„Absurd“: NABU kritisiert Streichungspläne

… bei erfolgreicher Agrarförderung
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) plant, die 2024 gesetzlich verankerten zusätzlichen Öko-Regelungen für die Weidehaltung von Milchkühen und die Förderung des Biotopverbundes zu streichen. Dabei zeigen kürzlich veröffentlichte Zahlen deutlich, dass die Öko-Regelungen in der Praxis funktionieren: Seit ihrer Einführung im Jahr 2023 werden sie zunehmend besser angenommen. Im vergangenen Jahr wurden sämtliche Mittel abgerufen.

Auch für 2026 zeichnet sich eine weiterhin hohe Nachfrage ab. So ist etwa in Mecklenburg-Vorpommern die beantragte Fläche im Rahmen der Öko-Regelungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 170.000 Hektar auf knapp 1,14 Millionen Hektar gestiegen.

Der NABU kritisiert die Streichungspläne des BMLEH als klaren Rückschritt für landwirtschaftliche Betriebe sowie den Natur- und Klimaschutz. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Betriebe nehmen die Instrumente für Klima- und Umweltschutz an. Viele Landwirtinnen und Landwirte wollen ökologische Maßnahmen wie etwa die Weidehaltung, umsetzen – sie brauchen dafür aber eine verlässliche wirtschaftliche Honorierung“, sagt NABU-Agrarexperte Phillip Brändle. „Die geplante Streichung ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die diesen Weg bereits eingeschlagen haben. Planungssicherheit sieht anders aus.“

Das vom Ministerium angeführte Argument des Bürokratieabbaus weist der NABU entschieden zurück. „Das ist absurd: Wer jetzt Öko-Regelungen streicht, baut keine Bürokratie ab, sondern verhindert ein etabliertes und breit genutztes Angebot. Damit wird Betrieben eine wichtige Einkommensquelle vorenthalten, auf die sie sich verlassen“, so Brändle. „Die Öko-Regelungen sind eine verlässliche Förderung, die die viele Betriebe offenkundig gerne annehmen – Minister Rainer steht jetzt in der Verantwortung zu zeigen, dass sich die Landwirtinnen und Landwirte auch auf ihn verlassen können.“

Besonders kritisch sieht der NABU die geplante Streichung der Weideprämie. Sie ist ein wichtiger Hebel, um den seit Jahren rückläufigen Weidegang bei Rindern endlich zu stoppen: Zwischen 2010 und 2019 sank der Anteil der Tiere mit Weidezugang von 37 auf 31 Prozent. Weidehaltung leistet jedoch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt artenreichen Grünlands, zur Biodiversität und zum Tierwohl. „Wer diese Förderung jetzt streicht, riskiert, dass das ohnehin schleichende Sterben der Weidetierhaltung weiter befeuert wird“, warnt Brändle. „Das wäre ein fatales Signal – für die Betriebe, für die Tiere und für den Naturschutz.“

Pressemitteilung NABU

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