Greenpeace zum fossilen
Ausstiegsfahrplan der Bundesregierung
Das Bundeskabinett hat heute einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas beschlossen. Deutschland schließt sich damit der UN-Initiative “Roadmap for Transitioning Away from Fossil Fuels” (TAFF) an und legt fest, wie es bis 2045 klimaschädliche Emission aus fossilen Energien auf null reduzieren will. Greenpeace-Energieexpertin Mira Jäger begrüßt den Schritt und erinnert gleichzeitig an den bisher fehlenden nationalen Umsetzungswillen:
“Deutschland zeigt mit dieser Ankündigung ein Lebenszeichen in der internationalen Klimapolitik. Angesichts einer sich beschleunigenden Klimakrise und einem massiv geschwächten Multilateralismus ist das ein zu begrüßendes Signal. Doch dieser diplomatische Vorstoß bleibt nur so stark, wie Deutschlands dahinterliegende Energiepolitik. Deutschland kann nicht glaubhaft für einen Ausstieg aus fossilen Energien eintreten, wenn die Bundesregierung gleichzeitig die Ölbranche subventioniert, die Wärmewende ausbremst und den Ausbau der Erneuerbaren verlangsamt.
Wie gefährlich es für ein Land ist, von Öl, Kohle und Gas abhängig zu sein, erleben wir derzeit schmerzhaft. Entsprechend sollte die Bundesregierung den beschleunigten Ausstieg von den Fossilen als ökologische Notwendigkeit und wirtschaftliche Chance begreifen. Der heutige symbolische Schritt muss einen politischen Niederschlag in der deutschen Energie- und Klimapolitik finden. Deutschland braucht etwa dringend einen Fahrplan für einen verbindlichen und geordneten Gasausstieg bis 2035 und einen entsprechend beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren.”
Pressemitteilung Greenpeace
Raus aus Kohle, Öl und Gas: NABU begrüßt Fahrplan zum fossilen Ausstieg
Bock: Die Bundesregierung setzt mit der Roadmap ein klares Zeichen für konsequenten Klimaschutz
Der NABU begrüßt den heute vom Kabinett beschlossenen Fahrplan für den Ausstieg aus den fossilen Energien. Die unter Bundesumweltminister Carsten Schneider erarbeitete Roadmap sendet ein wichtiges internationales Signal: Deutschland steht weiterhin zu dem von der Weltklimakonferenz vereinbarten Kurs weg von Kohle, Öl und Gas.
„Die Bundesregierung setzt mit der Roadmap ein klares Zeichen für konsequenten Klimaschutz und den entschiedenen Ausstieg aus fossilen Energien“, sagt Sebastian Bock, Geschäftsleitung Politik beim NABU-Bundesverband. „Der Abschied von fossilen Energien ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes. Er stärkt unsere Versorgungssicherheit, verringert geopolitische Abhängigkeiten und schafft Raum für Innovation, Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze.“
Positiv bewertet der NABU insbesondere den klaren Kurs bei Verkehr und Wärme: E-Autos und E-Lkw werden den Straßenverkehr zunehmend prägen, während die Wärmepumpe eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Gebäude einnimmt. „Der konsequente Umstieg auf Elektromobilität und klimafreundliche Wärme ist eine Investition in die Innovationskraft und Zukunft unserer Industrie und schützt uns langfristig vor explodierenden Heizkosten. Jetzt muss die Bundesregierung aber auch zeigen, dass sie hinter ihrem eigenen Plan steht: mit dem Festhalten an den Flottengrenzwerten für Pkw ohne Biokraftstoffe, klaren Elektrifizierungszielen im Wärmebereich ohne Biotreppe und einer Offensive für einen ambitionierten und naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien“, so Bock.
Zugleich sei entscheidend, Klimaschutz und soziale Sicherheit zusammenzudenken. Die Roadmap zeige, dass der Übergang zur Klimaneutralität sozial abgefedert werden könne ohne dabei Beschäftigte, Regionen und private Haushalte gegeneinander auszuspielen. „Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Gegensatz. Entscheidend ist, dass wir jetzt verlässlich investieren und den Weg zur Klimaneutralität sozial und naturverträglich gestalten. Die Roadmap macht Hoffnung, dass die Regierung das jetzt verstanden hat“, so Bock.
Pressemitteilung NABU
Kabinett beschließt fossilen Ausstiegsplan:
Deutsche Umwelthilfe fordert konsequente Umsetzung von Verbrenner-Aus und Energiewende
Das Bundeskabinett hat einen fossilen Ausstiegsfahrplan bis 2045 beschlossen und will sich damit der UN-Initiative „Transitioning Away from Fossil Fuels“ (TAFF) anschließen. Die sogenannte „Roadmap“ stellt Umweltminister Schneider heute bei der UN-Generalversammlung vor. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft der Bundesregierung vor, den Ausstiegsplan mit zahlreichen fossilen Gesetzen und Gesetzesvorhaben schon jetzt zu untergraben.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Bundesregierung erkennt in ihrer Roadmap an, dass die Elektrifizierung des Straßenverkehrs zentral ist, um uns aus der Öl-Abhängigkeit zu befreien – gleichzeitig arbeitet sie jedoch in Brüssel seit Monaten mit allen Mitteln daran, den beschlossenen Verbrenner-Ausstieg bei Pkw-Neuzulassungen bis 2035 rückgängig zu machen. Wenn dieser Fahrplan irgendetwas wert sein soll, muss die Bundesregierung ihre Worte endlich mit konkretem Handeln hinterlegen und im Verkehrssektor alle Hebel umlegen. Wir fordern eine beschleunigte Antriebswende und den konsequenten Ausbau von Rad-, Bus- und Bahnverkehr.“
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Statt den Ausstieg aus fossiler Energie voranzubringen, würgt die Bundesregierung die Erneuerbaren Energien ab. Netzpaket und Erneuerbare-Energien-Gesetz gehen in die völlig falsche Richtung. Auch die Ausweitung von Gasbohrungen in der Nordsee und die milliardenschweren Subventionen für neue Gaskraftwerke passen nicht in die versprochene ‚Transition‘. Schon gar nicht kann die Bundesregierung alleine auf das Klimaschutzprogramm 2026 verweisen. In unserer Klimaklage dagegen haben wir bereits dargelegt, dass die Maßnahmen nicht ausreichen, um die gesetzlichen Klimaziele zu erfüllen. Wenn die Bundesregierung es mit dem fossilen Ausstieg ernst meint, muss sie an allen Stellen nachbessern.“
Pressemitteilung DUH