40 Jahre Bundesumweltministerium

NABU würdigt starke Stimme für Umwelt und Natur – NABU-PräsidentKrüger: „Umwelt-, Klima- und Naturschutz brauchen eine starke politische Vertretung auf Bundesebene“
Zum 40-jährigen Jubiläum des Bundesumweltministeriums würdigt der NABU die Bedeutung eines eigenständigen Umweltressorts für den Schutz von Umwelt, Natur und Lebensgrundlagen in Deutschland. Das Jubiläum wird am 2. Juni unter dem Motto „Seit 40 Jahren NaturVerbunden“ mit einem Festakt in Berlin begangen.

„Die Gründung des Bundesumweltministeriums war eine wichtige politische Konsequenz aus den großen Umweltproblemen der 1970er und 1980er Jahre. Waldsterben, verschmutzte Flüsse und Luftbelastung haben gezeigt, dass Umweltpolitik eine starke Stimme in der Bundesregierung braucht. Vier Jahrzehnte später gilt das mehr denn je“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Das Bundesumweltministerium habe maßgeblich dazu beigetragen, Umweltbelastungen zu reduzieren, Gewässer sauberer zu machen, die Luftqualität deutlich zu verbessern und Natur- und Klimaschutz als zentrale politische Aufgaben zu verankern. Viele Fortschritte wären ohne ein eigenständiges Ressort, das langfristige Gemeinwohlinteressen gegenüber kurzfristigen sektoralen Einzelinteressen vertritt, nicht möglich gewesen.

„Umweltpolitik ist kein Nischenthema, sondern schützt die Grundlagen unseres Wohlstands, unserer Gesundheit und unserer Lebensqualität. Dafür braucht es starke Institutionen, wissenschaftliche Expertise und politischen Gestaltungswillen. Ein eigenständiges Umweltministerium sorgt dafür, dass diese Interessen in politischen Abwägungsprozessen das notwendige Gewicht erhalten“, so Krüger.

Mit Blick auf aktuelle Debatten über die Zukunft umweltpolitischer Institutionen warnt der NABU-Präsident davor, Umweltpolitik strukturell zu schwächen. „Wer starke Umweltbehörden oder ein eigenständiges Umweltressort infrage stellt, gefährdet die Fähigkeit des Staates, auf die großen Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren. Klimakrise, Artensterben und die zunehmende Belastung natürlicher Ressourcen verlangen nach klarer politischer Verantwortung und verlässlichen Institutionen.“

Neben staatlichen Institutionen sei eine engagierte Zivilgesellschaft unverzichtbar für erfolgreiche Umweltpolitik. Der NABU verweist beispielhaft auf die Renaturierung der Unteren Havel, eines der größten Flussrenaturierungsprojekte Europas. Solche Vorhaben zeigten, dass langfristiger Umwelt- und Naturschutz nur gelingen könne, wenn Politik, Behörden, Verbände und Ehrenamtliche gemeinsam an einem Strang ziehen.

„Deutschlands Natur wird jeden Tag von Menschen geschützt, die sich vor Ort engagieren. Dieses Ehrenamt ist ein unverzichtbarer Teil des Erfolgsmodells Umwelt- und Naturschutz in Deutschland. Es braucht auch künftig die politische Unterstützung und die verlässlichen Rahmenbedingungen, die ein starkes Bundesumweltministerium schaffen kann“, sagt der NABU-Präsident.

Pressemitteilung NABU

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