Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland
setzen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) immer stärker auf Öko-Regelungen. Das geht aus einer Veröffentlichung der Antragszahlen für 2026 des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Berechnungen des NABU zeigen zudem, dass inzwischen auf über 55 Prozent der Agrarfläche Deutschlands Öko-Regelungen umgesetzt werden. Gegenüber dem Start der Förderperiode im Jahr 2023 ist die Nachfrage um mehr als 41 Prozent gestiegen.
Aus Sicht des NABU-Agrarexperten Phillip Brändle steht diese Entwicklung im deutlichen Kontrast zur Agrarpolitik der Bundesregierung: „Während die Öko-Regelungen in der landwirtschaftlichen Praxis zum Erfolgsmodell werden, will Bundesagrarminister Rainer genau hier der Rotstift ansetzen und die bereits gesetzlich verankerten Öko-Regelungen für die Forderung der Weidehaltung und den Biotopverbund streichen.“
Aus Sicht des NABU bestätigen die Antragszahlen zudem die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft. Diese hatte bereits 2021 empfohlen, den Anteil der Öko-Regelungen in den kommenden GAP-Förderperioden bis 2034 schrittweise auszubauen. „Während die politischen Verantwortlichen jede Vision für die Zukunft der Agrarförderung vermissen lassen, zeigen die Bäuerinnen und Bauern, wo die Reise hingehen muss. Wenn die GAP nicht obsolet werden soll müssen alle öffentlichen Agrargelder konsequent und wirtschaftlich attraktiv an konkrete Leistungen von landwirtschaftlichen Betrieben im Umwelt-, Klima- und Tierschutz gebunden werden.”
Erstaunt zeigt sich der NABU über die Art und Weise der Veröffentlichungen der Antragszahlen. In den vergangenen Jahren wurden diese jeweils Ende Juni oder Anfang Juli aktiv kommuniziert. Diesmal erschienen sie ohne begleitende Pressearbeit auf der Internetseite des Ministeriums. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium verhindern wollte, dass die erfreulichen Antragszahlen genau zu dem Zeitpunkt größere Aufmerksamkeit erhalten, an dem das Bundeskabinett die Streichung weiterer Öko-Regelungen beschlossen hat“, sagt Brändle.
Hintergrundinformation:
Der NABU hat die Antragszahlen der Öko-Regelungen für 2026 ausgewertet. Die Berechnungen stellt der Verband auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Pressemitteilung NABU