Mehr Verbindlichkeit und ein höheres Tempo

Greenpeace zur heute endenden Klimakonferenz in Bonn
Die heute endenden Bonner Klimaverhandlungen (SB64) zeigen die Grenzen des derzeitigen UNFCCC-Systems angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise. Der multilaterale Fortschritt bleibt weit zurück hinter dem dringend nötigen. Ein anstehender UN-Reformprozess und freiwillige Initiativen außerhalb der eigentlichen Verhandlungen sollen internationalen Klimaschutz voranbringen.

Greenpeace-Klimaschutzexperte Jannes Stoppel fordert mehr Verbindlichkeit und ein höheres Tempo:

“Wir haben hier in Bonn eine strukturelle Lähmung erlebt. Streit um fehlende Klimafinanzierung, gegensätzliche geopolitische Interessen und fehlende Umsetzungsmechanismen zwingen die Verhandlungen zu Trippelschritten, dabei sind eigentlich Siebenmeilenstiefel nötig. Immerhin hat die kommende türkische COP-Präsidentschaft den Ausstieg aus fossilen Energien und einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren mit einem Elektrifizierungs Ziel auf die Agenda gesetzt. Damit gibt die Türkei der kommenden Weltklimakonferenz schon jetzt eine klare Richtung vor. Das ist ermutigend, denn den Stromanteil im Energiemix auszubauen, kann nur bedeuten, den Anteil von Öl und Gas zu senken.

Diese Entwicklung zeigt sich angesichts der fossilen Energiekrise gerade weltweit und Deutschland kann sie mit einer Energiepolitik beschleunigen, die konsequent auf Erneuerbare setzt, statt die Energiewende wie zuletzt auszubremsen. Auch die Pläne, die weltweite Zerstörung von Wäldern bis zum Jahr 2030 zu beenden, sollte die Bundesregierung mit neuen Allianzen unterstützen, um auf der Weltklimakonferenz im Herbst eine neue Dynamik zu schaffen.”

Pressemitteilung Greenpeace


COP31-Vorverhandlungen ohne Durchbruch

Zentrale Fragen bleiben offen – NAJU: Weiterhin kaum Fortschritte bei Klimafinanzierung / Konkrete Maßnahmen nötig, um Pariser Klimaziele einzuhalten
Die Vorverhandlungen zur bevorstehenden UN-Weltklimakonferenz (COP31) in Antalya gehen mit einer gemischten Bilanz zu Ende. Zwar verliefen die Gespräche strukturiert und mit klaren thematischen Schwerpunkten, doch zentrale Konflikte wurden nicht aufgelöst. Insbesondere bei der Klimafinanzierung bestehen weiterhin deutliche Differenzen zwischen Industrieländern und dem Globalen Süden.

Konkrete Fortschritte bleiben aus. Auch in den Bereichen Anpassung und Just Transition wurden inhaltliche Ansätze weiterentwickelt, ohne jedoch zu verbindlichen Ergebnissen zu gelangen.

Die NAJU (Naturschutzjugend) hat die Verhandlungen mit einer eigenen Jugenddelegation vor Ort begleitet. Zum Abschluss erklärt die NAJU-Jugenddelegation: „Zum Ende der Bonner Zwischenverhandlungen zur Weltklimakonferenz bleibt der politische Handlungsdruck hoch. Die Gespräche haben deutlich gemacht, dass zentrale Konfliktlinien, insbesondere bei der Klimafinanzierung, weiterhin bestehen und Fortschritte erschweren. Auch bei Klimaanpassung und Just Transition wurden wichtige inhaltliche Grundsteine gelegt, verbindliche Beschlüsse stehen jedoch noch aus. Ob es der Staatengemeinschaft gelingt, diese Differenzen bis zur Weltklimakonferenz im November zu überbrücken, wird maßgeblich für die weitere internationale Klimapolitik sein. Entscheidend ist, dass nun konkrete und umsetzbare Maßnahmen folgen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten.”

Pressemitteilung NABU

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