Rückenwind für das Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“: Um dieHamburger Gewässer bis 2035 artenreicher und erlebbarer zu machen, stehen für die kommenden zehn Jahre ein Gesamtbudget von rund 25 Millionen Euro bereit. Den Großteil dieser Summe trägt der Bund: Bundesumweltminister Carsten Schneider übergab heute (23.2.) im Beisein von Umweltsenatorin Katharina Fegebank und BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm den offiziellen Zuwendungsbescheid über rund 17 Millionen Euro an die Stiftung Lebensraum Elbe.
Mit der Übergabe der Förderurkunde startet die Umsetzung von „Hamburg, deine Flussnatur“. Basis ist der bis Anfang 2025 entwickelte umfangreiche Pflege- und Entwicklungsplan. Bis zu 500 Maßnahmen sollen bis 2035 verwirklicht werden. Es geht um 38 Gewässer – ausgenommen die Elbe – mit insgesamt 375 Kilometern Uferlinie auf etwa 3.200 Hektar Stadtgebiet. Die Stiftung Lebensraum Elbe setzt dieses Naturschutzgroßprojekt für Hamburg um. Es zielt darauf ab, das verzweigte Netz aus Flüssen, Bächen und Kanälen ökologisch zu stärken, welches die Stadt auf einzigartige Weise prägt.
Hamburger Gewässer mit ihren Ufern und Auen sollen als Lebens- und Wanderräume für Pflanzen und Tiere entwickelt und dabei unterstützt werden, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Unter anderem können Ufer abgeflacht, Gewässerläufe naturnah verlängert, gemauerte Uferkanten mit Pflanzelementen ergänzt oder Totholz eingebracht werden. Durch Besucherlenkung und neue Wasserzugänge soll auch der Freizeit- und Erholungswert entlang der Gewässer gesteigert werden. Das Projekt möchte die Hamburgerinnen und Hamburger enger mit der städtischen Flussnatur verbinden und das Bewusstsein für den Wert der Stadtnatur stärken.
Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „Das Projekt zum Schutz und zur Entwicklung der Fließgewässer in Hamburg ist eine wichtige Investition in die Zukunft dieser einzigartigen Naturlandschaft mitten in der Stadt. Wir wollen die Flussnatur aufwerten und für alle zugänglich und erlebbar machen. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des wunderschönen Hamburger Naturerbes.“
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Mit ‚Hamburg, deine Flussnatur‘ beweist die Stiftung Lebensraum Elbe eindrucksvoll: Ambitionierter Naturschutz und Großstadt sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Das Projekt verknüpft ganz gezielt den Schutz der Biodiversität mit konkreter Klimaanpassung. Dass der Bund dieses 25- Millionen-Euro-Vorhaben mit rund 17 Millionen Euro fördert, ist ein starkes Signal, über das ich mich sehr freue. Dieses Geld ist bestens angelegt: Es entstehen lebendige Flusslandschaften und neue Erholungsräume direkt vor der Haustür der Hamburgerinnen und Hamburger. Ein ganz tolles Projekt, das unseren wunderschönen Gewässern gut tut!“
Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz: „Mit ‚Hamburg, deine Flussnatur‘ zeigen wir, dass Naturschutz und moderne Stadtentwicklung kein Widerspruch sind. Naturschutzgroßprojekte im urbanen Raum schaffen nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten, sondern auch Orte, an denen Menschen inmitten der Stadt Natur erfahren können. Gleichzeitig stärken sie das Zusammenspiel von Gewässern, Grünflächen und naturnahen Lebensräumen, das die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels macht. So verbindet das Projekt den Schutz der biologischen Vielfalt mit wirkungsvollem natürlichem Klimaschutz in Hamburg.“
Dr. Elisabeth Klocke, Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe: „Über die Förderzusage für die Umsetzung unseres Naturschutzgroßprojekts freuen wir uns als Stiftung sehr. Der Bund bestätigt damit unsere Arbeit, die nun gezielt realisiert werden kann. Wir werden Hamburgs Flüsse, Kanäle mit ihren Auen Schritt für Schritt zu ökologisch wertvollen, lebendigen Räumen entwickeln. Entscheidend ist: Dieses Projekt gelingt nur gemeinsam – mit Behörden, Bezirken, Wissenschaft, Verbänden, Gewerbetreibenden und den Hamburgerinnen und Hamburgern.“
Karsten Borggräfe, Projektleiter bei der Stiftung Lebensraum Elbe: „Wie schon in der Planungsphase legen wir auch bei der Umsetzung von ‚Hamburg, deine Flussnatur‘ großen Wert auf Teilhabe und wissenschaftliche Begleitung. So wird das Projekt durch ein Team der HafenCity Universität Hamburg wissenschaftlich beraten und unterstützt – auch um Praxiserfahrungen für andere Kommunen übertragbar aufzubereiten.“
Projekt-Hintergrund
Bäche, Fleete und Kanäle prägen Hamburgs Stadtbild – und stehen unter hohem Nutzungsdruck. Intensive Freizeitnutzung oder eine Bebauung direkt bis zur Uferkante können Tieren und Pflanzen Schwierigkeiten bereiten. Gleichzeitig bergen die städtischen Gewässer großes Potenzial für den Hamburger Biotopverbund. Ziel des Naturschutzgroßprojektes „Hamburg, deine Flussnatur“ ist es, dieses Potenzial zu nutzen und auszubauen.
Die Kosten für die Umsetzung des Naturschutzgroßprojekts belaufen sich auf insgesamt rund 25 Millionen Euro. Die Projekt-Umsetzung wird im Programm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Höhe von rund 17,3 Millionen Euro sowie Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro gefördert. Die Stiftung Lebensraum Elbe bringt Eigenmittel in Höhe von rund 5,56 Millionen Euro ein. Rund 2,3 Millionen Euro hatten Bund, Hamburg und die Stiftung gemeinsam bereits in die abgeschlossene Planungsphase investiert.
Über die Stiftung Lebensraum Elbe
Die Stiftung trägt dazu bei, den ökologischen Zustand der Tideelbe und ihrer Nebengewässer zu verbessern, deren natürliche Vielfalt zu bewahren und deren einzigartige Lebensräume zu stärken. Dazu gestaltet sie Ufer und Vorländer naturnäher und wertet Gewässer in ihrer ökologischen Struktur auf. Die Stiftung wurde am 11. Mai 2010 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft gegründet. Die Arbeit der Stiftung ist legislatur- und parteiübergreifend. Weitere Informationen zur Stiftung und zum Naturschutzgroßprojekt unter www.stiftung-lebensraum-elbe.de.
Pressemitteilung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) und Stiftung Lebensraum Elbe