Bunt allein reicht nicht

Der NABU rät, Frühblüher nach ihrem Nutzen für Insekten auszuwählen
Endlich ein Hauch von Frühling: Die ersten Insekten sind aus ihrer Winterruhe erwacht und suchen nach Nahrung, die für die neue Saison Kraft liefert. Damit Hummelköniginnen und Zitronenfalter in unseren Gärten satt werden, brauchen sie Frühblüher, wie Frühlings-Krokus, Winterling, Schneeglöckchen und Kornelkirsche.

Die Bezeichnung Frühblüher umfasst neben krautigen Pflanzen auch früh blühende Gehölze. Die krautigen Pflanzen nutzen das Licht, bevor sich im April und Mai das dichte Blätterdach der Bäume schließt, und bilden schnell Blüten und Blätter. Viele kommen im September als Zwiebel oder Knollen in die Erde. Sie verbringen den Winter im Boden, nehmen Wasser und Nährstoffe in ihren unterirdischen Speicherorganen auf und treiben aus, sobald sich die Erde sich langsam wieder erwärmt. Die Sonnenstrahlen können in der Streuschicht des Bodens schon im zeitigen Frühjahr für bis zu 30 Grad Celsius sorgen. Sobald sich das Blätterdach im Spätfrühling schließt, ziehen sich die Frühblüher wieder zurück und warten den Rest des Jahres auf ihren nächsten großen Auftritt.

Zu den frühblühenden Gehölzen gehört die Hasel, die bereits im Januar blüht. Im Februar folgen Kornelkirsche und Seidelbast, im März die Weidenkätzchen. Doch nicht alles, was im Frühjahr für Farbtupfer im Garten sorgt, tut auch etwas für die Artenvielfalt. „In vielen Gärten steht die Forsythie, die ab März leuchtend gelb blüht. Allerdings haben die Blüten keinen Pollen oder Nektar, damit sind sie für Insekten nutzlos, sagt NABU-Pressesprecherin Silvia Teich. „Eine insektenfreundliche Alternative ist beispielsweise die Kornelkirsche. Auch sie blüht hübsch gelb und bietet gleichzeitig Insekten viel Nahrung.“

Auch bei den krautigen Pflanzen für Balkon und Garten sollte darauf geachtet werden, dass sie insektenfreundlich sind. „Frühlingsprimeln werden in vielen Farben gezüchtet, diese Auslese geht auf Kosten des Nektars und Pollengehalt“, so Teich. Die drei einheimischen Primelarten Primula veris, Primula elatior und Primula vulgaris sind dagegen nicht nur robust und schön, sondern wahre Insektenmagneten, da sie viel Nektar und Pollen produzieren.

Baumärkte und Gartencenter werben oft mit Labels wie „insektenfreundlich“ oder „bienenfreundlich“. „Darauf kann man sich leider nicht immer verlassen. Am besten sollte man sich vor dem Kauf gut informieren, welche Pflanzen wirklich etwas für Insekten tun“, so Teich. „Der NABU bietet auf seiner Website Pflanzlisten für einen Insektenfreundlichen Garten und weitere Tipps, wie sich Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge wohlfühlen.“

Pflanzen für den Insektengarten: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html

Pressemitteilung NABU

Foto: Krokusse auf dem Bergstedter Markt © wuz

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