„Bündnis für die Quartiere“ geschlossen

Senat, Wohnungswirtschaftliche Verbände und Buendnis_fuer_Quartiere2014SAGA GWG unterzeichnen Vereinbarung zur Quartiersentwicklung

 

Die zuständigen Senatsbehörden, die wohnungswirtschaftlichen Verbände und die SAGA GWG haben die Rahmenvereinbarung für ein Hamburgweites „Bündnis für die Quartiere“ unterzeichnet, die in den einzelnen Bezirken durch Umsetzungsvereinbarungen konkretisiert werden wird. Erste Pilotprojekte des Bündnisses werden im Rahmen des Konzeptes „Stromaufwärts an Elbe und Bille – Wohnen und urbane Produktion in HamburgOst“ in Rothenburgsort und im südlichen Hamm umgesetzt.

Mit dieser qualitativen Weiterentwicklung des „Bündnisses für das Wohnen“ wird in den Quartieren eine gemeinsame Entwicklungsstrategie mit allen Beteiligten – Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Bewohnerinnen und Bewohner – erarbeitet. Das Ziel ist es, dass städtische Planer, Manager des öffentlichen Raumes, private Investoren, bestandshaltende Wohnungsunternehmen sowie Akteure im Bildungs- und Sozialbereich ihre Aktivitäten koordinieren und so die Kräfte für die Quartiersentwicklung bündeln.

Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt: „Dieses Bündnis ist entstanden, weil wir gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit im ‚Bündnis für das Wohnen‘ gemacht haben. Das wollen wir für unsere Quartiere nutzen. In Zukunft ziehen dort Bewohnerinnen und Bewohner, Stadtplaner, private Investoren, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft an einem Strang. Mit gebündelten Kräften, einer gemeinsamen Strategie und gemeinsamen Zielen werden wir viel für die Quartiere in ganz Hamburg erreichen. Das ist bundesweit einmalig und gleichzeitig mit den Pilotprojekten ein entscheidender Schritt für die Entwicklung des Hamburger Ostens.“

Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg Nord: „Die Bezirksamtsleitungen begrüßen das Bündnis für Quartiere als eine gute Weiterentwicklung der bereits gängigen vernetzten und integrierten Stadtentwicklung, wie sie die Bezirke bereits im Rahmen von RISE oder bei größeren lokalen Stadtentwicklungsprojekten praktizieren. Wir verknüpfen damit die Hoffnung, dass die Qualitäten in der Stadtentwicklung damit noch stärker in den Fokus gerückt werden können und befürworten ausdrücklich den noch engeren Schulterschluss mit den Wohnungsunternehmen. Damit einher geht, dass Wohnungsunternehmen mit Beständen in einzelnen Quartieren oder mit der Absicht, dort neue Bestände aufzubauen, über die eigenen Projekte hinaus gemeinsam mit allen Beteiligten die Quartiere in ihrer Gesamtheit betrachten und zu deren Entwicklung beitragen werden.“

Dr. Thomas Krebs, Vorstand SAGA GWG: „Das ‚Bündnis für die Quartiere‘ schafft Stadtteilgerechtigkeit in der wachsenden Metropolregion Hamburg und gewährleistet eine nachhaltige qualitative Entwicklungsperspektive insbesondere für Quartiere, die nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Dies gelingt durch die im ‚Bündnis für das Wohnen‘ erfolgreich praktizierte neue Kooperationskultur, durch die Berücksichtigung der Handlungsfeldern Wohnen, Arbeiten, Bildung, Soziale Infrastruktur, Freiraum, Verkehr, Energie, Stadtteilmarketing und nicht zuletzt durch die aktive Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort.“

Sönke Struck, Vorsitzender des Landesvorstands BFW Nord: „Ziel ist es letztendlich nicht nur Wohnungen zu bauen, sondern Quartiere zu entwickeln, in denen die angestammte Bevölkerung, neu hinzuziehende Bürger sowie auch die Gewerbebetriebe miteinander leben und arbeiten können. Insofern ist neben dem geförderten und dem frei finanzierten Wohnungsbau auch der Bau infrastruktureller Einrichtungen für die Durchmischung dieser Quartiere von großer Bedeutung. Unsere Mitgliedsunternehmen stehen in Hamburg sowohl für den Bau von frei finanzierten aber auch öffentlich geförderten Wohnungen.“

Die Bündnispartner initiieren mit dem „Bündnisses für die Quartiere“ eine neue Form der kooperativen Stadtentwicklung, die als Ergänzung des „Bündnisses für das Wohnen in Hamburg“ zu verstehen ist und integraler Bestandteil dieses Bündnisses wird: quartiersbezogene Strategien der Stadtteilentwicklung werden gemeinsam entwickelt, um insbesondere Neubaupotenziale innenstadtnaher Quartiere zu mobilisieren und die Bestände zu modernisieren und qualifizieren. Dabei werden die infrastrukturellen Erfordernisse und Veränderungen in der Stadtteil- und Lebensqualität von vornherein ressortübergreifend mitgedacht und gemeinsam umgesetzt.

