Ergebnisse der Stunde der Wintervögel

In Hamburg haben trotz schwieriger Wetterverhältnisse 1.801 Menschen in 1.209 Gärten und Parks an der traditionellen „Stunde der Wintervögel“ des NABU teilgenommen und dabei über 34.000 Vögel gezählt. Mit 28,4 Vögeln pro Garten liegt Hamburg jedoch deutlich hinter dem bundesweiten Mittel zurück.

 

Deutschlandweit haben etwa 100.000 Menschen in knapp 68.000 Gärten fast 2,3 Millionen Vögel, und damit 33,4 Vögel pro Garten, gemeldet. Der Blick auf die vergangenen 13 Jahre zeigt für Hamburg insgesamt einen rückläufigen Trend (s. Grafik).

„Die Stunde der Wintervögel gibt uns gute Hinweise auf die Entwicklung der Vogelbestände in unseren Gärten. Im langjährigen Trend müssen wir traurigerweise beobachten, dass die Hamburgerinnen und Hamburger immer weniger Vögel in ihren Gärten zählen können. Das Artensterben findet sichtbar vor unseren Augen statt. Die Politik hat ihre Hausaufgaben bisher nicht gemacht, um den Verlust von Lebensräumen und Arten wirkungsvoll zu stoppen. Sie muss endlich mehr tun, um den Erhalt der Biodiversität zu gewährleisten“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.

In Hamburg befindet sich ein bekanntes Trio auf den ersten drei Plätzen der häufigsten Wintervögel: Die Kohlmeise ist erneut Spitzenreiterin. Ihr folgen Blaumeise und Amsel auf den Plätzen 2 und 3. Damit konnte die Blaumeise in diesem Jahr einen Platz gutmachen. Die Amsel hat immer noch einen deutlich niedrigeren Bestand als im Winter 2017/2018, bevor das Usutu-Virus im Sommer 2018 zu einem Amselsterben in Hamburg führte. Der Bestand hat sich nach dem Rückgang um ca. 40 % nur leicht erholt.

Erfreulich ist der solide vierte Platz des Haussperlings, der in Hamburg auf der Roten Liste steht. Dieses Jahr wurden ca. 15 % mehr Haussperlinge als 2022 gezählt. Das ist zwar erfreulich, aber der Haussperling ist in Hamburg immer noch ein Sorgenkind. Im Vergleich von Berlin und Hamburg wird das deutlich. Die Anzahl von 2,13 Hausperlingen pro Garten in Hamburg (in 25 % der Gärten) ist sehr gering im Vergleich zur Hauptstadt, wo er noch häufig (in 65 % der Gärten) und mit über 8 Vögeln je Garten nachgewiesen wird.

„Leider hat der Haussperling in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark abgenommen, was ihm einen Platz auf der Roten Liste der Brutvögel Hamburg bescherte. Die Brutplätze in Nischen an Gebäuden stehen unter Naturschutz. Bei Gebäudesanierungen müssen Nistplätze auf jeden Fall neu geschaffen oder ersetzt werden. Offene Bodenflächen und Gebüsche, Hecken und Fassadenbegrünungen sind wertvolle Lebensräume für den Haussperling, die den typischen Gebäudebrütern Zuflucht und Nahrung bieten. Auch ihr Verlust kann eine lokale Population zur Abwanderung zwingen“, sagt Marco Sommerfeld, Vogelschutzexperte beim NABU Hamburg.

Die Ergebnisse sind im Detail unter www.NABU.de/sdw-ergebnisse einsehbar. Die nächste Vogelzählung findet vom 12. bis 14. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.

Pressemitteilung NABU Hamburg

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