Jeder gesichtete Schmetterling zählt

Deutsche Umwelthilfe startet Mitmach-Aktion und fordert insektenfreundlichere Städte
Um auf die dramatische Situation der Schmetterlinge aufmerksam zu machen, startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine neue Mitmach-Aktion. Vom 28. Juli bis zum 9. September 2022 sind Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Ausschau nach zehn Schmetterlingsarten in ihrer Umgebung zu halten und diese zu melden. Mit der Bestandsaufnahme zur Verbreitung der Schmetterlinge will die DUH den Handlungsdruck zum Schutz dieser wertvollen Insekten erhöhen.

 

Dazu Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Es steht nicht gut um die bunten Flatterer. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen und genau darum geht es in unserer Aktion: Wir machen die Notsituation der Schmetterlinge sichtbar. Die gute Nachricht ist: Wir können ganz einfach gegensteuern und zwar indem wir einfach mal nichts tun und der Natur freien Lauf lassen. Weniger Rasenmähen, mehr verwilderte Flächen und heimische nektarreiche Blühpflanzen sind der Schlüssel für Schmetterlings-Oasen. Unsere Bestandsaufnahme liefert wichtige Erkenntnisse für den insektenfreundlichen Umbau unserer städtischen Grünflächen. Deswegen kommt es jetzt auf jeden gemeldeten Fund an!“

Jede zehnte Schmetterlingsart ist vom Aussterben bedroht. Intensive Landwirtschaft, Überdüngung und der massive Einsatz von Pestiziden zerstören ihren Lebensraum, nehmen ihnen die Nahrungsgrundlage und schaden ihrer Gesundheit. In den Städten sieht es nicht viel besser aus: Viele Privatgärten bieten zu wenig Nahrungsquellen für die Falter und ihre Raupen. Dasselbe gilt für öffentliche Grünflächen wie Parks, Friedhöfe, Spielplätze und sogar Schulgelände. Um gegenzusteuern braucht es mehr heimische und nektarreiche Blühpflanzen sowie verwilderte Flächen.

Unterstützt wird die Aktion der DUH von den NaturFreunden Deutschlands sowie dem renommierten Schmetterlingsforscher Dr. Robert Trusch, aktuell tätig am Naturkundemuseum Karlsruhe. „Die Artenvielfalt geht seit Jahrzehnten zurück. Bei einem Spaziergang findet man immer weniger unterschiedliche Schmetterlingsarten. Auch gibt es immer weniger Individuen in Feld und Flur. Deswegen wollen wir mit der Aktion feststellen, ob bestimmte Arten von der Bevölkerung noch gesichtet werden. Jede Beobachtung zählt!“, so Trusch.

Auf Grundlage der übermittelten Fundorte plant die DUH eine digitale Verbreitungskarte. 2023 sollen die Aktion fortgesetzt und die Ergebnisse aktualisiert werden.

Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe

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