Erklärtes Ziel des „Bündnisses für die Quartiere“ ist es, eine ganzheitliche, konzertierte Entwicklungsstrategie aus Sicht der Bewohner, städtischen Stellen und der Investoren zu erarbeiten. Der Fokus liegt hier insbesondere auf der Entlastung innerstädtischer Teilwohnungsmärkte, ganzheitlichen Quartiersentwicklungsstrategien, der Mobilisierung von Grundstückspotenzialen und der Einbindung von Bestandsobjekten, insbesondere mit dem Ziel sozial verträglicher Mietenentwicklungen. Die Umsetzung soll zunächst im Rahmen von Pilotprojekten erfolgen.

Das „Bündnis für die Quartiere“ schafft ein Angebot für mehr Stadtteilgerechtigkeit und ein Wohnen in guter Nachbarschaft, gesicherter Stadtqualität und zu angemessenen Preisen. Leitvorstellung ist die Weiterentwicklung von Quartieren ohne Verdrängung. Dies gilt für die angestammte Gebietsbevölkerung ebenso wie für ansässige Betriebe. So entsteht die moderne, gemischte Stadt, die ein Mit- und Nebeneinanders von Produktion, Dienstleistung, Handel, Bildung, Freizeit und Wohnen, ermöglicht.

Für die konkrete Verständigung über die Umsetzung in einzelnen Quartieren müssen Umsetzungsvereinbarungen zwischen dem jeweiligen Bezirk und den örtlich mitwirkungsbereiten Unternehmen getroffen werden. Hier werden die Ziele und Umsetzungsschritte für das Quartier operationalisiert und die Bürgerbeteiligung durchgeführt.

Die Rahmenvereinbarung zum „Bündnis für die Quartiere“ kann auf hamburg.de heruntergeladen werden: www.hamburg.de/4413958
Pressemitteilung Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Bündnis für Quartiere setzt neue Maßstäbe für eine kooperative Stadtentwicklung

KienscherfDie SPD-Bürgerschaftsfraktion begrüßt das heute vorgestellte Bündnis für Quartiere. Hierzu Dirk Kienscherf, Stadtentwicklungsexperte der SPD-Fraktion: “Das neue Bündnis für Quartiere ist die konsequente Weiterentwicklung des erfolgreichen Bündnisses für das Wohnen auf konkreter Quartiersebene. Es ist gut und richtig, wenn nun privates Kapital mobilisiert wird, um auch über die eigentlichen Immobilien hinaus positiv in die Quartiere zu wirken. Dies kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten das gleiche Ziel verfolgen: eine gute, zukunftsorientierte Quartiersentwicklung, denn davon profitieren sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Unternehmen vor Ort sowie die Eigentümer von Flächen und Immobilien. Ganz besonders wichtig ist dabei die Einbeziehung der Bezirke und Bezirksversammlungen sowie der Bürgerinnen und Bürger. Wichtig ist zudem, dass die Planungs- und Genehmigungszuständigkeit der Bezirke unberührt bleibt. Für das Pilotprojekt südliches Hamm verspreche ich mir eine stärkere Akzentuierung auf den Wohnbereich.”

Kienscherf weiter: “Mit dem neuen Bündnis beweist der Senat einmal mehr Weitsicht bei der Entwicklung unserer Stadt und setzt bundesweit Maßstäbe. Denn nur eine kooperative Stadtentwicklung – gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort – weist den Weg in zukunftsfähige Quartiere. Das neue Bündnis ist vor allem für Quartiere mit auslaufender RISE-Förderung eine großartige Chance.”
Pressemitteilung SPD-Bürgerschaftsfraktion

Bündnis für die Quartiere
Duge: „Taschenspielertrick zu Lasten der Quartiere“

Senat, SAGA und Wohnungsverbände haben heute das sogenannte „Bündnis für die Quartiere“ unterzeichnet. Es soll eine gemeinsame Entwicklungsstrategie für den Hamburger Osten erarbeiten. Außer blumigen Worten hat Senatorin Blankau wenig Konkretes zu bieten. Im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen zeichnet sich vor allem ab, dass die Finanzierung ein dreister Taschenspielertrick ist. Der Senat kürzt die Mittel für die Soziale Stadtteilentwicklung von 30 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro und lässt sich dann die Quartiersentwicklung von der SAGA bezahlen. Dabei hat die SAGA vor allem eine andere Aufgabe: bezahlbaren Wohnungen bauen.

Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, erklärt: „Was Senatorin Blankau hier bietet, ist eine finanzpolitische Unverschämtheit – und eine müde Wahlkampfshow. Erst werden die Gelder für den sozialen Ausgleich zwischen den Quartieren zusammengestrichen. Dann wird stolz ein Bündnis verkündet, in dem jeder seinen Beitrag liefern soll. Die Wohnungswirtschaft wird über die bisherigen Beträge kein weiteres Geld beisteuern. Bleibt nur die städtische SAGA zur Finanzierung der sozialen, kulturellen und verkehrlichen Infrastruktur. Das ist unseriöse Finanzpolitik auf dem Rücken der Quartiere. Die SAGA soll Sozialwohnungen bauen und nicht die Aufgaben der Baubehörde bezahlen. Die Grüne Fraktion wird konkrete Haushaltsanträge vorlegen, um diesen Schlingerkurs bei der Stadtentwicklung zu korrigieren. Die Entwicklung der Viertel östlich der City ist eine sinnvolle Sache, sie darf aber nicht zu Lasten anderer Quartiere wie beispielsweise Wilhelmsburg, Jenfeld oder Lurup erfolgen.“
Pressemitteilung Bündnis 90 / Die Grünen Bürgerschaftsfraktion

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