StadtRäume der Zukunft:

Grüne stoßen wichtige Debatte an, Ideenpapier aber ökologisch ungenügend – BUND fordert mehr Raum für Stadtnatur | Flächenfraß wird allein durch Umnutzung nicht gestoppt
Der BUND begrüßt grundsätzlich die Ideen der Grünen Bürgerschaftsfraktion, die Stadt lebendiger, grüner, vielfältiger und damit lebenswerter zu gestalten. Auch eine Neuaufstellung der Mobilität unterstützt der BUND.

 

„Würden alle Ideen des Papiers umgesetzt werden, wären wir in Hamburg einen Meilenstein für eine zukunftsfähige Stadt voran. Aber wir sehen, dass die politischen Ideen der Grünen nicht mit der gelebten Praxis in Hamburg zusammenpassen.“ so Christiane Blömeke, Vorsitzende des BUND Hamburg. So fordert das Ideenpapier „wilde Ecken“ für mehr Biodiversität in der Stadt und gleichzeitig erlässt der Senat eine Baumschutzverordnung, in der wertvolle Obstbäume keinerlei Schutzstatus mehr in Hamburg haben.
Selbiges am Wasser: Dass die Grünen den Lebensraum Wasser für die Förderung der Artenvielfalt durch schwimmende Inseln nutzen wollen, sei erfreulich. Jetzt müssten noch der Oberbaudirektor und der Denkmalschutz überzeugt werden, die eine naturnahe Begrünung der Fleete in der Vergangenheit ablehnten.

Der BUND begrüßt eine Umnutzung bestehender versiegelter Flächen und teilt den gesellschaftlichen, verbindenden Nutzen, aber: „Allein durch die Umgestaltung bestehender versiegelter Flächen wird dem viel zu großen Flächenfraß in Hamburg in keiner Weise Einhalt geboten.“, mahnt Christiane Blömeke. „Wertvolle Grünflächen werden in Hamburg immer noch im großen Stil zugebaut. Wir vermissen in dem Papier daher eine grundsätzliche Aussage zu mehr Natur in der Stadt. Das gehört aus unserer Sicht dazu, wenn über die Zukunft von Quartieren gesprochen wird. Vogeltränken, Taubenschläge und kleine Blühwiesen allein helfen der Natur in Hamburg nicht.“

Der BUND erwartet von den Grünen einen sichtbaren Einsatz für den Erhalt von Landschaftsschutzgebieten, eine Reduzierung der Versiegelung durch Gewerbe-, Verkehrs- und Wohnungsflächen und die Einführung einer Kreislaufwirtschaft auch bei Grünflächen. Christiane Blömeke bringt es auf den Punkt: „Wenn Grünfläche verbraucht wird, muss an anderer Stelle in der Stadt dieselbe Flächengröße entsiegelt werden. Auch dem Bau neuer Autobahnen wie der A26 Ost, die wertvolle Moorflächen zerstört und Zeichen einer rückwärtsgewandten Verkehrspolitik ist, muss die Grüne Fraktion eine klare Absage erteilen, wenn sie es mit dem Klimaschutz und neuer Mobilität für diese Stadt ernst meint. Wir wollen nicht, dass die sinnvolle Diskussion über die Gestaltung der Quartiere im Detail von den großen Themen der Stadt ablenkt.“

Pressemitteilung BUND Hamburg

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