Buchtipps: Geld regiert die Welt

CO₂-Preise, Effizienz, grünes Wachstum – und doch steigen Emissionen und Rohstoffverbrauch weiter. Franz Garnreiter analysiert diesen Widerspruch mit Blick auf 250 Jahre Kapitalismus, Machtkonzentration und verlagerte Kosten. Er zeigt, warum technologische Korrekturen nicht reichen und was sich für eine Wirtschaftsweise innerhalb planetarer Grenzen ändern muss.

Seit Jahren wird versprochen, die Klimakrise mit CO₂-Preisen, Effizienzsteigerungen und grünem Wachstum zu lösen. Doch während Emissionen bepreist werden, steigen sie weiter; während erneuerbare Energien ausgebaut werden, wächst der Rohstoffverbrauch. Dieses Buch nimmt diese Widersprüche ernst – und zieht Konsequenzen.

Franz Garnreiter zeigt anhand konkreter Beispiele, warum marktwirtschaftliche Klimapolitik an ihre Grenzen stößt: warum Emissionshandel die Dekarbonisierung nicht beschleunigt, warum „grünes“ Wachstum neue Abhängigkeiten von Metallen und Ressourcen schafft und weshalb die Hauptlast der Klimazerstörung bei jenen landet, die am wenigsten dazu beitragen.

Der besondere Blick dieses Buches liegt auf Zeiträumen und Machtverhältnissen, die in der Klimadebatte meist ausgeblendet werden: auf 250 Jahren kapitalistischer Expansion, auf der Konzentration von Reichtum und Entscheidungsmacht und auf der systematischen Verlagerung ökologischer Kosten in den Globalen Süden. Statt abstrakter Appelle fragt das Buch konkret, welche Wirtschaftsweise innerhalb planetarer Grenzen überhaupt tragfähig ist – und was dafür grundlegend anders werden muss.

Franz Garnreiter: System Change oder Klimakollaps. Über die Verantwortungslosigkeit kapitalistischer Gesellschaften, Buch 25,00 €, E-Book 19,99 €.

Vision eines Geldsystems, das den Menschen dient

Geld regiert die Welt – aber nach welchen Regeln eigentlich? Die Wirtschaftspublizistin Samirah Kenawi legt offen, warum Geldströme unsere Gesellschaft zunehmend spalten, warum notwendige Arbeit nicht bezahlt und Zerstörung profitabel wird. Sie zeigt, wie eine Logik der Rendite alles durchdringt: von der Brücke, die verfällt, bis zur Pflegekraft, die fehlt.

Statt in Investitionen für ein gutes Leben fließt Kapital in spekulative Märkte. Die Folgen: wachsender Reichtum für wenige, Krisen und Konkurrenz für die Mehrheit. Doch diese Entwicklung ist kein Naturgesetz – sie ist das Resultat historischer Entscheidungen und systemischer Zwänge.

Mit einem scharfen Blick auf Geschichte, Ökologie und Ökonomie entfaltet Samirah Kenawi die Vision eines Geldsystems, das Menschen dient, Kreisläufe achtet und Demokratie stärkt. Sie plädiert für eine Neuordnung der Verteilung – als Voraussetzung für eine solidarische, lebensfreundliche Zukunft.

Samirah Kenawi: Die Quadratur des Geldes. Eine kritische Sichtung unseres Wirtschaftssystems, 702 Seiten, Buch 36,00 €, E-Book 28,99 €.

Pressemitteilungen Oekom Verlag

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