Am 1. Oktober startet die Baumfällsaison
. Überall in Hamburg dürfen dann wieder Bäume, Sträucher und Hecken abgesägt oder stark gekürzt werden – vorbehaltlich einer Genehmigung. Mehrere tausend Bäume und wertvolles Stadtgrün gehen während der Baumfällsaison jedes Jahr insgesamt verloren, der überwiegende Anteil auf privaten Flächen. Aber auch im öffentlichen Raum werden Bäume an Straßen, in Parks und Grünanlagen gefällt.
Der NABU Hamburg hat eine Checkliste erarbeitet, die Handlungsmöglichkeiten bei drohenden Baumfällungen aufzeigt.
„Bäume und weiteres Stadtgrün erfüllen in städtischen und dicht besiedelten Bereichen essenzielle Funktionen. Im Hinblick auf den Klimawandel muss der Hamburger Baumbestand erhalten und entwickelt werden. Das bedeutet konkret: Straßenbäume im öffentlichen Raum müssen mit größerer Anstrengung konsequent erhalten werden. Wenn das nicht möglich ist, müssen sie adäquat ersetzt werden. Besonders die Kontrolle von Nachpflanzungen bei privaten Fällungen muss erheblich verstärkt werden. Die zuständigen Behörden müssen dafür finanziell besser ausgestattet werden“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.
„Bäume leisten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag für unsere Lebensqualität und die biologische Vielfalt. Bäume prägen das grüne Stadtbild, mildern das Stadtklima, produzieren Sauerstoff, filtern Schadstoffe und bieten darüber hinaus Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tierarten. Der Verlust von Bäumen hat daher enorme Auswirkungen auf Mensch und Natur. Zudem kann ein alter Baum nicht in all seinen Funktionen durch einen jungen ersetzt werden“, sagt Dr. Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur beim NABU Hamburg.
Jedes Jahr erreichen den NABU Hamburg zahlreiche Fragen und Hinweise aus der Bevölkerung zu Baumfällungen in ganz Hamburg, vor allem während der Fällsaison. Deshalb informiert der Verband mit einer Checkliste zum Baumschutz über Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten, wenn jemand eine unrechtmäßige Baumfällung vermutet. Die Liste, die unter www.NABU-Hamburg.de/checkliste heruntergeladen werden kann, bietet Hilfestellung, was gegen drohende Fällungen unternommen werden kann.
Die NABU-Stadtteilgruppe Eimsbüttel hat zudem die „Hallo Baum“-App entwickelt, mit der die Straßenbäume in der eigenen Nachbarschaft entdeckt werden können. Die App kann unter https://hallobaum.de/ genutzt oder heruntergeladen werden.
Hintergrund:
Nach dem Sommerfällverbot aus Artenschutzgründen (Bundesnaturschutzgesetz §39) dürfen vom 1. Oktober bis zum 28. Februar des Folgejahres wieder Bäume gefällt werden. Aber Achtung: Alle Bäume auf Privatgrundstücken in Hamburg mit einem Stammumfang von mindestens 80 cm in 1,30 m Stammhöhe und alle Hecken ab 80 cm Höhe sind durch die Hamburger Baumschutzverordnung geschützt und dürfen nur mit einer Fällgenehmigung – ausgestellt vom zuständigen Bezirksamt – gefällt werden. Die Bezirke veröffentlichen ihre Fälllisten für Straßen- und Parkbäume über die Ausschüsse der Bezirksversammlung, so dass die Gründe für Fällungen im öffentlichen Raum eingesehen werden können.
Pressemitteilung NABU Hamburg