Bilanz der Amphibienwanderung 2026 in Hamburg –
Ehrenamtliche Hilfe sichert Wanderwege, Rückgänge bei Beständen weiter zu beobachten
Am 22. Mai ist der internationale Tag der biologischen Vielfalt. Zu dieser Vielfalt gehören auch unseren heimischen Amphibien: Der Schutz von Laichgewässern, geeigneten Lebensräumen und verbindenden Korridoren ist entscheidend, um die Vielfalt der Arten in Hamburg zu erhalten. Die Betreuung von Amphibienzäunen während der Wandersaison ist ein weiterer, wichtiger Beitrag. Die Bilanz des NABU Hamburg zur Amphibienwanderung fällt in diesem Jahr gemischt aus.
Mit großem Einsatz haben Aktive und Unterstützer*innen des NABU Hamburg an mehreren Straßen dafür gesorgt, dass Amphibien ihre Laichgewässer erreichen konnten. 16 Schutzzäune wurden zur Zeit der Wanderung von etwa Anfang März bis Mitte April vom NABU ehrenamtlich betreut. Auch an Straßen ohne Zäune sammelten Amphibienschützer*innen wandernde Kröten, Frösche und Molche auf. Die Bilanz der NABU-Fachgruppe Amphibien und Reptilien: 12.146 Amphibien wurden vor dem Straßenverkehr gerettet.
Die Zaunbetreuung erfolgt meist über die Stadtteilgruppen des Naturschutzbundes. Neben den NABU-Aktivitäten existieren aber auch private Initiativen, zum Beispiel in Berne, aber auch Am Pfeilshof und Stemwarde. In Berne läuft die Sammlung mittlerweile seit zehn Jahren, seit dem letzten Jahr mit Unterstützung des NABU. Ein bedeutender Amphibienbestand, welcher bei der Erdkröte im vierstelligen Bereich liegt, wird hier vor hohen Verlusten durch den Straßenverkehr bewahrt.
Welle der Hilfsbereitschaft für Hamburgs Amphibien
Der NABU Hamburg rief im Frühjahr öffentlich zur Mithilfe bei der Amphibienwanderung auf. In diesem Jahr meldeten sich daraufhin spontan so viele Hilfswillige wie noch nie beim Landesverband. „Die große Resonanz auf unseren Aufruf hat uns überrascht“, erzählt Frederik Schawaller, Referent für Moorschutz beim NABU Hamburg. „Das zeigt, wie sehr der Schutz der Natur den Hamburgerinnen und Hamburgern am Herzen liegt. Wir danken allen, die sich gemeldet und den wandernden Tieren eine sichere Straßenüberquerung ermöglicht haben!“
Die Amphibienbestände entwickelten sich an den Zäunen gebietsweise unterschiedlich. Ein besorgniserregender Rückgang setzte sich beim Grasfrosch fort, dessen Gesamtzahl über 20 % gegenüber dem Vorjahr abnahm. In einem Gebiet, dem Göhlbachtal, wurde nach dem weitgehenden Verschwinden wandernder Amphibien kein Zaun mehr aufgestellt.
Die Empfindlichkeit vieler Amphibien-Populationen verdeutlichte ein Hilferuf, der den NABU noch spät Mitte April erreichte: Vermutlich der Ausfall eines bisherigen Laichgewässers führte zum „Massenansturm“ von Erdkröten auf einen Swimmingpool am Rand der Neugrabener Heide. Da der undichte Pool nur kurzzeitig nach Regen etwas Wasser führt, transportierten Mitglieder der NABU-Gruppe Süd die Tiere – 828 (!) Erdkröten, 6 Fadenmolche – in Abstimmung mit der Umweltbehörde zum nächstgelegenen Gewässer. Das erneut trockene Frühjahr zeigte vielerorts: Die Bedeutung des Erhalts und der Wiederherstellung geeigneter Gewässer nimmt weiter zu. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt muss in Hamburg mehr getan werden, das gilt insbesondere auch für die heimischen Amphibien.
Weitere Informationen über die Arbeit der NABU-Fachgruppe Amphibien und Reptilien finden Sie unter www.NABU-Hamburg.de/fachgruppe-amphibien.
Pressemitteilung NABU Hamburg