BUND fordert vor Autogipfel klares Bekenntnis zu

… CO2-Mindeststandards und E-Mobilität
Im Vorfeld von Koalitionsausschuss und Autogipfel erklärt Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Die Zukunft fährt elektrisch, daran besteht kein Zweifel. Doch das passiert nicht von alleine. Die eigentliche Frage ist: Fährt man in Zukunft auch noch europäisch? Die aktuelle Regelung zu den EU-Flottengrenzwerten war und ist wirkungsvoll. Nur durch sie hat der notwendige Wandel hin zum E-Auto in Europa Fahrt aufgenommen. Es wäre für Umwelt und Konzerne fatal, wenn die Bundesregierung diese Entwicklungen jetzt durch Abschwächungen abwürgt. Es braucht ein klares Bekenntnis zu den CO2-Mindeststandards.

Der Pfad für den Abschied vom Verbrenner in neuen Pkw muss klar sein. Dafür braucht es Maßnahmen wie den Aufbau einer europäischen Batterieproduktion und die Forschung an neuen Speichertechnologien, die ohne kritische Rohstoffe auskommen. Investitionen statt Dividenden sollte die Devise der nächsten Jahre sein. Statt Subventionen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor braucht es ein finanzielles Bekenntnis für elektrisch betriebene Bahnen, Busse, Taxen, Sharing-Fahrzeuge, Lkw und kleine, ressourcensparende E-Autos.“

Pressemitteilung BUND


„Zukunft ist elektrisch“ – NABU fordert E-Mobilität konsequent voranzutreiben
Krüger: Automobilindustrie mit aller Kraft auf dem Weg zur E-Mobilität unterstützen / Scheinlösungen gefährden Klimaschutz

Vor den politischen Gesprächen zur Zukunft der Autoindustrie wächst der Druck auf die Bundesregierung: Heute berät der Koalitionsausschuss über Maßnahmen für die Branche. Beim morgigen Autogipfel im Kanzleramt treffen dann Bundeskanzler Friedrich Merz und die Spitzen der Automobilindustrie zusammen. Bereits im Vorfeld ist die Debatte über das von der EU beschlossene Aus für neue Verbrenner-Pkw ab 2035 erneut entbrannt. Der NABU warnt eindringlich davor, dieses Ziel aufzuweichen und fordert wirksame Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärt: „Wenn das Aus für die Zulassung neue Verbrenner ab 2035 aufgeweicht wird, ist niemandem geholfen – weder der deutschen Autoindustrie noch dem Klima. Dieser Schritt würde nur für erneute Unklarheit im Markt sorgen, langfristig noch mehr Arbeitsplätze gefährden und uns vom eingeschlagenen Weg in Richtung Klimaschutz abbringen.“

Krüger fordert, die E-Mobilität in Deutschland konsequent voranzubringen: „Längst sind sich alle einig: Die Zukunft ist elektrisch. In dieser Konsequenz muss die Automobilindustrie mit aller Kraft auf dem Weg zur E-Mobilität unterstützt werden. Nur so bleibt sie global wettbewerbsfähig. Deshalb gilt unser Appell: Nicht auf Scheinalternativen setzen, sondern das Ziel im Blick behalten und die Elektromobilität konsequent voranbringen. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch – sie müssen jetzt umgesetzt werden.“

Der NABU macht klar: Plug-in-Hybride, biogene Kraftstoffe oder E-Fuels im Straßenverkehr sind teure und klimaschädliche Sackgassen. Stattdessen gilt es, die Elektromobilität im Sinne der Technologieklarheit konsequent auszubauen – vom Kleinwagen bis zum Nutzfahrzeug. Zu den Maßnahmen zählen die Förderung von betrieblichen Flotten, ein EU-Programm für kleine elektrische Autos und eine Umgestaltung der THG-Quote hin zur Elektromobilitätsförderung.

Pressemitteilung NABU


Autogipfel im Kanzleramt: Deutsche Umwelthilfe fordert Beibehaltung des Verbrenner-Aus 2035 und Ende des Durchregierens der Dieselkonzerne

Zum Autogipfel am Donnerstag, den 9. Oktober, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von Bundeskanzler Merz eine Absage an die Forderungen der Automobilindustrie, den Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren über das vereinbarte Enddatum 2035 hinaus weiter zu verschieben.

Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch:

„Wenn die Bundesregierung erneut vor den Autokonzernen in die Knie geht, verliert sie jede Glaubwürdigkeit im Klimaschutz. Der Kanzler darf diesen Gipfel nicht zum Wunschkonzert der Autolobby verkommen lassen. Indem die CDU versucht, das beschlossene Verbrenner-Aus im Jahr 2035 wieder rückgängig zu machen, macht sie sich zum verlängerten Arm der Autolobby. Angebliche Flexibilisierungen sind in Wahrheit fossile Schlupflöcher, um der Autoindustrie mit der klimaschädlichen Verbrennertechnologie weiterhin Milliardengewinne auf Kosten künftiger Generationen zu ermöglichen. Jede Aufweichung der CO2-Mindeststandards auch auf dem Weg zum Verbrenner-Ausstieg führt zu höheren CO2-Emissionen von hunderten Millionen Tonnen. Wir fordern ein klares Bekenntnis zum Verbrenner-Aus und wirksame Maßnahmen, um diesen Pfad endlich konsequent zu verfolgen. Nur so kann Deutschland seine gesetzlich verpflichtenden Klimaziele erreichen und eine gerechte Verkehrswende gestalten.“

Pressemitteilung DUH


VCD zum Autogipfel: Von europäischen Nachbarn lernen – Regierung kann Elektromobilität zur Erfolgsgeschichte machen

Beim morgigen Autogipfel will die Bundesregierung erneut über die Zukunft der Autoindustrie beraten. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert, endlich klare politische Rahmenbedingungen für die Elektromobilität zu schaffen, statt weiter über das Aufweichen von CO₂-Vorgaben zu diskutieren. Andere europäische Länder zeigen längst, wie der Umstieg gelingt.

Am morgigen Donnerstag treffen sich Bundeskanzler Merz und sein Kabinett mit den Spitzen der deutschen Autoindustrie zum sogenannten Autogipfel. Auf der Agenda steht erneut die wirtschaftliche Lage der Branche und die Frage nach dem richtigen Kurs für die Antriebswende. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD ist klar: Statt auf EU-Ebene für ein Aufweichen der CO₂-Vorgaben für Neuwagen zu werben, sollte die Bundesregierung alles daransetzen, die Elektromobilität in Deutschland zur Erfolgsgeschichte zu machen. Viele europäische Nachbarn zeigen wie es geht: Eine verlässliche Politik mit klaren Zielen und einer klugen Förderung haben das Elektroauto dort zum beliebten Alltagsfahrzeug gemacht.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, kritisiert: „Die Reaktion ist immer dieselbe: Wenn die Autoindustrie klagt, eilt ihr die Regierung sofort zur Hilfe – mit teuren, aber oft wirkungslosen Maßnahmen wie: Konjunkturprogrammen, Sonderabschreibungen und Förderungen. Gleichzeitig werden die EU-CO₂-Vorgaben als Sündenbock herangezogen und sollen abgeschwächt werden. Dabei sind es gerade diese populistisch geführten Debatten über CO₂-Grenzwerte und das Verbrenner-Aus, die das Vertrauen in E-Autos untergraben. Denn allen Debatten zum Trotz ist das Rennen um den künftigen Fahrzeugantrieb längst entschieden: Weltweit legen die Zulassungen von E-Autos enorm zu.“

Die Bundesregierung kündigt rechtzeitig zum Autogipfel an, die Steuerbefreiung für E-Autos bei der Kfz-Steuer zu verlängern. Aus Sicht des VCD ist dies angesichts der niedrigen Kfz-Steuerbeträge eher ein symbolisches Signal. Wie es besser geht, zeigen die europäischen Nachbarn. Norwegen ist nach wie vor Spitzenreiter in Europa. Dort sind inzwischen fast alle Neuwagen vollelektrisch. Es folgen Dänemark, wo bereits mehr als zwei Drittel aller Neuzulassungen rein elektrisch fährt, sowie Belgien, Finnland, die Niederlande und Schweden mit über einem Drittel E-Auto-Anteil. In Großbritannien lag der Anteil zuletzt bei 27 Prozent – dank neuer Steueranreize und ambitionierter Zielvorgaben. Aber auch Frankreich, Portugal, die Schweiz und Österreich sind Deutschland voraus.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, erläutert: „Anders als Deutschland haben diese Länder schon früh auf einen konsequenten Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur gesetzt und Elektrofahrzeuge gegenüber Benzinern und Dieseln finanziell begünstigt. Zusätzlich haben zahlreiche Städte in den Niederlanden Null-Emissions-Zonen eingeführt. Entsprechend sind auch die Lieferverkehre in den Niederlanden zunehmend elektrisch unterwegs. Diese Beispiele aus Europa zeigen vor allem eins: Wer klare Ziele formuliert und sie konsequent verfolgt, schafft Planungssicherheit und Verlässlichkeit für die Industrie und stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Der VCD fordert, dass die Bundesregierung beim Ausbau der E-Mobilität jetzt mutig vorangehen muss. Davon profitieren die Hersteller, die ihre Absätze erhöhen und so die Grenzwerte erfüllen können, die Bevölkerung durch weniger Abgase und Lärm und die Klimabilanz des Verkehrs würde sich ebenfalls verbessern. Eine klassische Win-Win-Win-Situation.

Pressemitteilung VCD

WUZ-Tipp: Die neue Folge der Anstalt im ZDF beschäftigt sich u.a. mit der Autolobby:
https://www.zdf.de/play/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-7-oktober-2025-100

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