Während im Rathaus die rot-grünen
Koalitionsverhandlungen zu Energie und Umwelt laufen, demonstrieren auf dem Rathausmarkt Bürgerinnen und Bürger aus Hamburg und Wedel mit einem Banner für die Abschaltung des Kohlekraftwerks Wedel und den Einstieg in eine perspektivisch 100-prozentige Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien. Beteiligt sind u. a. der BUND Hamburg, der Hamburger Energietisch, KEBAP KulturEnergieBunker e.V., die BI Moorburgtrasse-stoppen und die BI Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel.
Das Kohle-Heizkraftwerk (KoHKW) Wedel ist mit 950 g CO2/ kWh und ca. 1,3 Mio t CO2 jährlich neben dem KoHKW Tiefstack der größte Klimaverschmutzer der Hamburger Fernwärme.
Vattenfall und der Senat erwägen trotzdem, dieses 50 (!) Jahre alte Heizkraftwerk für eine weitere Laufzeit von 10 Jahren zu ertüchtigen und nicht zügig abzuschalten, wie sie es 2011 versprochen haben. Dies ist weder mit den Klimazielen Hamburgs noch mit dem Volksentscheid UNSER HAMBURG – UNSER NETZ, der eine klimafreundliche Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien als verbindliches Ziel vorgibt, vereinbar.
Die Stadt ist bereits heute mit 25,1% an der Fernwärmegesellschaft Vattenfall Wärme Hamburg GmbH beteiligt. Rot-Grün soll diesen Einfluss nutzen und im Koalitionsvertrag festschreiben, dass eine Laufzeitverlängerung des Kohlekraftwerks Wedel keine Option ist. Die Initiativen fordern: „Raus aus der Kohle“ ist eine politische Entscheidung, zu der sich der künftige Senat bekennen muss! Das Kohlekraftwerk Wedel soll noch in diesem Jahr abgeschaltet werden!
Die Wärmeversorgung im Hamburger Westen können übergangsweise die Vattenfall Heizwerke Haferweg (Fertigstellung 2015) und Hafencity übernehmen, die auch einspringen, wenn das KoKW Wedel mal wieder ausfällt. Die notwendige Neugestaltung der Fernwärmeversorgung muss dafür genutzt werden, mehr erneuerbare Wärme und Abwärme aus der Industrie ins Fernwärmenetz einzuspeisen und das Netz zukunftsfähig umzubauen.
Hintergrund:
Im Rahmen eines von der Hamburger Umweltbehörde in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Fernwärmeversorgung wird eine Ertüchtigung des KoKWs Wedel für eine weitere Laufzeit von 10 Jahren als eine mögliche Alternative geprüft. Voraussichtlich 2019 übernimmt Hamburg die Vattenfall Wärme Hamburg GmbH vollständig.
Zur Stromversorgung wird das KoHKW mit Baujahr 1965 angesichts der Windstromüberschüsse aus Schleswig-Holstein und den Überkapazitäten aus dem KoKW Moorburg nicht mehr benötigt. Das KoHKW Wedel hat in den letzten Jahren immer häufiger mit Ausfällen und baulichen Erschütterungen von sich reden gemacht. Als Ergebnis erfüllt das KoHKW aktuell daher nicht die gesetzlichen Auflagen der Betriebsgenehmigung. Vom Land Schleswig-Holstein wurde Vattenfall eine Frist zu Nachbesserung gesetzt, wobei noch fraglich ist, ob Vattenfall seinen Pflichten nachkommt.
Pressemitteilung von BUND Hamburg, Hamburger Energietisch, KEBAP KulturEnergieBunker e.V., BI Moorburgtrasse-stoppen und BI Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel
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