Heizungstausch: Einbaupflicht für Erneuerbare Energie ab 1. Juli

Ab dem 1. Juli gibt es in Hamburg die Pflicht zur Einbindung von mindestens 15 Prozent Erneuerbarer Energien beim Heizungstausch. Diese hatte der Senat im Dezember 2019 mit dem Klimaschutzgesetz verabschiedet. Der Mindestanteil kann beispielsweise über Solarthermie, Umweltwärme oder Biomasse erreicht werden.

 

Bei kleineren Anlagen kann Erdgas auch mit einem entsprechenden Biomethananteil eingekauft werden, z. B. bietet der städtische Versorger Hamburg Energie ab 1.7. dazu einen neuen Gas-Tarif an.

Die Details zu den neuen Anforderungen sind in der im Dezember 2020 erlassenen Rechtsverordnung festgelegt. Infos dazu finden sich im Internet unter www.hamburg.de/klimaschutzgesetz und dort im Detail auch in einer Frage & Antwort-Rubrik. Hier ist auch ein Flyer zum Download angeboten, welcher die Umsetzungsmöglichkeiten übersichtlich darstellt.

Zudem unterstützen die Hamburger Energielotsen als erste Ansprechpartner bei individuellen Fragestellungen zur Einbindung erneuerbarer Wärme und finanziellen Zuschüssen. In enger Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Praxis (z. B. Handwerkskammer; Fachverband Sanitär, Heizung und Klempner Hamburg; Schornsteinfeger-Innung) wurden Fragen rund um Umsetzungsmöglichkeiten und den Nachweis der EE-Pflicht diskutiert und vorbereitet. Der Nachweis über den EE-Anteil der neuen Heizung kann online an die Umweltbehörde gemeldet werden und muss nach spätestens 18 Monaten vorliegen. Eigentümerinnen und Eigentümer oder von ihnen beauftragte Sachkundige (z. B. Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger oder Energieberater) können ab 1. Juli einen Onlinedienst nutzen, welcher dann auf der Info-Seite zu finden ist.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima und Energie: „Die EU, der Bund und auch Hamburg müssen zur Erreichung der Klimaziele aus dem Pariser Abkommen große Anstrengungen unternehmen. Einen wesentlichen Beitrag können und müssen wir alle bei den Gebäuden über eine klimafreundliche Versorgung mit Strom und Wärme erreichen. Die Wärme für Gebäude muss bei einem Heizungstausch ab dem 1. Juli zu mindestens 15 Prozent aus Erneuerbarer Energien produziert werden. Das Handwerk in der Stadt spielt dabei eine wichtige Rolle und unterstützt die Umsetzung bereits jetzt. Wo immer die Möglichkeit zum Anschluss an ein Wärmenetz mit Erneuerbaren Energie-Anteilen besteht, kann und soll diese einfache Möglichkeit genutzt werden. Der Ausbau der Wärmenetze und der Wärmeproduktion mit mehr Erneuerbaren Energien ist ein weiterer Baustein der Wärmewende in Hamburg. Hamburg zählt mit diesen Regelungen und auch mit der ab 2023 geltenden Solardachpflicht bundesweit zu den Vorreitern beim Klimaschutz.“

Zusammen mit dem Klimaschutzgesetz wurde auch der Klimaplan beschlossen. Dieser umfasst mehr als 400 Einzelmaßnahmen und ist eines der wichtigsten Klima- und Konjunktur-Projekte der Stadt. Das Klimaschutzgesetz sieht u. a. auch eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen ab 2023 auf Hamburgs Dächern im Neubau vor. Für Bestandsgebäude, bei denen die Dachhaut komplett erneuert wird, greift die Pflicht ab 2025.

Infos im Netz:

Hintergrundinfos zum Klimaschutzgesetz: www.hamburg.de/klimaschutzgesetz

Rechtsverordnung zum Klimaschutzgesetz: t.hh.de/14762816

Hamburgisches Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG): https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-KlimaSchGHA2020rahmen

Energieberatung der Energielotsen: www.hamburg.de/energielotsen

Pressemitteilung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)

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