Tag, an dem rechnerisch die natürlichen Ressourcen verbraucht sind, die die Menschheit für das laufende Jahr zur Verfügung hat, ohne die Regenerationsfähigkeit der Erde zu überlasten. Er fällt in diesem Jahr auf den 22. August. Der Verbrauch der natürlichen Ressourcen ist eng mit der weltweiten Klima- und Biodiversitätskrise verbunden.

 

Fridays for Future, BUND und BUNDjugend Hamburg haben eine Aktion auf dem Hamburger Fischmarkt am Freitag, den 21.08.2020, 11 Uhr vorbereitet. Gemeinsam machen sich die Bündnispartner für eine Abkehr von der wachstumsorientierten Wirtschaftsweise stark.

Sascha Haupt vom BUND Hamburg erläutert: „Der wirtschaftliche Einbruch infolge der Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr drei Wochen später liegt als im vorigen. Dennoch sind nach knapp zwei Dritteln des Jahres alle nachhaltig im Jahr 2020 erzeugten Ressourcen rechnerisch aufgebraucht, die Erde ist massiv übernutzt. Das zeigt deutlich, dass Wachstum als oberstes Ziel von Wirtschaft und Politik in keiner Weise zukunftsfähig ist. Wir brauchen ein grundsätzliches Umdenken und eine Veränderung hin zu einer Gesellschaft, die nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist. Statt einer immer weiteren Steigerung des Konsums müssen andere Werte wie z. B. Solidarität und „Zeitwohlstand“ innerhalb der Gesellschaft in den Mittelpunkt rücken. Das wäre auch in sozialer Hinsicht ein großer Gewinn.“

„Spätestens seit den Vorhersagen des Club of Rome im Jahr 1972 wissen wir: Wirtschaftswachstum hat seine Grenzen. Mit immer größer, immer weiter, immer höher werden wir unsere Lebensgrundlage nicht retten, sondern sie endgültig zerstören. Es braucht alternative Konzepte, mit denen wir ein nachhaltiges und besseres Leben führen können – ohne unsere Planeten dabei zu malträtieren. Die Politik zeigt immer wieder, dass sie das noch längst nicht verstanden hat. Egal ob bei der Elbvertiefung oder beim jüngst beschlossenen Kohleausstiegsgesetz, solche unökologischen Entscheidungen zugunsten einer hemmungslosen Wirtschaft darf es in Zukunft einfach nicht mehr geben“, sagt Annika Kruse von Fridays for Future Hamburg.

Jonathan Schreiber von der BUNDjugend Hamburg unterstreicht: „Die Wirtschaft der Zukunft muss die tatsächlich vorhandenen Bedürfnisse der Menschen befriedigen, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten. Anreize für überflüssigen Konsum nach dem Motto Jedes Jahr ein neues Smartphone darf es nicht mehr geben. Produkte sollten stattdessen auf Langlebigkeit ausgerichtet sein und sich leicht reparieren lassen. Wir alle können etwa durch die gemeinsame Nutzung von Elektrogeräten, das Tauschen von Kleidung und den Kauf gebrauchter Produkte Ressourcen schonen und aus der Wachstumsspirale aussteigen. Auch die Stadt Hamburg steht hier in der Verantwortung, Infrastruktur für die Reparatur sowie zum Teilen und Tauschen von Produkten zu schaffen.“

Hintergrundinformationen zum globalen Erdüberlastungstag

Das Global Footprint Network berechnet jeweils den Tag, an dem die Ressourcen für das laufende Jahr erschöpft sind (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen. Um ihren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,7 Planeten. Würden alle Länder so wirtschaften wie Deutschland, wären drei Erden nötig. Für eine Lebensweise wie in China bräuchte die Weltbevölkerung 2,2 Erden, für eine wie in den USA fünf Erden.

Daten des Global Footprint Network: www.footprintnetwork.org/resources/data/

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