Stadtentwicklung neu denken

Die Zeiten von Neubau auf der „Grünen Wiese“ sind vorbei
Zum Welttag der Stadtplanung am 8. November mahnt der BUND Hamburg: Hamburger Senat ignoriert Klimakrise bei Flächenplanung

 

Dazu die Vorsitzende des BUND Hamburg, Sabine Sommer:
„Wir sehen den Bedarf an Wohnraum, aber nachhaltige Stadtentwicklung sieht anders aus. Natürlich ist es bequemer, auf großen zusammenhängenden Freiflächen zu planen – aber genau diese Grünflächen braucht Hamburg dringender denn je, um sich vor den Folgen der Klimakrise zu schützen.“

Dass Hamburg ein großes Flächenpotenzial im Bestand hat, zeigen die Ergebnisse der Bachelorthesis von der Stadtplanungsstudentin Hannah Sommerschuh (HafenCity Universität Hamburg). Konkret geht es um eine Fläche von rund 196 Hektar, die zurzeit als Parkraum genutzt und theoretisch umfunktioniert werden könnte. „Natürlich können nicht alle ermittelten Flächen 1:1 für den Wohnungsbau umgenutzt werden, aber die Daten zeigen, wie viel versteckte Potenziale es im Bestand in Hamburg gibt“, sagt Sabine Sommer.

Weitere Wohnungsbaupotenziale kommen durch innovative Wohnkonzepte, den Umbau bestehender Gewerbeimmobilien, Aufstockungen und Wohnungstauschangebote hinzu. Teile dieser Flächen könnten entsiegelt werden, um dringend benötigte zusätzliche Grün- und Versickerungsflächen in hochverdichteten Stadtquartieren zu schaffen.

„Wir brauchen keine Stadtentwicklung, die uns die letzten wertvollen Naturflächen zerstört, sondern eine, die um die Ecke denkt und stärker Potentiale im Umbau des Bestands in den Fokus nimmt. Davon wird Hamburg langfristig profitieren“, so Sommer.

Pressemitteilung BUND Hamburg

Fotos: Vorher (unten) und nachher (oben) am Immenhorstweg in Bergstedt 2007. Der Bebauungsplan wurde zunächst von der SPD betrieben, später von der CDU (von Beust-Senat) verwirklicht. © wuz

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